MINT-Strategie in Rheinland-Pfalz: Mädchen im Fokus der Naturwissenschaften
Die MINT-Strategie der rheinland-pfälzischen Landesregierung zielt darauf ab, die Begeisterung für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu fördern. Seit 2016 wurden dafür umfassende Netzwerke in Schulen, Kitas und Hochschulen geschaffen.
Rheinland-Pfalz. Die Begeisterung für Naturwissenschaften und Technik zu wecken und dafür landesweit Netzwerke in Schulen, Kitas und Hochschulen zu knüpfen - mit diesem Ziel startete die MINT-Strategie der rheinland-pfälzischen Landesregierung im Jahr 2016. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.
Um was geht es bei der Strategie?
Als Plan wurde formuliert, entlang der gesamten Bildungskette die MINT-Bildung zu stärken: Also von der Kindertagesstätte bis zu den Universitäten. Kinder und Jugendliche, gerade auch Mädchen und junge Frauen sollten so frühzeitig und nachhaltig für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik begeistert und das Interesse so möglichst bis zur Ausbildungs-, Studien- und Berufswahl aufrechterhalten werden.
Als treibende Kraft hinter dem Start gilt die damalige und langjährige Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD), die im November 2016 den "Runden Tisch MINT" ins Leben rief. Entwickelt werden sollten MINT-Regionen, in denen neben Schulen und Hochschulen auch Forschungsinstitute, Unternehmen, Verbände und Vereine ihre Aktivitäten zur Nachwuchsförderung koordinieren.
MINT-Regionen in Rheinland-Pfalz
Elf MINT-Regionen und 23 regionale MINT-Projekte, ein flächendeckendes Netz von Regionalpaten, das alle Landkreise und kreisfreien Städte abdeckt, und der MINT-Hub Rheinland-Pfalz wurden in den vergangenen zehn Jahren geschaffen.
Insgesamt kooperieren landesweit über 400 Partner wie Hochschulen, Kommunen, Makerspaces, Schülerforschungszentren oder Verbände und Kammern mit Schulen. Dadurch wurden laut Bildungsministerium über 30.000 Jugendliche mit ihren MINT-Angeboten erreicht.
Haben Schulen im Land ein spezielles MINT-Profil?
Durch die nationale Initiative "MINT Zukunft schaffen!" können sich Schulen als "MINT-freundliche Schule" zertifizieren lassen. Die Zertifikate haben jeweils eine Gültigkeit von drei Jahren. Seit 2011 haben in Rheinland-Pfalz 147 Schulen eine Auszeichnung als "MINT-freundliche Schule".
21 Gymnasien in Rheinland-Pfalz sind zudem Teil des MINT-EC Schulnetzwerks. Ziel ist es dabei, Schüler für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern und sie darin zu fördern.
Der Verein mathematisch-naturwissenschaftlicher Excellence-Center an Schulen (MINT-EC) ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Berlin. Er wurde 2000 auf Initiative der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA) gegründet, seit 2009 steht er unter Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz.
Gibt es in Rheinland-Pfalz genügend Lehrkräfte für die MINT-Fächer?
Auf die 21.883 hauptamtlichen Lehrkräfte an Gymnasien, integrierten Gesamtschulen und Realschulen plus verteilen sich 11.592 Lehrbefähigungen in einem MINT-Fach.
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Es gibt laut Bildungsministerium aber auch Fächer, bei denen mehr Lehrkräfte wünschenswert wären: Informatik und Physik gehörten derzeit zu den Bedarfsfächern, für die der Quereinstieg sowohl in das gymnasiale Lehramt als auch das Lehramt an Realschulen plus ausgeschrieben wurde.
Weibliche Lehrkräfte in MINT-Fächer
Mit 6.516 Lehrerinnen liegt der Anteil der weiblichen Lehrkräfte für den MINT-Unterricht insgesamt bei über 56 Prozent. Es gibt aber auch spürbare Unterschiede zwischen den Fächern: In Informatik (29 Prozent), Physik (34 Prozent) sowie Technik und Naturwissenschaften (37 Prozent) liegt der Anteil der Lehrerinnen unter dem Durchschnitt.
Interessieren sich mehr Jungen als Mädchen für die MINT-Fächer?
Auch wenn sich die Neigungen noch nicht immer auf dem gleichen Niveau verteilen, steigt laut Bildungsministerium der Mädchenanteil in den MINT-Fächern sowohl in der gymnasialen Oberstufe als auch in den Hochschulen.
Mädchen erreichen nach dem IQB-Bildungstrend in den naturwissenschaftlichen Fächern im Durchschnitt ein höheres Kompetenzniveau als Jungen, schätzen ihre eigenen Kompetenzen aber oftmals schlechter ein als Jungen. Trotz teilweiser besserer schulischer Leistungen entschieden sie sich immer noch seltener für ein Studium oder eine Ausbildung im MINT-Bereich.
Blick auf Studium und Beruf
Um mehr Mädchen und junge Frauen für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu gewinnen, braucht es eine frühe Ansprache, weibliche Vorbilder und praxisnahe Projekte, die den gesellschaftlichen Nutzen technischer und digitaler Innovationen hervorheben, betonen immer wieder die rheinland-pfälzischen Unternehmer. Die MINT-Fächer seien die Grundlage für zahlreiche Berufe in Technik und Innovation.
Investitionen in die MINT-Förderung
Von 2016 bis Ende 2025 wurden rund 4,4 Millionen Euro, davon über drei Millionen Euro an Landesmitteln in MINT-Projekte und Unterstützungsmaßnahmen investiert.
In diesem Jahr unterstützen die kooperierenden Ministerien für Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft, Umwelt sowie Frauen beim Förderwettbewerb "Auf- und Ausbau von MINT-Regionen und Projekten" regionale Netzwerkstrukturen und Projekte vor Ort mit einer Gesamtfördersumme von rund 210.000 Euro.
Im Jahr 2026 sind zudem Mittel in Höhe von 300.000 Euro im Haushalt des Bildungsministeriums für die MINT-Förderung vorgesehen, aus denen die landesweiten Unterstützungsangebote für Kitas und Schulen finanziert werden. (dpa/bearbeitet durch Red)
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