4. Aktualisierung: Erfolgreicher Einsatz bei Waldbrand in Hilgert - Umgestürzter Baum als mögliche Brandursache
In Hilgert kam es zu einem großflächigen Waldbrand, der den Einsatz von rund 300 Rettungskräfte erforderte. Die Löscharbeiten wurden durch verschiedene Organisationen koordiniert und erfolgreich abgeschlossen. Die Ursache des Brandes ist noch unklar und wird weiter untersucht.
Hilgert. Am frühen Montagnachmittag (10. August 2026), gegen 14.20 Uhr, wurde der Rettungsleitstelle Montabaur ein Waldbrand in der Gemarkung Hilgert gemeldet. Das Feuer war in dem Waldgebiet oberhalb des Industriegebietes Hilgert in Richtung Ransbach-Baumbach ausgebrochen. Auslöser für das Feuer war vermutlich der Sturz eines Baumes in eine Stromleitung, in dessen Folge sich im Bereich der beschädigten Leitung mehrere Brandherde bildeten, die sich im weiteren Verlauf auf ein Gebiet von circa 85.000 Quadratmetern Größe erstreckten. Aufgrund der Intensität des Brandes wurden zahlreiche zusätzliche Feuerwehrkräfte zur Unterstützung angefordert.
Wie Michael Merz, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach, und die VG Höhr-Grenzhausen in den sozialen Medien mitteilten, waren neben den Feuerwehren aus der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen unter anderem Kräfte aus der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach, aus dem Landkreis Mayen-Koblenz, aus dem nördlichen Westerwaldkreis sowie der Waldbrandzug Koblenz und weitere überörtliche Einheiten im Einsatz. Außerdem waren Kräfte der Verbandsgemeinden Montabaur und Selters und ein Hubschrauber der Polizei Rheinland-Pfalz mit Löschwasserbehälter wurde angefordert. Insgesamt kämpften rund 300 Einsatzkräfte gegen die Flammen.
Unterstützt wurde die Feuerwehr durch das Technische Hilfswerk (THW), das Deutsche Rote Kreuz (DRK), die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und den Katastrophenschutz. Die Einsatzleitung übernahmen der Kreisfeuerwehrinspekteur des Westerwaldkreises und sein Stellvertreter.
Vor Ort wurden auf einem Feld neben der Technischen Einsatzleitung des Westerwaldkreises in Einsatzleitwagen und Containern die Abschnittsleitung Gesundheit mit Leitenden Notärzten und durch die Sondereinsatzgruppe ein Verpflegungszelt und ein beschatteter Ruheplatz eingerichtet. Denn nicht zu unterschätzen war bei den sommerlichen Temperaturen die Belastung für die Einsatzkräfte, die bei vereinzelten Personen trotz ausreichender Getränke zu Kreislaufproblemen führte.
Zur Unterstützung der Löscharbeiten wurde Wasser aus dem Naturschwimmbad Linderhohl in Höhr-Grenzhausen entnommen. Zusätzlich stellte der Polizeihubschrauber Löschwasser aus dem Erlenhofsee bereit und warf es über der Brandstelle ab. Weitere Einsatzkräfte sorgten für den notwendigen Löschwassernachschub. Das Naturschwimmbad bleibt voraussichtlich noch bis Mittwoch geschlossen.
Wichtig hervorzuheben sei laut Verbandsgemeinde, dass die Grundsicherung für weitere Notfälle sowohl in der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen als auch in der Verbandsgemeinde Ransbach-Baumbach weiterhin gewährleistet bleibe.
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Brandgebiet weiträumig abgesperrt
Aufgrund des Einsatzes musste die Landesstraße 307 im Bereich Hilgert gesperrt werden. Betroffen war der Abschnitt zwischen der K117 und Ransbach-Baumbach. Die Sperrung war insbesondere erforderlich, um den ungehinderten An- und Abtransport der zahlreichen Einsatzfahrzeuge zu ermöglichen. Eine örtliche Umleitung wurde eingerichtet.
Die starke Rauchentwicklung führte zudem auf der A48 zwischen dem Dreieck Dernbach und dem Rastplatz Mühlholz zeitweise zu Sichtbehinderungen in beiden Fahrtrichtungen.
Der eigentliche Brand erfasste nach aktuellem Stand eine Fläche von rund 30.000 Quadratmetern. Das weiträumigere Gebiet, das von der Brandwache weiterhin kontrolliert wird, umfasst etwa 80.000 Quadratmeter. Den Einsatzkräften gelang es, das Feuer unter Kontrolle zu bringen.
Vier Feuerwehrleute erlitten während des Einsatzes leichte Verletzungen. Beschädigte Gebäude wurden bislang nicht gemeldet. Die Behörden baten Anwohner und Verkehrsteilnehmer, die Absperrungen zu beachten und im betroffenen Bereich vorsichtig zu sein.
Beschädigte Stromleitung als möglicher Auslöser
Im Zusammenhang mit dem Brand kam es in mehreren Ortschaften der Region zu einem Stromausfall. Gegen 14.30 Uhr veröffentlichte die Kevag eine entsprechende Meldung für Hilgert, Wittgert, Deesen, Breitenau, Hundsdorf, Alsbach, Sessenbach und Wirscheid. Auch Internet- und Fernsehverbindungen konnten davon betroffen sein.
Ursache des Stromausfalls war eine beschädigte Stromleitung. Nach ersten Erkenntnissen soll zuvor ein Baum in die Leitung gestürzt sein. Im Umfeld der beschädigten Leitung wurden mehrere Brandherde festgestellt. Der umgestürzte Baum ist womöglich der Auslöser des Brandes gewesen.
Seit etwa 17 Uhr war die Stromversorgung in den betroffenen Orten weitgehend wiederhergestellt. Angaben zur Schadenshöhe liegen bislang nicht vor.
Zahnrädchen griffen ineinander
Für das Engagement bedankten sich die Brand- und Katastrophenschutzinspekteure des Westerwaldkreises nach dem Einsatzgeschehen bei allen 226 Feuerwehrleuten, 40 Rot Kreuzlern, 15 Polizisten und THWlern. Sowohl Tobias Haubrich als auch seine Stellvertreter Jens Weinriefer und Markus Brenner betonten noch an der Einsatzstelle: "Eine solche Lage können wir nur meistern, wenn die Zahnrädchen innerhalb der Blaulichtfamilie ineinandergreifen und wir uns gegenseitig unterstützen. Gemeinsam ist es uns gelungen, eine weitere Ausbreitung der einzelnen Feuer und damit ein Übergreifen auf größere Waldflächen zu verhindern. Dafür ein herzliches Dankeschön an alle!" (PM/Red)
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