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Pressemitteilung vom 08.07.2026    

Regenrückhaltebecken am Fischbach schützt Niedererbach besser vor Starkregen

Ein modernisiertes Regenrückhaltebecken soll Niedererbach künftig besser vor den Folgen von Starkregen schützen. Die Verbandsgemeindewerke Montabaur haben eine bestehende Anlage umfassend ertüchtigt. Davon profitieren nicht nur der Fischbach, sondern auch der Erbach und die Ortslage.

Am oberen Ende des Beckens befindet sich noch ein Entwässerungskanal von der ICE-Trasse. Frank Bartels erläutert, wie im Bedarfsfall die Ölabscheidung funktioniert. (Foto: VG Montabaur / Christina Weiß)

Niedererbach. Die Verbandsgemeindewerke Montabaur haben ein bestehendes Regenrückhaltebecken am Fischbach bei Niedererbach umfassend modernisiert. Ziel der Maßnahme war es, die Anlage wieder an heutige Anforderungen anzupassen und ihre Funktion zur Rückhaltung von Regenwasser dauerhaft sicherzustellen. Nach Angaben der VG-Werke zeigt sich der Nutzen bereits deutlich. Bei Starkregen fließt der Fischbach nun langsamer und mit geringerer Wassermenge durch den Ort.

Der Fischbach verläuft aus Richtung Nentershausen kommend in die Ortslage von Niedererbach und mündet dort in den Erbach. Nur wenige Meter entfernt fließt auch der Sandbach in den Erbach. Dadurch muss das Gewässer bei Stark- oder Dauerregen innerhalb kurzer Zeit große Wassermengen aufnehmen. Während für den Sandbach bereits ein Rückhaltebecken im Rahmen des Hochwasservorsorgekonzepts der Ortsgemeinde errichtet wurde, haben nun die VG-Werke die bestehende Anlage am Fischbach erneuert.

Alte Anlage umfassend ertüchtigt
Das Regenrückhaltebecken befindet sich oberhalb von Niedererbach mitten im Wald. Ursprünglich wurde es Anfang der 2000er Jahre von der Deutschen Bahn als Bestandteil der Entwässerung der neu gebauten ICE-Trasse angelegt. Inzwischen haben die VG-Werke die Anlage übernommen und technisch aufgewertet.

Das Becken wird auf der Seite zur Ortslage von einem Damm begrenzt, der häufig von Spaziergängern genutzt wird, um den Bach zu überqueren. Im Damm befindet sich ein Rohr, durch das sowohl der Fischbach als auch das Regenwasser aus der Entwässerung der ICE-Strecke abfließen.

Nach Angaben der VG-Werke war die Anlage über Jahre nicht ausreichend gepflegt worden. Äste, Steine und weiteres Material aus dem Bachlauf sowie dem angrenzenden Wald hatten die Verrohrung immer wieder zugesetzt. Dadurch staute sich das Wasser im Becken, weil nur wenig Wasser den Durchlass passieren konnte.

Natürlicher Bachlauf bleibt erhalten
Heute fließt der Fischbach wieder ungehindert durch das Rohr im Damm. Ein Rechen hält größere Verschmutzungen zurück und verhindert ein erneutes Verstopfen. Außer bei Starkregen bleibt das Regenrückhaltebecken weitgehend trocken. Lediglich der Bach fließt weiterhin durch die Anlage.



Die Verantwortlichen entschieden sich bewusst dafür, den natürlichen Verlauf des Fischbachs beizubehalten. Durch die vorhandenen Kurven wird die Fließgeschwindigkeit des Wassers reduziert. Dadurch trägt der natürliche Bachlauf zusätzlich dazu bei, die Wassermengen langsamer in Richtung Ortslage zu leiten.

Ein weiteres Element der modernisierten Anlage ist ein kleines Erdbecken am oberen Ende des Rückhaltebeckens. Es dient als Ölauffangbecken. Hintergrund ist, dass die beiden Entwässerungskanäle der Bahn weiterhin in das Regenrückhaltebecken münden. Sollte bei einem Defekt an einem Zug Öl in die Entwässerung gelangen, kann dieses dort zurückgehalten werden.

Positive Wirkung bereits sichtbar
Vor Ort informierten sich Ortsbürgermeister Andreas Neubert sowie Werkleiter Andreas Klute gemeinsam mit Mitarbeitern der VG-Werke über die Funktionsweise der modernisierten Anlage. Nach Angaben der Ortsgemeinde ist die Wirkung bereits spürbar. Bei Starkregen fließt der Fischbach langsamer und mit weniger Wasser durch Niedererbach. Gleichzeitig wird auch der Erbach entlastet, da die Wassermengen kontrollierter abgeleitet werden.

Viele Anlagen im gesamten Gebiet
Die Verbandsgemeindewerke betreiben insgesamt 60 Regenrückhaltebecken in den 24 Ortsgemeinden und der Stadt Montabaur. Ihre Aufgabe besteht darin, bei Starkregen Wasser aufzunehmen und anschließend gedrosselt an Bäche oder Gräben abzugeben. Auf diese Weise sollen Überlastungen der Gewässer vermieden werden. Die naturnah angelegten Wiesenbecken müssen regelmäßig gepflegt, gemäht oder beweidet sowie nach Starkregen kontrolliert werden. Zusätzlich betreuen die VG-Werke auch die Flächen an Kläranlagen und Pumpstationen. Insgesamt umfasst dieser Pflegeaufwand rund 280.000 Quadratmeter. (PM/bearbeitet durch Red)


Lokales: Montabaur & Umgebung
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