Kandidatin für die Landratswahl 2026: Dr. Tanja Machalet (SPD)
Am Sonntag, 16. August 2026, steht nach nur einem Jahr erneut die Landratswahl an. Wer sind die Kandidierenden, die sich bereit erklären, das Amt von Achim Schickert zu übernehmen? Die Kuriere haben nachgefragt und allen die gleichen Fragen geschickt. Hier die Antworten von Dr. Tanja Machalet
Westerwaldkreis. Unverfälscht und echt sollen die Antworten der Kandidierenden zur Landratswahl sein. Deshalb sind alle Antworten original zitiert, ohne Bewertung, ohne Kommentar, ohne Kürzung oder Anmerkung. Die Aussagen der Politiker spiegeln nicht die Meinung der Kuriere wider, sondern ausschließlich die des Kandidierenden. Hier sind die nachgereichten Antworten von Dr. Tanja Machalet (SPD).
Wofür haben Sie sich bisher politisch engagiert – und wieso?
Seit über 30 Jahren engagiere ich mich für soziale Gerechtigkeit, gute Bildung, sichere Arbeitsplätze und einen starken ländlichen Raum. Als Kommunalpolitikerin, Landtagsabgeordnete und Bundestagsabgeordnete habe ich mich besonders für eine starke Gesundheitsversorgung, gute Bildung, faire Arbeitsbedingungen, Familien, Kommunen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt eingesetzt. Politik bedeutet für mich, Verantwortung für die Menschen vor Ort zu übernehmen und konkrete Verbesserungen zu erreichen.
Welche Veränderungen streben Sie für den Westerwaldkreis an?
Ich habe eine klare Vision: Der Westerwaldkreis soll bis spätestens 2040 der familienfreundlichste Landkreis Deutschlands werden. Dieses Ziel soll künftig Leitbild unseres Handelns sein.
Familien müssen sich darauf verlassen können, dass Verwaltung, Bildung, Gesundheitsversorgung, Mobilität und Freizeitangebote auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet sind. Deshalb möchte ich in jeder Verbandsgemeinde ein Familienbüro einrichten. Vorbild sind die erfolgreichen Familienrathäuser der Stadt Hamm. Diese Familienbüros sollen zentrale Anlaufstellen werden, die Familien von der Geburt eines Kindes bis ins hohe Alter begleiten und ihnen Verwaltungsleistungen sowie Beratung aus einer Hand anbieten.
Familienfreundlichkeit bedeutet aber auch kurze Wege. Ein Beispiel dafür sind die Schuleingangsuntersuchungen. Seit der Schließung der Außenstelle des Gesundheitsamtes in Bad Marienberg müssen Kinder aus dem oberen Westerwald mit ihren Familien nach Montabaur fahren. Das bedeutet zusätzlichen Zeitaufwand und vermeidbare Belastungen für viele Familien. Ich halte diese Entwicklung für den falschen Weg und werde mich dafür einsetzen, wieder wohnortnahe Lösungen für diese wichtigen Untersuchungen zu schaffen.
Darüber hinaus möchte ich die Digitalisierung der Verwaltung konsequent voranbringen, den öffentlichen Nahverkehr verbessern, unsere Schulen modern ausstatten, das Ehrenamt stärken und den Westerwald als attraktiven Lebens- und Wirtschaftsstandort weiterentwickeln.
Welche wirtschaftspolitischen Schwerpunkte wollen Sie im Kreis setzen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen?
Der Westerwald lebt von seinem starken Mittelstand, seinen Handwerksbetrieben und vielen familiengeführten Unternehmen. Ich möchte Genehmigungsverfahren beschleunigen, die Kreisverwaltung zu einem modernen Dienstleister entwickeln, den Glasfaserausbau und die Digitalisierung weiter vorantreiben und die Zusammenarbeit mit Wirtschaft, Handwerk, Kammern und Hochschulen intensivieren.
Ein familienfreundlicher Landkreis ist zugleich ein attraktiver Standort für Unternehmen und Fachkräfte. Deshalb gehören Familienpolitik und Wirtschaftspolitik für mich unmittelbar zusammen.
Was sollte sich ändern, damit die Gesundheitsversorgung im Kreis stabil und zuverlässig bleibt?
Eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung ist für mich eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben.
Wir brauchen leistungsfähige Krankenhäuser, eine gute ambulante Versorgung, ausreichend Haus- und Fachärzte sowie eine stärkere Vernetzung aller Gesundheitsberufe. Gleichzeitig müssen wir den öffentlichen Gesundheitsdienst wieder stärken und Gesundheitsangebote möglichst nah zu den Menschen bringen.
Als Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag kenne ich die Herausforderungen des Gesundheitswesens und werde meine Erfahrung und meine Kontakte nutzen, um die Gesundheitsversorgung im Westerwald langfristig zu sichern.
Mit Blick auf den Konflikt zwischen Natur- und Tierschutzinitiativen und dem Bau von Windkraftanlagen: Was ist Ihr Konzept, damit der Strukturwandel nicht zu Lasten der ländlichen Räume geht?
Der Ausbau erneuerbarer Energien ist notwendig, muss aber mit Augenmaß erfolgen.
Natur- und Artenschutz, die Interessen der Menschen vor Ort und die wirtschaftliche Entwicklung unserer Gemeinden müssen gleichermaßen berücksichtigt werden. Deshalb setze ich auf transparente Planungsverfahren, frühzeitige Bürgerbeteiligung und darauf, dass die Kommunen sowie die Menschen vor Ort finanziell von Windenergieprojekten profitieren.
Wie sollte das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tierwohl, Wolfsvorkommen und der Sicherung der Weidetierhaltung künftig politisch ausbalanciert werden?
Naturschutz und Weidetierhaltung dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Unsere Weidetierhalter leisten einen wichtigen Beitrag zur Pflege unserer Kulturlandschaft. Sie brauchen Unterstützung beim Herdenschutz und dort, wo rechtlich möglich und erforderlich, auch praktikable Lösungen im Umgang mit Problemwölfen. Ziel muss ein fairer Ausgleich zwischen Artenschutz und den berechtigten Interessen der Landwirtschaft sein.
Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidatin antreten:
Ich komme aus einem Arbeiterhaushalt und habe selbst erlebt, wie wichtig Bildung, Chancengleichheit und Solidarität sind.
Die SPD steht für soziale Gerechtigkeit, Respekt, Zusammenhalt und gleiche Chancen - unabhängig von Herkunft oder Geldbeutel. Diese Werte haben mich überzeugt und prägen mein politisches Handeln bis heute.
Worüber können Sie lachen?
Über mich selbst, über kleine Missgeschicke des Alltags und über Menschen mit gutem Humor. Politik braucht Ernsthaftigkeit - aber sie braucht genauso Menschlichkeit und ein Lächeln.
Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?
Wenn Menschen bewusst gegeneinander ausgespielt werden oder Probleme nur genutzt werden, um Stimmung zu machen, statt Lösungen zu entwickeln.
Ebenso ärgert mich mangelnder Respekt gegenüber Ehrenamtlichen und allen, die täglich Verantwortung für unsere Gesellschaft übernehmen.
Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?
"Der Westerwaldkreis ist Deutschlands familienfreundlichster Landkreis - Vorbild für kurze Wege, starke Familien und eine moderne Verwaltung."
Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Als ich 2021 in den Bundestag gewählt wurde, hätte ich niemals gedacht, dass wir ein halbes Jahr später Entscheidungen treffen müssen, um die Folgen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine zu bewältigen.
Deshalb sollten die Wähler mir ihre Stimme geben:
Ich kenne den Westerwald, bin hier verwurzelt und möchte gemeinsam mit den Menschen unseren Landkreis gestalten.
Ich verbinde kommunale Erfahrung mit einem starken Netzwerk in Mainz und Berlin. Ich höre zu, suche Lösungen und möchte den Westerwald bis 2040 zum familienfreundlichsten Landkreis Deutschlands entwickeln - mit einer modernen Verwaltung, starken Kommunen, einer guten Gesundheitsversorgung und einer wirtschaftlich erfolgreichen Zukunft.
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Kurzer Steckbrief
Wohnort: Meudt
Geburtsdatum: 1. Mai 1974
Familienstand: verheiratet, zwei Kinder
Beruflicher Lebenslauf/ Ausbildung: Abitur am Mons-Tabor-Gymnasium Montabaur; Ausbildung zur Bankkauffrau; Tätigkeit bei der Landesbank Hessen-Thüringen; Studium der Volkswirtschaftslehre; Promotion zur Dr. rer. pol.; Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Trier; Referentin in der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz; Mitglied des Landtags Rheinland-Pfalz (2011 bis 2021); Mitglied des Deutschen Bundestages seit 2021; Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages
Politischer Werdegang: SPD-Mitglied seit 1991; Stellvertretende Bundesvorsitzende der Jusos; Stellvertretende Vorsitzende der SPD Westerwald; Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion; Mitglied des SPD-Landesvorstands Rheinland-Pfalz; Landtagsabgeordnete; Bundestagsabgeordnete
Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten: Vizepräsidentin des DRK-Kreisverbandes Westerwald; Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Meudt; Mitglied bei ver.di; Mitglied im Hospizverein Westerwald; Mitglied der AWO; Mitglied bei Frauen gegen Gewalt e. V.; Unterstützung der Initiative für Alleinerziehende; Engagement im Chorverband Westerwald
Hobbys: singen, mit dem Hund spazieren
Drei Lieblingsorte im Kreis: : Meine Terrasse mit den wunderschönen Blick über den Westerwald bis in den Taunus, das Familienferiendorf in Hübingen mit dem herrlichen Ausblick aus dem Speisesaal über das Buchfinkenland, den Stöffelpark als Industriedenkmal
Vorbilder: mein Vater, Marie Juchachz (Gründerin der Arbeiterwohlfahrt und erstes Rednerin im Reichstag), Malu Dreyer
Kontaktdaten zur Veröffentlichung: Dr. Tanja Machalet, MdB Wahlkreisbüro Hachenburg Graf-Heinrich-Straße 12 57627 Hachenburg; Wahlkreisbüro Wirges Bahnhofstraße 24 56422 Wirges; www.tanja-machalet.de
Eine kurze Übersicht aller Kandidierenden für den Westerwaldkreis finden Sie hier. (Red)
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