Pressemitteilung vom 09.09.2026 
Familie Victor an der Nistermühle mit Konrad-Adenauer-Plakette geehrt
An der historischen Nistermühle in Hachenburg wurde die Familie Victor für ihr jahrzehntelanges Engagement ausgezeichnet. Gäste aus Politik und Gesellschaft würdigten den Erhalt des Zufluchtsortes von Konrad Adenauer. Die Gedenkstätte verbindet Heimatgeschichte mit der Entstehung der Demokratie.
Hachenburg. Die CDU Westerwald hat der Familie Victor die Konrad Adenauer Gedenkplakette verliehen und damit den Einsatz für die regionale Erinnerungskultur gewürdigt. Bei einer Feierstunde an der historischen Nistermühle hoben CDU-Kreisvorsitzende Staatssekretärin Jenny Groß sowie Ministerpräsident Gordon Schnieder die Verdienste der Familie hervor, die das Andenken an Konrad Adenauer für nachfolgende Generationen lebendig und zugänglich hält.
Historischer Zufluchtsort vor der Gestapo
Vor zahlreichen Gästen, darunter Ralf Seekatz MdEP, Harald Orthey MdB, die Landtagsabgeordneten Janick Pape und Roland Weimer, der künftige Landrat Klaus Lütkefedder, Fraktionsvorsitzender Dr. Stephan Krempel, VG-Bürgermeisterin Gabriele Greis sowie die städtische Beigeordnete Ursula Tiffert Büsse, erinnerte Jenny Groß an die Ereignisse im September 1944. Wenige Monate vor Kriegsende fand Konrad Adenauer unter dem Decknamen "Dr. Weber" Zuflucht auf dem abgelegenen Anwesen. Die politisch dem Zentrum nahestehende Familie Roedig schützte ihn damals vor der Gestapo. Groß betonte, dass sich an diesem Ort Heimatgeschichte, deutsche Geschichte und das Fundament der Demokratie verknüpfen. Demokratie sei keine Selbstverständlichkeit und brauche Respekt vor Menschenwürde, Institutionen und Freiheit sowie Menschen, die Verantwortung übernehmen und die Erinnerung bewahren.
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Adenauers Haltung als politisches Vorbild
Ministerpräsident Gordon Schnieder verwies auf Adenauers Standhaftigkeit in seinen Ämtern als Kölner Oberbürgermeister, Vorsitzender des Preußischen Staatsrates und erster Bundeskanzler. Adenauer hatte sich geweigert, die Hakenkreuzflagge an den Kölner Brücken zu hissen, wurde vom NS-Regime verfolgt und nutzte die Mühle als Versteck. Schnieder unterstrich, dass Adenauers Aufbauleistung, die soziale Marktwirtschaft, die Westbindung sowie der Schutz von Frieden und Freiheit im Bewusstsein bleiben müssten. Er warb für einen respektvollen Umgangston, verwies auf das lautlose Regieren der Landesregierung durch sachorientierte Kompromisse und gratulierte der Familie Victor zur Auszeichnung.
Dank der Familie und musikalischer Rahmen
Klaus Victor dankte im Namen der Familie für die Ehrung und brachte die Freude darüber zum Ausdruck, seit Jahrzehnten zur Erinnerungskultur beitragen zu können. Er hob hervor, dass über die Jahre viele Zeitzeugen Adenauers die Nistermühle besuchten. Eine freundschaftliche Verbindung bestehe zudem zur Familie von Maria Bonacker, die 1944 als Haustochter Adenauer erlebt hatte und 1976 bei der Einweihung der Gedenkstätte berichtete. Das Duo "Dolice" mit Dominik Stangier am Klavier und Line Geldsetzer an der Violine begleitete die Veranstaltung musikalisch. (PM/KI/Red)
Lokales: Hachenburg & Umgebung
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