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Nachricht vom 11.07.2026    

Eine Nacht voller Glanz und Gloria: Travestie-Kunst in Rommersdorf

Von Helmi Tischler-Venter

Das Dragduo Gina Colada & Glinda Glanz performte am Freitagabend, 10. Juli, mit Eleganz und Stimmkraft auf der Bühne der Abtei Rommersdorf. Es war deutlich, dass die beiden Diven Gesang, Schauspiel und Tanz studiert und Spaß an ihrer Darbietung haben. Über zwei Stunden lang begeisterten sie mit bekannten Songs und freizügigen Sprüchen.

Fotos: Helmi Tischler-Venter

Neuwied. Mit einem Udo Jürgens-Medley starteten die beiden Dragqueens, die „normalerweise auf den sieben Weltmeeren unterwegs sind“, ihre Show. Ihre frech-frivolen Unterhaltungen bescherten ihnen viele Lacher. „Ich bin römisch-katholisch erzogen. Hoffentlich fange ich nicht Feuer in eurer Abtei“, befürchtete Gina. Mit Blick auf ihre Kollegin: „Hier steht die verrostete Maria Magdalena.“ Mit selbstironischen, offenen Bemerkungen über ihre Doppelgeschlechtlichkeit hatten sie schnell die Sympathie des Publikums gewonnen. Bei ihren Auftritten auf Kreuzfahrtschiffen wird es schwierig, wenn Kinder dabei sind, daher freuten sie sich, „dass ihr alle über 50 seid. Das ist hier das Graue Meer.“

Die Stärke des Duos ist der Gesang. Beliebte, alte Schlager gehören zu ihrem Repertoire, genauso wie stimmlich anspruchsvolle Welthits: „Ich will keine Schokolade“, „Feeling good“, „Stay fabulous“ „Ich gehör nur mir“, „Have a dance with me“, “Ein Schiff wird kommen“, „Feel my love“ zum Beispiel. Sogar an Whitney Houstons „One moment in time“ traute sich die stimmgewaltige Glinda.



„Warum find ich niemals den richtigen Mann?“ Das war Ginas Klagelied, weil sie schon sehr lange Single ist und mit Blind Dates und Dating Apps ihr Glück nicht fand.

Glinda stieg die Treppe hinauf bis zur letzten Reihe, um die Zuschauer zum Mitsingen zu animieren bei „Schuld war nur der Bossa Nova“. Einige Musical-Songs hatte sie umgedichtet. Umgezogen waren die eleganten Künstlerinnen fast für jedes Lied. Glitzernde Abendkleider, Schmuck oder eng anliegender Body und Schaftstiefel gehörten zu ihren Outfits.

Zuschauerfragen wurden vorbehaltlos beantwortet und pikante Kreuzfahrt-Erlebnisse freimütig erzählt. Gina & Glinda bekannten, dass sie vor Jahren mit dem Ensemble der Burgfestspiele Bad Vilbel schon einmal bei den Rommersdorf-Festspielen waren.

Das große Finale war eine Hommage an Udo Jürgens, Reinhard Mey und Kollegen. „Ich habe Hitze!“ bildete die allseits passende Zugabe.
Mit A-cappella-Comedy gehen die Festspiele am Samstagabend weiter. Mehr zum Programm finden Sie hier. htv


Mehr dazu:   Veranstaltungsrückblicke  
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