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Nachricht vom 17.07.2026    

Wiesensee soll 2027 wieder Wasser tragen

Von Mariam Nasiripour

Seit etwas mehr als drei Jahren ist der Wiesensee trocken. Nach vielen Verzögerungen und Auflagen geht es jetzt in die Endphase der Neubewässerung. Markus Hof, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Westerburg, informierte in einem Pressegespräch über die nun anstehenden Arbeiten.

Am verlandeten Wiesensee (v.l.): Rolf-Peter Meyer, Martin Zimmermann (Erster Beigeordneter Pottum), Jan-Peter Thiele, VG-Bürgermeister Markus Hof, Zweiter Beigeordneter Harald Ulrich, Frank Weber (Ortsbürgermeister Pottum), Ralf Wengenroth
(Ortsbürgermeister Winnen) und Inge Ammelbürger (Beigeordnete Winnen). (Alle Fotos: Mariam Nasiripour)

Stahlhofen am Wiesensee. Es habe viele Hürden und Auflagen gegeben, doch nun befinde man sich auf der Zielgeraden, berichtete Bürgermeister Hof. Der zweite Beigeordnete der VG Westerburg, Harald Ulrich, ergänzte, dass die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD) durch die Erteilung neuer Auflagen verantwortlich sei für die Verzögerungen. Doch seit dem vergangenen Jahr laufe die Zusammenarbeit mit der SGD besser und zufriedenstellender.

Während der Bürgermeister die Pressevertreter in den Räumen der Tourist-Info über das Projekt informiert, hört man das Geräusch schwerer Maschinen. Es sind zwei Mähraupen, die das Bett des Sees von Büschen und Gräsern befreien. Diese Arbeiten sollen laut Rolf-Peter Meyer, dessen Firma die Arbeiten ausführt, bis August beendet sein. Anschließend muss der Wiesensee mit Spezialmaschinen entschlammt werden. Dafür sollen 190.000 Kubikmeter Schlamm innerhalb der Fläche verlagert werden. Dadurch bekomme der See an einigen Stellen eine Tiefe von zweieinhalb Metern, was Segelbooten die Fahrt auf dem See wieder ermögliche. An der flachsten Stelle sei er dann nur noch 50 Zentimeter tief.

Ansiedlung von Tieren
Zudem soll an einer Stelle des Sees ein Naturschutzgebiet entstehen, das mithilfe der Sedimentablagerung unzugänglich werden soll. Dort sollen sich wieder viele Tiere und Vögel ansiedeln. Und der Bürgermeister ergänzte, dass es geplant sei, Raubfische, wie Hechte, im See einzusetzen. Die Kosten dafür würden sich auf rund 10.000 Euro belaufen.

Da die Sedimentverlagerung unterhalb der Wasseroberfläche passiert, behalte der See seine ursprüngliche Größe, erklärte Jan-Peter Thiele vom Ingenieurbüro Heuer-Jungemann. Das Büro führt die Projektplanung durch. Die Sedimente werden dann von einem Kokos-Matten-Geflecht bedeckt. Dieser verhindere, dass diese wieder zurück in den See rutschen. Für die Verlagerung des Schlamms werden zwei große Schubraupen und drei Bagger im Einsatz sein, so Meyer.

Hätte man den Schlamm aus dem See befördern wollen, dann wären dafür nicht nur unglaubliche 10.500 Lkw nötig, die Arbeit wäre auch mit enormen Kosten verbunden gewesen, so Thiele. Hinzu kämen erforderliche Genehmigungen, die das Projekt weiter verzögert hätten.

Landesförderung in Höhe von 1,6 Millionen Euro
Die Kosten für die Mäharbeiten und die Sedimentverlagerung belaufen sich auf rund 3,9 Millionen Euro, verkündete Bürgermeister Hof. Dafür gebe es eine Förderung aus dem Regionalen Zukunftsprogramm Rheinland-Pfalz in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Die Förderung teilt sich in einen Zuschuss für die "ökologische Aufwertung des Wiesensees" und die "Aufwertung von Premiumwanderwegen". Am Wiesensee befinden sich die Wanderwege Grüner Steig und Seenweg. Außerdem gelangt man von dort auf den Westerwald-Steig. Die restliche Summe von 2,3 Millionen Euro bringe die VG Westerburg auf, so Hof.

Wenn nichts dazwischenkommt, dann soll der See im Frühjahr 2027 wieder mit Wasser befüllt sein. Allerdings nur, wenn auch das Wetter mitspielt. Laut Meyer und Thiele könnten starke Regenfälle die Arbeiten verzögern und den Zeitplan zurückwerfen. (MN)


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