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Pressemitteilung vom 17.06.2026    

Erinnerung lebendig halten: Unterstützung für NS-Gedenkprojekt im Westerwald

In Hachenburg wurde Ende Mai ein bedeutendes Projekt zur Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit mit einer Ausstellung und einer großzügigen Spende gewürdigt. Dr. Markus Müller und seine Schüler haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Schicksale vergessener NS-Opfer aus dem Westerwald zu dokumentieren und ins Bewusstsein zu rufen.

Norbert Rausch (evm) übergibt gemeinsam mit Bürgermeisterin Gabriele Greis die Spende aus der "evm-Ehrensache" an die Vertreterinnen und Vertreter des Projekts. Foto: Röder-Moldenhauer

Hachenburg. Die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit ist von großer Bedeutung. Dies zeigt sich eindrucksvoll in der Arbeit von Dr. Markus Müller, einem Deutsch- und Geschichtslehrer, der gemeinsam mit seinen Schülerinnen und Schülern des Mons-Tabor-Gymnasiums Montabaur das Projekt "Vergessene NS-Opfer im Westerwald" ins Leben gerufen hat. Mit der Eröffnung der Ausstellung "Für jeden sichtbar ..." und einer Spende aus dem Förderprogramm "evm-Ehrensache" erhielt das Projekt wertvolle Unterstützung.

Die Energieversorgung Mittelrhein (evm) fördert jährlich kulturelle, soziale und gemeinnützige Initiativen in der Region. In diesem Jahr unterstützt sie das Projekt mit 3.000 Euro. Bürgermeisterin Gabriele Greis und evm-Kommunalbetreuer Norbert Rausch überreichten den Betrag an die Verantwortlichen des Projekts.

Im Fokus steht die wissenschaftliche Aufarbeitung der Biografien von Menschen aus dem Westerwald, die während der NS-Zeit verfolgt wurden. Dank jahrelanger ehrenamtlicher Forschungsarbeit wurden in rund 83 Prozent der Gemeinden des Westerwaldkreises entsprechende Schicksale dokumentiert. Allein in 29 der 33 Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Hachenburg sind Fälle nationalsozialistischer Verfolgung nachgewiesen.

Bürgermeisterin Gabriele Greis betonte: "Geschichte wird erst dann wirklich begreifbar, wenn sie Gesichter bekommt. Das Projekt 'Vergessene' NS-Opfer im Westerwald macht genau das: Es holt die Schicksale verfolgter Menschen aus der Anonymität und rückt sie in das Bewusstsein unserer Gesellschaft."



Am 29. Mai wurde die Ausstellung "Für jeden sichtbar ..." im Foyer der Verbandsgemeindeverwaltung eröffnet. Sie beleuchtet auf 18 Bannern Orte nationalsozialistischer Verfolgung im heutigen Rheinland-Pfalz und ergänzt die internationale Ausstellung "Einige waren Nachbarn" des United States Holocaust Memorial Museum in Washington.

Bei der Eröffnungsveranstaltung berichteten Schülerinnen und Schüler über ihre Forschungsarbeiten und die Entwicklung verschiedener Erinnerungsprojekte. Viele der daraus entstandenen Gedenkorte wurden bereits realisiert oder durch kommunale Gremien beschlossen. Dr. Markus Müller stellte das bewegende Schicksal von August Schäfer III vor, einem Überlebenden der Konzentrationslager Buchenwald und Flossenbürg sowie des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.

Die Ausstellung wurde durch von Schülerinnen und Schülern entwickelte Roll-Ups ergänzt, die weitere regionale Lebensgeschichten in den Mittelpunkt rückten. Sie erinnern an den Auschwitz-Überlebenden August Schäfer III, den katholischen Bezirksjungscharführer Franz Kleck, den Zeugen Jehovas Louis Pfeifer und den wegen Fahnenflucht hingerichteten Herbert Lamboy.

Die Ausstellung verdeutlicht, dass die nationalsozialistische Verfolgung auch zahlreiche Spuren in den Gemeinden des Hachenburger Westerwaldes hinterlassen hat. Durch die Verbindung von historischer Forschung, schulischem Engagement und öffentlicher Erinnerungskultur gelingt es dem Projekt, diese Geschichten dauerhaft im Bewusstsein der Menschen zu verankern. PM/Red


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