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Pressemitteilung vom 03.07.2026    

Rettung des Familienferiendorfs Hübingen steht auf der Kippe

In Hübingen entscheidet sich im Juli das Schicksal des Familienferiendorfs. Kann die Anlage durch ein neues Betriebskonzept gerettet werden oder droht die Schließung? Die Verantwortlichen setzen alles daran, die benötigten Mittel aufzubringen.

140 Freiwilligendienstleistende aus ganz Rheinland-Pfalz tagen aktuell im FFD und zeigen ihre Solidarität mit der beleibten Freizeiteinrichtung, die sie für diesen Zweck schon seit zehn Jahren nutzen (Foto von Britta Klinkenborg)

Hübingen. Bis Mitte Juli wird entschieden, ob das Familienferiendorf Hübingen eine Zukunft hat oder dauerhaft geschlossen wird. Trotz intensiver Bemühungen blieb die Suche nach Investoren bisher erfolglos, was den Insolvenzverwalter dazu veranlasste, dem Trägerverein einen Insolvenzplan vorzuschlagen. Mit diesem Plan soll die Anlage aus der Insolvenz geführt und weiter betrieben werden. Ein angepasstes Betriebskonzept soll künftig Defizite vermeiden und eine Instandhaltungsrücklage ermöglichen. Eine große Stiftung hat bereits einen siebenstelligen Betrag für die notwendigen Sanierungsarbeiten in Aussicht gestellt. Der Verein hofft zudem auf staatliche Fördermittel, wie sie im vergangenen Jahr für die Erneuerung der Heizungsanlage gewährt wurden.

Um den Insolvenzplan umzusetzen und den Betrieb wiederaufzunehmen, fehlen noch 69.000 Euro von insgesamt benötigten 350.000 Euro. Die Stiftung Familienferiendorf Hübingen, gegründet zur Unterstützung des Vereins, hat bereits 281.000 Euro an Spenden gesammelt. Die Verantwortlichen sind erfreut über die großzügige Unterstützung und sehen darin ein Zeichen für die Gemeinwohlverpflichtung der Bürger.

Bei einem Informationsabend im Zirkuszelt des Feriendorfs informierte die Stiftung über den aktuellen Stand. Dr. Hanno Heil erinnerte an die Eröffnung des Feriendorfs im Mai 1969 durch Bischof Wilhelm Kempf und bedauerte den Rückzug des Bistums als Träger im Jahr 2005. Der ehemalige Hübinger Ortsbürgermeister Wilfried Noll betonte die langjährige Unterstützung durch das Dorf und das Buchfinkenland. Enttäuschung herrschte jedoch über die geringe Resonanz der Hübinger Bevölkerung und ihrer Vertreter, obwohl die Gemeinde direkt von einem möglichen Leerstand betroffen wäre.

Insolvenzantrag soll in sichere Zukunft führen
Ortsgemeinde, Bistum und Landkreis waren sich damals einig, in das reizvolle Gelände am Buchenberg kein mehrstöckiges "Bettensilo" zu bauen, sondern eine Anlage, die sich trotz der hohen Gästezahlen in die Hanglage und den Übergang von Wald und Wiesen integriert. Im zeitlosen Bauhausstil errichtet, gilt das aus 40 Ferienhäusern und verschiedenen Funktionsgebäuden bestehende Feriendorf bis heute als architektonisch gelungen. Mit dem Engagement von Ehrenamtlichen sowie einer motivierten Mitarbeiterschaft hat die große Anlage erfolgreich bis heute fortbestehen können. Seit 1986 wurden notwendige Sanierungen mithilfe von Land und Bund durchgeführt und sogar die Coronajahre konnten bewältigt werden. Leider waren jedoch die Kürzungen der Fördermittel für die Familienerholung wie auch der Wegfall der investiven Beteiligung des Bundes schwer verkraftbar.



Claus Eberling, Schatzmeister des Vereins, erklärte: "Im letzten Jahr hatten wir dann wegen der dringend gebotenen Heizungssanierung einen Belegungsausfall von vollen zwei Monaten, den wir in Verbindung mit dem vorhandenen Investitionsstau nicht aus eigener Kraft haben bewältigen können." Die Folge war ein Insolvenzantrag, um die Finanzen neu zu ordnen.

Pluspunkte sprechen für das FFD in Hübingen
Michael Nagel, Geschäftsführer des FFD, betont die Bedeutung der Einrichtung: "Die Gesellschaft braucht mehr denn je solche Orte wie das FFD in Hübingen." Das Feriendorf bietet mit seinen 240 Betten vielen Familien und Gruppen einen ruhigen Rückzugsort und vielfältige pädagogische Angebote. Die Lage inmitten der Natur und die gute Erreichbarkeit machen das FFD besonders attraktiv.

Die bevorstehenden Wochen sind entscheidend. Bis zum 15. Juli hoffen die Verantwortlichen, genügend Mittel zu sichern, um den Fortbestand der Anlage zu gewährleisten. Weitere Informationen erhalten Interessierte bei Hausleiter Michael Nagel telefonisch unter 06439 920040 oder per E-Mail an m.nagel@ffd-huebingen.de oder bei Dr. Hanno Heil von der FFD-Stiftung telefonisch unter 0173 3155289 oder per E-Mail an h.heil@ffd-huebingen.de. (PM/Red)


Lokales: Montabaur & Umgebung
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