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Nachricht vom 28.08.2026    

Nach tödlichem Unfall in Hartenfels: Anwohner fordern Prüfung der K 138

Nach dem tödlichen Verkehrsunfall am Ortseingang von Hartenfels wenden sich Anwohner der K 138 an Kreisverwaltung, Straßenverkehrsbehörde und Landesbetrieb Mobilität. Sie fordern eine erneute fachliche Prüfung des Straßenabschnitts – ausdrücklich ohne dem laufenden Ermittlungsergebnis vorzugreifen.

Foto: Ralf Steube

Hartenfels. Nach dem tödlichen Verkehrsunfall auf der K 138 am Ortseingang von Hartenfels am 23. August 2026 sind bei den unmittelbar betroffenen Anwohnern Trauer, Bestürzung und große Sorgen um die Verkehrssicherheit geblieben.

Bei dem Unfall war ein Pkw von der Fahrbahn abgekommen und mit einem Baum kollidiert. Eine Person kam ums Leben, drei weitere Insassen wurden teilweise schwer verletzt. Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang dauern an, ein Gutachter wurde hinzugezogen. Die Anwohner betonen ausdrücklich, dass die Ergebnisse dieser Ermittlungen abgewartet werden sollen.

Für eine Familie, die unmittelbar an der Unfallstelle wohnt, ist das Geschehen dennoch besonders einschneidend. Das Fahrzeug kam nur wenige Meter vom Wohnhaus entfernt zum Stillstand. Ralf Steube, seine Frau, sowie seine Tochter und sein Schwiegersohn waren unmittelbar nach dem Unfall als Erste am völlig zerstörten Fahrzeug.

„Was wir in dieser Nacht erlebt und gesehen haben, lässt sich nur schwer in Worte fassen", berichtet Steube. Die Geräusche, Bilder und Erinnerungen an die erste Hilfe vor Ort seien weiterhin präsent. Besonders belastend sei, dass sich der Unfall praktisch vor den Schlafzimmerfenstern der Familie ereignet habe.

Bereits 2020 ein schwerer Unfall
Hinzu kommt, dass die Familie nicht zum ersten Mal mit einem schweren Unfall an dieser Stelle konfrontiert wurde. Bereits Ende 2020 war im Bereich des Ortseingangs ein Fahrzeug von der Fahrbahn abgekommen und gegen eine Hauswand geprallt. Zwei junge Männer wurden damals schwer verletzt. Wir berichteten.

Auch bei diesem Unfall war Ralf Steube, der selbst bei der Feuerwehr tätig ist, als einer der ersten Helfer vor Ort. Für die Familie ist die erneute schwere Kollision deshalb mehr als ein isoliertes Ereignis.

„Wir haben bereits 2020 erlebt, wie ein Fahrzeug hier von der Straße abkommt und Menschen schwer verletzt werden. Jetzt mussten wir erneut erleben, dass ein junger Mensch sein Leben verloren hat und weitere junge Menschen schwer verletzt wurden. Wir leben unmittelbar an dieser Straße", sagt Steube.

Nach dem Unfall von 2020 war die Verkehrssituation bereits vor Ort durch die Verkehrsunfallkommission thematisiert worden, der Mitglieder der polizeilichen Verkehrsberatung, der Kreisverkehrsbehörde, des Landesbetriebs Mobilität und der Straßenmeisterei angehören. Unter anderem wurde eine Geschwindigkeitsanzeigetafel aufgestellt. Die Anwohner begrüßten diese Maßnahme, sehen darin jedoch keine abschließende Lösung.

Keine Schuldzuweisung, sondern eine Prüfung
Die Anwohner wollen nach eigenen Angaben weder den aktuellen Unfallhergang vorwegnehmen noch Verantwortlichen oder Verkehrsteilnehmern die Schuld geben. Ihr Anliegen sei vielmehr eine unabhängige und fachliche Prüfung, ob der betreffende Abschnitt der K 138 besondere Gefahren aufweist und ob zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit möglich sind.

Aus Sicht der Familie gibt es dafür Anlass. Auf dem betreffenden Straßenabschnitt sei es in der Vergangenheit wiederholt zu Unfällen gekommen, bei denen Fahrzeuge von der Fahrbahn abkamen.

Dabei gehe es nicht ausschließlich um den Schutz der Verkehrsteilnehmer. Unmittelbar an die Straße grenzen Wohnhäuser und Grundstücke. Zudem verläuft dort ein Fußweg, der von Fußgängern genutzt wird. In der näheren Umgebung leben mehrere Kinder.




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"Was passiert, wenn ein Fahrzeug beim nächsten Mal nicht an einem Baum zum Stehen kommt, sondern weiter in Richtung Grundstücke oder Fußweg fährt? Diese Frage stellt sich für uns inzwischen zwangsläufig", sagt Steube.

Anwohner schlagen mehrere Möglichkeiten vor
Die Familie fordert deshalb eine erneute, ergebnisoffene Gesamtbetrachtung des Straßenabschnitts. Geprüft werden sollten aus ihrer Sicht unter anderem das tatsächliche Geschwindigkeitsniveau, die Linienführung und Fahrbahnbreite, die Gestaltung des Ortseingangs sowie der Seitenraum der Straße.

Auch die vorhandenen Bäume und andere feste Hindernisse sollten in die Betrachtung einbezogen werden. Darüber hinaus könnten bauliche Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung geprüft werden – etwa eine Fahrbahnverschwenkung, eine Fahrbahnverengung, ein geeigneter Fahrbahnteiler oder andere Maßnahmen zur Geschwindigkeitsdämpfung. Ebenso sollte untersucht werden, ob passive Schutzeinrichtungen zum Schutz der angrenzenden Grundstücke sinnvoll und möglich sind.

Auch Industriestraße als mögliche Alternative
Neben Maßnahmen unmittelbar an der K 138 regen weitere Anwohner an, auch eine mögliche Verlagerung des Verkehrs über die vorhandene Industriestraße, die Franz-Huf-Straße, fachlich zu untersuchen.

Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, eine bestimmte Lösung vorzugeben. Vielmehr sollten alle denkbaren Möglichkeiten in Betracht gezogen werden.

„Wir erwarten nicht, dass eine von uns vorgeschlagene Maßnahme einfach umgesetzt wird. Wir erwarten aber, dass Fachleute alle Möglichkeiten prüfen – auch solche, an die wir als Anwohner vielleicht noch gar nicht gedacht haben", erklärt Steube.

Schreiben an Behörden und Unfallkommission
Die Familie hat sich inzwischen schriftlich an die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises, die zuständige Straßenverkehrsbehörde und Unfallkommission sowie den Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz gewandt. Weitere zuständige Stellen wurden über das Anliegen informiert.

Gefordert werden unter anderem eine erneute fachliche Prüfung der Verkehrssituation, kurzfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit sowie ein gemeinsamer Ortstermin der zuständigen Behörden und Fachstellen.

Für die Familie steht dabei fest, dass die Ergebnisse der laufenden Ermittlungen abgewartet werden müssen. Gleichzeitig müsse Verkehrssicherheit auch bedeuten, aus vergangenen Ereignissen zu lernen und mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen.

„Wir können nicht einfach auf den nächsten Unfall warten", fasst Steube das Anliegen der Familie und der anderen Anwohner zusammen.

Für seine Frau geht es dabei längst nicht mehr nur um eine verkehrspolitische Frage. Seit ihrer Geburt lebe sie an dieser Straße und habe bereits mehrere tödliche Unfälle, Dutzende Schwerverletzte und brennende Autos erlebt. Nach den jüngsten schweren Unfällen unmittelbar vor dem eigenen Zuhause habe sich auch das persönliche Sicherheitsgefühl verändert.

„Wir möchten einfach wieder das Gefühl haben, dass unser Zuhause ein sicherer Ort ist. Für uns und vor allem auch für die Verkehrsteilnehmer", sagt Steube.

Die Familie wolle niemanden anklagen oder einen Schuldigen finden. Sie fordere vielmehr, dass die Situation gemeinsam vor Ort betrachtet und fachlich bewertet wird.

Denn am Ende gehe es um eine Frage, die sich nach dem jüngsten Unfall für die Anwohner noch einmal verschärft habe: Was kann getan werden, damit nicht irgendwann erneut an derselben Stelle die Frage gestellt werden muss, ob ein weiterer schwerer Unfall hätte verhindert werden können? Red


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