Das "fliegende Klassenzimmer 2.0" in Meudt
Die Adolf-Reichwein-Schule in Meudt wird erweitert. An der einzigen Ganztagsschule in der VG Wallmerod entstehen zwei neue Räume für die Ganztagsbetreuung. Die Baukosten betragen 670.000 Euro und werden bezuschusst.
Meudt. Obwohl aktuell Sommerferien sind, herrscht an der Adolf-Reichwein-Schule in Meudt reges Treiben und Arbeiten. Dort wird im Auftrag der Verbandsgemeinde (VG) Wallmerod ganz fleißig an der Erweiterung der Ganztagsschule gearbeitet. Denn ab dem neuen Schuljahr 2026/27 haben Grundschulkinder nach dem Ganztagsförderungsgesetz nach und nach einen Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung.
Zum offiziellen Spatenstich begrüßte VG-Bürgermeister Klaus Lütkefedder die neue Bildungsstaatssekretärin Jenny Groß, Schulleiterin Karina Dudeck, Vertreter des Bau- und des Schulausschusses sowie die Planer des Architekturbüros Schäfer GmbH aus Westerburg. Der Bürgermeister erklärte, dass die Adolf-Reichwein-Schule die einzige Ganztagsschule in der VG Wallmerod sei. Da die vorhandenen Räumlichkeiten für das Ganztagsangebot nicht ausreichten, werde die Erweiterung erforderlich.
Lütkefedder berichtete, dass sich die Baukosten auf 670.000 Euro belaufen. Dafür gebe es aus dem Ganztagsförderungsgesetz des Bundes, verteilt durch das Land Rheinland-Pfalz, eine Förderung in Höhe von 367.700 Euro. Hinzu käme eine Kreisförderung in Höhe von 67.000 Euro, die zehn Prozent der Gesamtkosten betrage. Die Zuwendungsbescheide lägen auch schon vor. Dafür bedankte sich der Bürgermeister bei Jenny Groß als Vertreterin der Landesregierung und beim Kreis. Seinen Dank richtete er auch an den Bau- und den Schulausschuss sowie an alle Beteiligten für die schnelle Umsetzung des Bauprojektes. Das Geld sei gut angelegt.
Einige Aufträge bereits vergeben
Der Bürgermeister berichtete, dass die Aufträge für die Erdbau-, Beton- und Stahlbauarbeiten bereits vergeben seien. In der anschließenden Bauausschuss-Sitzung wolle man die Zimmerer-Arbeiten vergeben und einen Vorratsbeschluss für Folgeaufträge fassen, damit diese dann nur noch angestoßen werden müssen.
Jenny Groß erzählte, dass der Termin für sie eine Baupremiere sei als Staatssekretärin. "Das Geld ist gut investiert", sagte auch sie. "Wir tun es für die Kinder." Diese sollen sich in der Schule wohlfühlen, denn dann mache das Lernen auch mehr Spaß. Wohlfühlen sollen sich auch die Lehrkräfte. "Dann macht das Unterrichten mehr Spaß", betonte Groß.
Die Planer hatten die Vorgabe, den vorhandenen Platz unter Beachtung der Geländetopografie effektiv zu nutzen. Allerdings sollten der Schulhof und das Außengelände erhalten bleiben. Die Pläne des Architekturbüros sehen vor, den Bereich zwischen dem höher gelegenen Haupteingang und dem tiefer liegenden Schulhof mit den vorhandenen Garagen zu überbauen. Das geschehe mit einer Stahlunterkonstruktion, auf der vorgefertigte Klassenraummodule in Holzrahmenbauweise errichtet werden. Die dabei entstehende Fläche unterhalb der Räume könne als Technik- oder Lagerraum, aber auch als wettergeschützter Spiel- und Aufenthaltsbereich genutzt werden. Dieser Ansatz habe sich auch an der Grundschule in Weroth gut bewährt. Weil man dort die Module mit dem Kran herbeigeschafft habe, haben die Kinder den Klassenraum als "fliegendes Klassenzimmer" getauft. In Meudt sprach der Bürgermeister vom "fliegenden Klassenzimmer 2.0".
Fertigstellung für das Schuljahr 2027/28 geplant
Die Erdbau-, Beton- und Stahlbauarbeiten sollen bereits im Juli beginnen. Parallel dazu werden die Module in Holzrahmenbauweise gefertigt. Das "Verheiraten", sprich Zusammensetzen der Module, vor Ort sei für den September geplant. Im Herbst soll der Innenausbau beginnen, der sich bis ins nächste Jahr ziehen werde. Die Fertigstellung der Baumaßnahme sei für das Schuljahr 2027/28 geplant.
Bürgermeister Lütkefedder erklärte, dass die Ganztagsbetreuung im ersten Jahr in den vorhandenen Räumlichkeiten zu stemmen sei. Wenn aber im darauffolgenden Schuljahr eine weitere Klassenstufe hinzukäme, dann benötige man die neuen Räume, die bis dahin fertig sein sollen.
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Schulleiterin Karina Dudeck erklärte auf Nachfrage, dass an der Adolf-Reichwein-Schule 169 Kinder in neun Klassen unterrichtet werden. Sie ergänzte, dass die Schule personell gut aufgestellt sei, um auch die Ganztagsbetreuung stemmen zu können. (MN)
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