Landespflegekammer fordert Maßnahmen gegen Hitzefolgen in Seniorenheimen
Die extremen Hitzetage der letzten Zeit haben in Rheinland-Pfalz die Notwendigkeit verstärkter Schutzmaßnahmen für ältere Menschen deutlich gemacht. Die Landespflegekammer fordert nun entschlossene Schritte zur Anpassung an die klimatischen Veränderungen.
Mainz. In einem Seniorenheim im Donnersbergkreis mussten am Samstag etwa 15 Bewohner medizinisch versorgt werden, nachdem sie aufgrund der Hitze kollabiert waren. Feuerwehr, Rettungsdienst und Notärzte rückten aus, um das Dachgeschoss zu räumen. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, bezeichnete solche Einsätze als "ein Alarmsignal". Er betonte: "Hitzeperioden dieser Intensität sind keine Ausnahme mehr - die nächste Hitzewelle kommt bestimmt." Besonders gefährdet seien ältere, vorerkrankte und immobile Menschen, für die Hitze lebensbedrohlich werden könne.
Mai erklärte weiter, dass es eine gemeinsame Aufgabe von Pflege, Politik und Gesellschaft sei, diese Menschen zuverlässig zu schützen. Analog zum Hochwasserschutz müsse auch die Infrastruktur flächendeckend an die zunehmende Hitze angepasst werden - insbesondere in Pflegeheimen. "Wir brauchen jetzt einen politischen Kraftakt für die Klimaanpassung in der Pflege - nicht erst nach dem nächsten Großeinsatz", forderte er.
Als erste Maßnahme hat die Landespflegekammer ein eigenes Notfallmeldesystem eingerichtet. Dieses ermöglicht es Pflegefachpersonen, akute Notlagen in ihren Einrichtungen unkompliziert und vertraulich zu melden. Die Kammer will dann versuchen, Unterstützung zu organisieren. (dpa/bearbeitet durch Red)
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