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Nachricht vom 28.08.2026    

"Sommer, Sand und Campingterror" mit Micha Krämer im Freibad Herschbach

Von Ulrike Puderbach

Im Rahmen der WW-Lit-Veranstaltungen war der Betzdorfer Autor Micha Krämer, der auch Initiator des Westerwälder Krimifestivals ist, mit einem seiner Nordsee-Romane im Freibad Herschbach zu Gast. Passend zum Buchtitel war der Autor mit seinem 55 Jahre alten Bully angereist. Bis auf den letzten Platz waren die Stühle auf der Terrasse des Freibades besetzt.

Micha Krämer las aus "Sonne, Sand und Campingterror" (Foto: Ulrike Puderbach)

Herschbach. Begrüßt wurde Micha Krämer durch Sandra Köster von Wir Westerwälder, die sich inbesondere bei Michaela und Jens Gottschalk, sowie dem gesamten Freibadteam für die hervorragende Organisation. Vor der Lesung erklärte der Autor, warum es in diesem Jahr noch keinen neuen Krimi von ihm gegeben hat. Die Frage tauchte in diesem Jahr immer wieder auf, weil die Leser es anders von ihm gewöhnt sind. Es liegt jedoch nicht an ihm, sondern am Verkauf des Verlages CW Niemeyer, dessen Nachfolger kein besonders großes Interesse an der Mehrheit der Autoren zu zeigen scheint. Nichtsdestotrotz versprach Krämer, dass es im September 2027 zum dritten Westerwälder Krimifestival einen neuen Westerwald-Krimi geben wird.

Lesung aus einem Lieblingsbuch
Nach einem einleitenden Song, der eine Hommage an die Nordsee ist, begann der Autor mit dem Prolog und dem ersten Kapitel aus "Sommer, Sand und Campingterror", einem seiner, wie er sagte, persönlichen Lieblingsbücher. Das Buch spielt wegen des Bullys, der unbedingt mitspielen sollte, nicht ausschließlich auf Langeoog, da es sich bei der Insel ja schließlich um eine autofreie Zone handelt. Frieder Hansen, der Inhaber des kleinen Campingplatzes in der Nähe von Bensersiel, einem sogenannten Geheimtipp unter Campern, kommt abends randalierend und betrunken zu seinem Wohnwagen, als dieser explodiert. Schon diese erste Schilderung mit den verschiedenen Dialekten, die der Autor perfekt beherrscht, entlockte den zahlreichen Gästen ein Lachen.

Das Lied für die Milchkanne
Nach dem ersten Teil der Lesung erzählte Micha Krämer, dass er sich vor langer Zeit wegen der teuren GEMA-Gebühren dazu entschlossen habe, einfach eigene Songs zu schreiben, die er dann bei seinen Veranstaltungen vortragen kann. Das vorgetragene Lied war das erste selbst geschriebene Stück, ein Song für die Blumenvase, die ein Erbstück seiner Oma war und in ihrem ersten Leben eine alte Milchkanne war, mit der früher immer auf dem Bauernhof Milch geholt hatte. Krämer erzählte, dass diese Milchkanne ihm den ersten Physikunterricht seines Lebens beschert habe, denn wie alle Kinder schleuderte auch er die volle Milchkanne auf dem Heimweg herum. Die Milch ging nur nicht verloren, wenn man schnell genug schleuderte.



Ermittlungen auf dem Campingplatz
In den nächsten Teilen der Lesung stellte Krämer die Hauptpersonen seines Romans vor – Thomas von Schlechtinger, der der neue Platzwart des Campingplatzes ist, seinen Sohn Kevin, Polizist Thomas Kübler mit seiner Frau Alexandra und Friseur Markus Büth vor. Sie alle landen auf dem kleinen Campingplatz an der Nordsee, denn von Schlechtinger ist der Meinung, dass der Vorbesitzer des Campingplatzes ermordet wurde. Deswegen hat er Thomas Kübler um Unterstützung gebeten, der dort Undercover ermitteln soll. Büth und Kübler, der eigentlich den Campingplatz so schnell wie möglich wieder verlassen möchte, fangen an, sich umzuhören und finden im Maklerbüro von Ilse Flott heraus, dass auf dem Gelände des Platzes eine Ferienhaussiedlung entstehen soll. Ob dieser Plan vielleicht doch etwas mit dem Tod des Platzwartes zu tun haben könnte?

Zwischen den Leseteilen lockerte Micha Krämer die Veranstaltung immer wieder mit seinen Songs und Anekdoten auf. Natürlich kam auch der in der Pause zur Verkostung angebotene Schnaps "Vater Hein's Birne" der seit "Sand in der Kimme" immer wieder in den Büchern vorkommt, zur Sprache und seine durchaus amüsante und skurrile Entstehungsgeschichte wurde erzählt. Zu jedem seiner Songs konnte Krämer eine Anekdote erzählen, die den Zuhörern viele Lacher entlockten.

Nach einem rundum schönen Abend, dessen Gelingen auch durch das hervorragende Catering des Freibadteams und die guten Weine von Ulrike Kroppach vom "WeinGut" in Altenkirchen sichergestellt wurde, verabschiedeten Sandra Köster und Michaela Gottschalk den Autor mit einigen persönlichen westerwald-typischen Gaben – echte Westerwälder Grillanzünder, ein Wir Westerwälder-Grillgewürz und der passenden Flasche Wein. Natürlich mit einem Bully auf dem Etikett. (UP)


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