Pressemitteilung vom 05.07.2026 
Handyverbot an Schulen: Neue Regeln in Rheinland-Pfalz geplant
Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Ute Eiling-Hütig (CDU) plant, bis zum nächsten Schulhalbjahr neue Regelungen zur Handynutzung an Schulen vorzulegen. Ziel ist es, die private Nutzung von Handys mindestens bis zum Ende der 10. Klasse während der Schulzeit zu untersagen. Die geplanten Maßnahmen stoßen jedoch auf gemischte Reaktionen.
Mainz. Die Bildungsministerin betonte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, dass es nicht um ein generelles Handyverbot gehe, sondern darum, die private Nutzung während der Schulzeit einzuschränken. Dies schließt auch die Pausen und Wege auf dem Schulgelände ein. Einige Schulen in Rheinland-Pfalz setzen bereits freiwillig Fächer zur Ablage der Mobilfunkgeräte ein, nun sollen verbindliche Regelungen folgen.
Eiling-Hütig lehnt ein allgemeines Verbot ab, da Handys aus Sicherheitsgründen wichtig seien - etwa für die Erreichbarkeit auf dem Schulweg oder bei Verspätungen im ÖPNV. Sie schlägt vor, eine Art "Kinderhandy" einzuführen, das ohne Apps auskommt, um die Erreichbarkeit sicherzustellen und gleichzeitig den Zugang zu unkontrollierbaren Inhalten zu verhindern. Dabei sei es entscheidend, die Eltern in die Diskussionen miteinzubeziehen.
Die Ministerin erklärte: "Ich finde die Auffassung, dass man Kindern soziale Teilhabe wegnimmt, wenn man sie auffordert: Nutzt das Handy weniger - das zeugt von einer falschen Einstellung zu diesem Gerät." Für sie stehe der direkte Kontakt im Vordergrund, denn "dieses Gerät sorgt dafür, dass ich einen Mangel an sozialer Teilhabe habe."
Im Unterricht sieht Eiling-Hütig hingegen Potenzial für den gezielten Einsatz von Handys oder Tablets. So könnten Lehrkräfte diese nutzen, um beispielsweise Fake News zu erkennen oder den Umgang mit KI zu thematisieren.
Unterstützung erhält die Ministerin von Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU), der betont, dass die private Handynutzung in der Schule Lehr- und Lernzwecken vorbehalten sein sollte. Der Landkreistag unterstützt ebenfalls diese Haltung. Die SPD als Koalitionspartner hatte vor der Landtagswahl ein generelles Handyverbot abgelehnt und plädiert für eine altersgestaffelte Regelung.
Die Landesschülerinnen- und Landesschülervertretung (LSV) warnt jedoch eindringlich vor pauschalen Handyverboten. Cybermobbing und problematische Inhalte würden dadurch nicht verschwinden, sondern nur ins Private verlagert. Die LSV fordert emotionale Unterstützung, Aufklärung und die Vermittlung von Medienkompetenz, um Schüler zu befähigen, digitale Medien verantwortungsvoll zu nutzen und sich vor Gefahren wie Cybermobbing zu schützen. (dpa/bearbeitet durch Red)
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