Pressemitteilung vom 25.08.2026 
Technologie als Brücke gegen Einsamkeit
Einsamkeit betrifft viele Menschen in Deutschland, doch ein innovatives Forschungsprojekt zeigt, wie Technologie helfen kann, emotionale Verbundenheit über große Distanzen zu schaffen. Die Universität Siegen und ihre Partner haben daran gearbeitet, technische Lösungen zu entwickeln, die Nähe im digitalen Zeitalter ermöglichen.
Siegen. Fast jeder fünfte Mensch in Deutschland fühlt sich manchmal einsam. Besonders junge Menschen, die viel Zeit mit Smartphones oder Computern verbringen, sind betroffen. Das Projekt "VEREINT", gefördert mit 1,73 Millionen Euro vom Bund, erforschte, wie Technologien zur Stärkung zwischenmenschlicher Beziehungen beitragen können. Wissenschaftler der Universität Siegen arbeiteten gemeinsam mit Kollegen von weiteren Universitäten an Modellen, um Technik so zu gestalten, dass sie Verbundenheit schafft.
"Es gibt einerseits viele technische Möglichkeiten und spannende Ansätze, wie Technologien Menschen verbinden können. Andererseits nimmt die Einsamkeit in westlichen Gesellschaften zu," erklärt Christiane Wenhart, Diplom-Psychologin und Projektleiterin aus Siegen. Experten aus Psychologie, Gestaltung, Informatik und Ethik untersuchten, was Verbundenheit bedeutet und wie sie durch Technologie erzeugt werden kann. Ein zentrales Ergebnis war, dass Verbundenheit nur dann entsteht, wenn Menschen sich selbstbestimmt fühlen.
Ein praktisches Beispiel aus dem Projekt ist eine vernetzte Kaffeetasse: Stellt eine Person ihre Tasse auf den Untersetzer, leuchtet in einer anderen Stadt ein Licht auf - ein stilles Zeichen für eine gemeinsame Pause. Solche kleinen Gesten fördern emotionale Nähe.
Im Rahmen von VEREINT entstanden zehn Anwendungsprojekte mit Prototypen für verschiedene Zielgruppen. Diese wurden bei einer Messe präsentiert, darunter gekoppelte Kaffeetassen-Untersetzer und ein interaktives Augmented-Reality-Spiel. Die Bürgerforschung und Wissenschaftskommunikation waren ebenfalls wichtige Bestandteile des Projekts. Über die Plattform "näheüberdistanz.de" und ein Booklet mit erprobten Ideen wird das Wissen weitergegeben.
Das dreijährige Projekt wurde von der Universität Siegen koordiniert und umfasste Partner wie die Universität Duisburg-Essen, die LMU München, die RWTH Aachen und die Hochschule Flensburg. (PM/KI/Red)
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