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Pressemitteilung vom 18.07.2026    

Fachtag Demokratie an der Universität Koblenz mit intensivem Austausch

Rund 60 Koblenzer Bürger und Angehörige der Universität Koblenz haben am Fachtag für Vielfalt und Demokratie 2026 unter dem Motto "Perspektiven der Vielfalt: Geschlecht & Migration" teilgenommen. Beiträge aus Wissenschaft und Praxis sowie ein interaktiver Workshop boten Raum für Austausch und neue Perspektiven.

Eine Podiumsdiskussion rundete den Fachtag für Vielfalt und Demokratie 2026 ab. (Foto: Universität Koblenz/Alina Koss)

Koblenz. Die renommierten Referenten griffen aktuelle gesellschaftliche Debatten zum Thema Vielfalt auf und beleuchteten, was Vielfalt in der Gesellschaft ausmacht und wie Mitglieder einer demokratischen Gesellschaft gemeinsam wachsen und sich entwickeln können.

Nach der Begrüßung durch die Organisatorinnen des Fachtags Dr. Jasmin Brötz, Mitarbeiterin der Transferstelle des Fachbereichs Philologie/Kulturwissenschaften, und Saskia Lenz, Referentin der zentralen Gleichstellungsbeauftragten der Universität Koblenz, betonte der Präsident der Universität Koblenz Prof. Dr. Stefan Wehner die enge Verbindung von Wissenschaft und Demokratie sowie die Bedeutung von Vielfalt für Forschung und Internationalisierung.

Die zentrale Gleichstellungsbeauftragte Dr. Tanja Gnosa verwies auf aktuelle demokratische Herausforderungen, zunehmende gesellschaftliche Polarisierung und die Bedeutung von Gleichstellung in Zeiten wachsender Ungleichheiten. Der Dekan des Fachbereichs Philologie/Kulturwissenschaften der Universität Koblenz Prof. Dr. Dr. h. c. Stefan Neuhaus bezeichnete Geschlecht und Migration als zentrale gesellschaftliche Herausforderungen und hob hervor, dass Vielfalt zunehmend auch in der Gegenwartsliteratur sichtbar werde.

Den wissenschaftlichen Auftakt gestaltete Dr. Nele Weiher mit ihrem Vortrag "Doppelt unsichtbar: Trans* Migrant*innen im Spannungsfeld von Rassismus und Heteronormativität". Sie zeigte, wie sich Diskriminierungserfahrungen an der Schnittstelle von Geschlecht und Migration überschneiden und warum bestehende Kategorien den komplexen Lebensrealitäten vieler Menschen häufig nicht gerecht werden. Differenzierte Konzepte, klare antidiskriminierende Strukturen und sensibilisierte Fachkräfte seien entscheidend, um mehrfacher Benachteiligung entgegenzuwirken.

Anschließend berichtete Christian van den Kerckhoff vom Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen über gelingende Integrationsarbeit. Am Beispiel von MIGRApolis - Haus der Vielfalt in Bonn - verdeutlichte er, wie Begegnungsorte, Partizipation und Empowerment dazu beitragen, dass Projekte aus den Communities selbst entstehen und nachhaltig wirken können.

Dr. Heike Mauer widmete sich in ihrem Vortrag "Geschlechtergleichheit und Vielfalt verteidigen! Überlegungen zu aktuellen Krisen und Kämpfen um Demokratie" den aktuellen Herausforderungen demokratischer Gesellschaften. Demokratie sei nicht nur eine Regierungsform, sondern eine alltägliche Praxis. Angesichts globaler demokratiefeindlicher Entwicklungen und zunehmender Polarisierung plädierte sie dafür, politische Mitbestimmung, materielle Gleichheit und soziale Anerkennung gemeinsam zu denken, um Demokratie und Vielfalt langfristig zu stärken.




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Im Praxisimpuls "Vielfalt und Gleichstellung - was haben Männer davon?" stellte Dr. Marc Gärtner vom Bundesforum Männer die Bedeutung einer gleichstellungsorientierten Männerpolitik heraus. Er machte deutlich, dass auch Männer unter traditionellen Männlichkeitsnormen leiden und stärker in Gleichstellungsprozesse einbezogen werden sollten.

Ein besonderer Programmpunkt war der Workshop der Künstlerin Birte Trabert, in dem demokratische Prozesse nicht nur theoretisch diskutiert, sondern praktisch und körperlich erfahrbar wurden. Die Teilnehmenden reflektierten gemeinsam, wie Entscheidungen in Gruppen entstehen, Verantwortung geteilt wird und unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden können.

Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion unter der Moderation von Dr. Sina Freund von der Universität Koblenz. Gemeinsam diskutierten Dr. Nele Weiher von der Universität Koblenz, Astrid Fries vom Projekt Lebendige Innenstadt der Stadt Koblenz und Vito Contento, früherer Vorsitzender des Beirats für Migration und Integration der Stadt Koblenz, über die Zusammenhänge von Geschlecht und Migration sowie deren Bedeutung für Koblenz. Während Weiher die wissenschaftliche Perspektive auf Intersektionalität einbrachte, erläuterte Fries Ansätze feministischer Stadtplanung im Innenstadtmanagement. Contento, Träger des Bundesverdienstkreuzes, berichtete aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung und machte deutlich, wie sehr Sprache und gesellschaftliche Begriffe das Zusammenleben prägen.

Organisiert wurde der Fachtag von Dr. Jasmin Brötz und Saskia Lenz. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Partnerschaft für Demokratie Koblenz im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie leben!" sowie vom Kultur- und Schulverwaltungsamt der Stadt Koblenz. (PM)


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