Verbraucherschutzminister kritisiert Tankrabatt als Geldverschwendung
Der rheinland-pfälzische Verbraucherschutzminister Helmut Martin äußert deutliche Kritik an kurzfristigen Maßnahmen gegen hohe Spritpreise und spricht sich für langfristige Lösungen aus.
Mainz. Der rheinland-pfälzische Verbraucherschutzminister Helmut Martin (CDU) lehnt kurzfristige Maßnahmen zur Bekämpfung hoher Spritpreise ab. In einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz erklärte Martin, die Preisausschläge seien das Resultat einer verschärften geopolitischen Lage. Besonders Pendler benötigten Unterstützung, doch der Tankrabatt sei laut Martin eine Verschwendung von Geldern ohne wirklichen Mehrwert gewesen. "Aber diese Gießkanne mit dem Tankrabatt, da wurde Geld verbrannt ohne einen Mehrwert. Ich muss das so hart sagen", kritisierte Martin. Stattdessen hätte man gezielt entlasten und das übrige Geld zukunftsorientiert einsetzen sollen.
Martin betonte die Bedeutung der Marktwirtschaft und die Notwendigkeit, dass ein Preissignal seine Wirkung entfalten könne. Er verstehe den Druck auf die Bundesregierung, welche den Tankrabatt beschlossen habe, sehe jedoch die Notwendigkeit, die Prinzipien der Marktwirtschaft besser zu vermitteln. "Denn der Druck war massiv", räumte er ein. Es sei wichtig, zu erklären, warum es problematisch sei, Preissignale auszublenden oder staatlich zu unterdrücken.
Helmut Martin befürwortet das Modell der Vorgängerregierung
In der aktuellen Situation sollten alternative Ansätze geprüft werden, so der Minister. Fahrgemeinschaften oder der Umstieg auf andere Verkehrsmittel könnten Lösungen sein. Eine pauschale Erwartungshaltung gegenüber dem Staat sei kein tragfähiges Zukunftsmodell. Auch eine weitere Erhöhung der Pendlerpauschale hält Martin für keine optimale Lösung, da sie ungleich verteile. "Ich fand, das Klimageld war ein gutes Modell", sagte er. Dieses Modell der ehemaligen Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP sah vor, Bürgern einen Ausgleich für steigende CO₂-Preise zu bieten, indem staatliche Einnahmen aus dem CO₂-Preis pro Kopf zurücküberwiesen würden. "Die CO₂-Abgabe belastet alle, aber alle kriegen dasselbe Geld zurück", erläuterte Martin. Dies würde insbesondere jene unterstützen, die weniger verdienen und weniger CO₂ ausstoßen, und könnte die Akzeptanz für die Bepreisung von CO₂-Emissionen erhöhen. (dpa/bearbeitet durch Red)
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