Traditionelle Traktorensegnung im Kloster Marienstatt
Von Wolfgang Rabsch
Auch 2026 wurde erneut die sehr beliebte Traktorensegnung in der Abtei Marienstatt durchgeführt. Aus diesem Grund begaben sich etwa 100 Traktoren, vor allen Dingen aus dem Westerwaldkreis und dem Landkreis Altenkirchen, in das Kloster Marienstatt, um dort sich und ihre Traktoren segnen zu lassen.
Marienstatt. Bereits bei der Ankunft hatten viele Teilnehmer der Traktorensegnung eine teils abenteuerliche Anreise hinter sich gebracht, da sie versuchten, möglichst wenig über viel befahrene Bundes- oder Landstraßen zu fahren, um den Sonntagsverkehr nicht unnötig zu behindern. Deshalb wurden häufig Routen geplant, die teilweise über Wald- und Feldwege führten.
Viele Zuschauer standen Spalier, um die Traktoren zu empfangen
Viele Zuschauer erfreuten sich an dem farbenprächtigen Spektakel, als die Traktoren wie in einem Konvoi vor das Kloster fuhren und sich in Reih und Glied aufstellten. Sehr viele Traktoren waren mit Blumen geschmückt, einige hatten Mitfahrer an Bord, die entweder neben dem Fahrer Platz nahmen oder es sich in Boxen bequem gemacht hatten, in denen im bäuerlichen Tagesgeschehen normalerweise landwirtschaftliche Gegenstände transportiert werden.
Der überwiegende Teil der Teilnehmer bestand tatsächlich aus Menschen, die noch eine Landwirtschaft betreiben oder diese im Nebenerwerb führen. Neben Landwirten nahmen auch Menschen teil, die den Umgang mit Traktoren als Hobby betreiben, ähnlich den Liebhabern verschiedener Automobile.
Die Ankunft der Traktoren stieß auf reges Interesse, denn links und rechts standen Zuschauer dicht gedrängt Spalier, um die Traktoren zu bewundern. Da sich die E-Mobilität bei Traktoren noch nicht durchgesetzt hat, konnten sich die Zuschauer an den ratternden und knatternden Geräuschen der Traktoren erfreuen.
Nachdem die Traktoren Aufstellung bezogen hatten, trat Pater Ignatius in Erscheinung. Er zelebrierte zunächst einen kurzen Gottesdienst und erbat in seiner Predigt Gottes Schutz für Mensch und Maschine, die im Einsatz vielen Gefahren ausgesetzt seien. Der kurze Gottesdienst endete mit dem gemeinsam gesprochenen “Vaterunser”.
Pater Ignatius segnete Mensch und Tier
Bei der anschließenden Segnung durch Pater Ignatius, der jedes einzelne Gefährt segnete, fiel auf, dass der Gottesmann anscheinend über fundierte Kenntnisse im Hinblick auf Traktoren verfügt, da er mit vielen Besitzern über deren Maschinen fachsimpelte. Der Umgang mit Maschinen in der Landwirtschaft ist Pater Ignatius nicht fremd, denn er ist in einer ländlichen Umgebung aufgewachsen, in der die Menschen von und mit ihren landwirtschaftlichen Betrieben lebten. Man konnte ihm also kein X für ein U vormachen, da er über entsprechendes Fachwissen verfügt.
Viele interessierte Zuschauer, aber auch einige Traktorfahrer hatten ihre vierbeinigen Freunde mitgebracht, die ebenfalls in den Genuss kamen, von Pater Ignatius gesegnet zu werden. Mit seiner offenen Art, den Menschen immer zugewandt, trug Pater Ignatius wesentlich zur angenehmen Atmosphäre im Klostervorhof bei. Nachdem die Segnung beendet war, blieben noch viele Teilnehmer vor Ort, um sich mit Kollegen auszutauschen und eventuell wertvolle Tipps zur Pflege und Reparatur von Traktoren zu erhalten.
Bekannte Fabrikate waren zu bewundern – zum Beispiel Lanz, Deutz, Eicher, Fendt, John Deere, Hanomag, MAN und McCormick, die die Herzen der Liebhaber höherschlagen ließen. Blickfang der Segnung waren ein Fendt Farmer 2D, Baujahr 1965, und ein Renault Peugeot Super 4D, Baujahr 1966.
Nach der Segnung Einkehr in das Brauhaus des Klosters
Viele Teilnehmer der Segnung verbanden mit ihrem Aufenthalt im Kloster das Angenehme mit dem Nützlichen und suchten das Brauhaus des Klosters auf, um sich dort kulinarisch verwöhnen zu lassen, zum Beispiel mit einem Zwiebelrostbraten vom Schweinenacken auf Speckbohnen. Auch das im Kloster gebraute Bier sowie die Schnäpse und Liköre, die alle nach uralten Verfahren hergestellt werden, fanden ihre Abnehmer.
Hinweis für Tierliebhaber
Die nächste Tiersegnung im Kloster Marienstatt ist für Samstag, 3. Oktober 2026, um 14.30 Uhr, am Vortag des Franziskusfestes geplant. Austragungsort der Tiersegnung ist erneut der Vorhof vor dem Hauptgebäude des Klosters.
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