725 Jahre Elgert: Ein fulminantes Jubiläumswochenende voller Heimatliebe, Historie und Dorfgemeinschaft
Von Wolfgang Tischler
Ein ganzes Dorf im Ausnahmezustand: Mit einem fulminanten Festwochenende feierte der Dierdorfer Stadtteil Elgert sein 725-jähriges Bestehen. Von einer Zeitreise durch die Dorfgeschichte über eine ausverkaufte Partynacht bis hin zum stimmungsvollen historischen Markt am Sonntag – die Elgerter bewiesen eindrucksvoll, dass Historie, Heimatliebe und ein unschlagbarer Gemeinschaftsgeist hier tief verwurzelt sind.
Elgert. Was für ein Fest! Ein ganzes Dorf feiert Geburtstag, und wie: Zum 725-jährigen Bestehen verwandelte sich der Dierdorfer Stadtteil Elgert am Wochenende vom 11. bis 13. September in eine lebendige Festmeile. Von besinnlichen Momenten über eine ausverkaufte Partynacht bis hin zu einem geschichtsträchtigen Erlebnissonntag – das Jubiläumswochenende bot ein Programm, das die tiefe Verbundenheit, die Historie und den unschlagbaren Zusammenhalt des Ortes eindrucksvoll unter Beweis stellte. Das Motto des Wochenendes brachte es auf den Punkt: „Ein Ort. Eine Geschichte. Eine Gemeinschaft.“
Ein Auftakt nach Maß am Freitagabend
Der Startschuss fiel am Freitagabend mit einem wunderschön gestalteten Gottesdienst, geleitet von Pfarrer i. R. Wolfgang Eickhoff. Es war ein besinnlicher, würdiger Einstieg, der den perfekten Rahmen für die kommenden Festtage steckte.
Danach nahm das Festprogramm rasant Fahrt auf. Die Besucher wurden mitgenommen auf eine kurzweilige und spannende Reise durch die Geschichte Elgerts. Alte Erinnerungen wurden wach, Anekdoten von früher und heute strapazierten die Lachmuskeln und machten spürbar, was diesen Ort so besonders macht. Ein optisches Highlight des Abends war die Enthüllung eines eigens für das Jubiläum geschaffenen Kunstwerks des ortsansässigen Künstlers Uwe Langnickel.
Für reichlich Schwung auf der Bühne sorgte die Tanzgarde der KG Herschbach. Beim anschließenden Programmpunkt „Elgerter über Elgert“ wurde es persönlich, authentisch und herrlich unterhaltsam. Auch der 1. Kreisbeigeordnete Philipp Rasbach ließ es sich nicht nehmen, die besten Grüße des Landkreises zu überbringen und das enorme Engagement im Dorf zu loben.
Musikalisch setzten das Gesangsduett Lucy & Viky sowie der gemischte Chor des Gesangvereins Thalhausen glanzvolle Akzente. Dass Heimat auch eine Sprache hat, bewiesen Rosel und Reinhard: Mit ihrem Beitrag in echter Elgerter Mundart sorgten sie für kollektives Schmunzeln und weckten Heimatgefühle pur.
Besonders im Fokus stand zudem das Ehrenamt. Am Beispiel der Geschichte und des Engagements der Freiwilligen Feuerwehr Elgert – gestern, heute und morgen – wurde in einer „politischen Talkshow“ deutlich, wie viel Herzblut und Zusammenhalt in diesem kleinen Stadtteil stecken. Die Festgemeinschaft und das Organisationsteam durften schon am Freitagabend zu Recht stolz auf diesen starken Auftakt sein. Hier wird Geschichte nicht nur verwaltet, hier wird sie gelebt!
Ausverkaufte Hütte am Samstag und historisches Markttreiben am Sonntag
Nachdem der Freitagabend einen emotionalen und kulturellen Höhepunkt markiert hatte, stand der Samstag ganz im Zeichen der ausgelassenen Feierlaune. Die angekündigte „Malle-Party“ hielt, was sie versprach: Das Event war restlos ausverkauft, und die Halle bebte bis in die frühen Morgenstunden.
Am Sonntagmorgen zeigte sich Elgert dann von seiner nostalgischen und traditionellen Seite. Ab 11 Uhr lockte der historische Markt die Besucher in den liebevoll geschmückten Ort. Überall gab es Altertümer und historische landwirtschaftliche Geräte zu bestaunen. Ein besonderer Magnet war das große Treffen alter Schlepper, das die Herzen von Oldtimer-Fans höherschlagen ließ.
An den Marktständen gab es viel zu entdecken: Die Landfrauen boten selbstgemachte, köstliche Marmeladen feil, ein Stand mit feinstem Silberschmuck lud zum Stöbern ein und der Luftsportverein hatte sogar einen echten Segelflieger im Gepäck. Handwerkskunst zum Anfassen boten die Vorführungen eines Schmieds und die Kunst der Kupfergravur.
Große Schauübung und Musik für die Generationen
Musikalisch untermalt wurde der Sonntag ab dem Mittag von den talentierten Bläserklassen des Martin-Butzer-Gymnasiums und der Nelson-Mandela-Realschule, die für eine wunderbare Kulisse sorgten. Um 14 Uhr wurde es dann ernst – zumindest im Rahmen einer Übung: Die Feuerwehr Elgert lud zu einer historischen Schauübung ein. Kameraden der Feuerwehren der gesamten Verbandsgemeinde Dierdorf sowie aus Puderbach, Selters und den Nachbarn aus Maroth waren mit ihren Fahrzeugen gekommen.
Während die Erwachsenen bei kulinarischen Highlights wie „Essen wie bei Oma“ in Erinnerungen schwelgten und das reichliche kulinarische Angebot genossen, kamen die kleinen Festgäste beim Kinderprogramm voll auf ihre Kosten. Eine spannende Rallye und eine große Hüpfburg sorgten dafür, dass auch bei den Jüngsten keine Langeweile aufkam.
Dieses Jubiläumswochenende wird Elgert so schnell nicht vergessen. Es war ein Fest von Bürgern für Bürger, das eindrucksvoll gezeigt hat: 725 Jahre auf dem Buckel, aber im Herzen jung, dynamisch und voller Gemeinschaftsgeist. woti
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