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Nachricht vom 01.07.2026    

Flutkatastrophe 2021: Wird Ministerpräsident Schnieder sein Entschuldigungsversprechen einhalten?

Am fünften Jahrestag der Flutkatastrophe im Ahrtal könnte Ministerpräsident Gordon Schnieder sein Versprechen einlösen und sich bei den Betroffenen entschuldigen. Diese Ankündigung hatte er bereits als Oppositionsführer gemacht.

Wiederaufbau im Ahrtal (Foto: Thomas Frey/dpa)

Ahrtal. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder war zur Zeit der verheerenden Flut an der Ahr vor fünf Jahren noch CDU-Landtagsabgeordneter. Vor gut einem Jahr kündigte er an, in seiner damaligen Rolle als Oppositionsführer und Landesparteichef, sich im Falle eines Wahlsiegs bei den Menschen im Ahrtal zu entschuldigen. Nun, als Ministerpräsident, könnte er dieses Versprechen am 14. Juli, dem Jahrestag der Katastrophe, einlösen.

Schnieder spricht von Staatsversagen
Schnieder kritisierte das staatliche Versagen während der Flut und erklärte im Mai 2025: "Bei dem, was wir an Staatsversagen, vor, während und nach der Flut erlebt haben, wäre auch eine Entschuldigung dringend notwendig gewesen." Er bedauerte, dass seine Vorgänger Malu Dreyer und Alexander Schweitzer (beide SPD) dies nicht getan hätten. "Es ist ja kein persönliches Schuldeingeständnis, das habe ich auch nie erwartet von jemandem, der persönlich keine Schuld auf sich geladen hat", fügte Schnieder hinzu. "Aber man muss doch auch mal sagen, staatliche Institutionen haben versagt; in der Not versagt."

Dreyer hat sich nicht entschuldigt, Schweitzer hat Fehler eingeräumt
Alexander Schweitzer, damals Arbeits- und Sozialminister, hatte mehrfach Fehler des Landes eingeräumt und betont, dass keine staatliche Ebene frei von Fehlern gewesen sei. Auf die Frage, warum er sich nicht formell entschuldige, sagte Schweitzer: "Ich habe mich sehr intensiv mit dieser Frage beschäftigt und habe das nach vielen Gesprächen mit Betroffenen und Akteuren aus dem Ahrtal für mich so formuliert." Malu Dreyer drückte ihr Bedauern über die Folgen der Flut aus, erklärte jedoch, sie könne sich für eine Naturkatastrophe dieser Dimension nicht entschuldigen, da der Katastrophenschutz damals kommunal verortet gewesen sei.




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Zeitpunkt der Entschuldigung verpasst?
Ahr-Landrätin Cornelia Weigand (parteilos) hatte am Rande der Landtagsdebatte über den Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses zur Flutkatastrophe im September 2024 gesagt: "Eine Entschuldigung ist den Menschen, glaube ich, sehr wichtig." Sie sehe ein Systemversagen, an dem eigentlich jede Ebene einen Anteil habe.

Fragt man die Menschen im Ahrtal rund fünf Jahre nach der Katastrophe, so ist es vielen für eine Entschuldigung zu spät. Von den damals politisch Verantwortlichen sei ja auch niemand mehr im Amt, heißt es immer wieder

Entschuldigung nach Ramstein-Katastrophe dauerte 30 Jahre
Ein Blick zurück zeigt, dass auch nach der Flugtag-Katastrophe von Ramstein 30 Jahre vergingen, bis eine offizielle Entschuldigung erfolgte. Am 28. August 1988 waren drei Flugzeuge einer italienischen Kunstflugstaffel kollidiert, wobei 70 Menschen ums Leben kamen und etwa 350 schwer verletzt wurden. Erst Jahre später entschuldigte sich Landtagspräsident Hendrik Hering für die politische Verantwortung. (dpa/bearbeitet durch Red)


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