Pressemitteilung vom 09.09.2026 
25 Jahre nach 9/11: Kurt Beck erinnert sich an den Schock und die Folgen für Rheinland-Pfalz
Der 11. September 2001 war ein Tag, der die Welt veränderte - auch in Rheinland-Pfalz. Kurt Beck, damals Ministerpräsident des Bundeslandes, blickt zurück auf die Ereignisse und deren Auswirkungen auf den US-Militärstandort in der Region. Heute, 25 Jahre später, sorgt er sich um das Verhältnis zwischen Europa und den USA.
Mainz. Ein Nachmittag wie jeder andere, so schien es zunächst für den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck am 11. September 2001. Doch der Tag nahm eine dramatische Wendung, als ein Mitarbeiter der Staatskanzlei ihn nach seiner Rede im Landtag in Mainz informierte: "Ich soll mal ins Büro kommen." Dort sah Beck die erschütternden TV-Bilder der Flugzeuge, die in die Twin Towers flogen. "Man hat gebraucht, um zu begreifen, dass das Realität ist", erinnert sich Beck.
Der Moment des Begreifens führte zu schnellem Handeln. In Rheinland-Pfalz leben tausende US-Amerikaner, und amerikanische Militärstandorte wie Ramstein prägen ganze Regionen. Beck ließ über US-Verbindungsoffiziere Kontakt aufnehmen, um Schutzmaßnahmen zu koordinieren. "Wir haben besprochen, dass die Bundeswehr anbietet, innerhalb der Kasernen in Rheinland-Pfalz, insbesondere Ramstein, und wir über die Polizei im Außenbereich und in den Housings der Amerikaner die Präsenz zu erhöhen."
Ein Land sucht Halt
Am Abend sollte eigentlich ein Sommerfest stattfinden, doch es wurde abgesagt. Stattdessen versammelten sich die Gäste zu einer Betroffenheitsveranstaltung. Am nächsten Tag organisierten die beiden großen Kirchen in Mainz vor dem Dom ein Gedenken. "Dieses Bedürfnis der Menschen, das spürbar war, Anteilnahme auszudrücken, aber auch zu kanalisieren", beschreibt Beck.
Was können wir tun?
Bundespräsident Johannes Rau brachte die Dimension des Tages auf den Punkt: "Dieser Tag hat die Welt verändert." Für Beck war und ist dieser Satz von Bedeutung. Die Anschläge hatten weitreichende Folgen, die bis heute spürbar sind. Dennoch betont Beck die Notwendigkeit, in Krisenzeiten nach vorne zu blicken: "Die entscheidende Frage lautet: 'Was ist jetzt meine Verantwortung? Was können wir tun?'"
Der Lackmustest der Nato
Für Beck zeigte sich in diesen Tagen die Bedeutung der transatlantischen Gemeinschaft. "Dieses Miteinander in der Nato auch als Wertegemeinschaft hat in einem solchen Moment seinen Lackmustest erlebt." Mit Sorge betrachtet Beck heute die Risse im transatlantischen Verhältnis.
Eine Lehre für die Gegenwart
Beck warnt vor der Illusion, dass Entfernung automatisch Sicherheit bedeutet. "Ich glaube, dass wir lernen müssen, dass selbst ein Atlantik nicht schützt." Er plädiert für eine Kultur des Miteinanders und Verständigung statt Gewalt. "Im Moment sind wir, fürchte ich, auf keinem guten Weg." Und wieder steht der Satz im Raum: "Dieser Tag hat die Welt verändert." (dpa/KI/Red)
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