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Pressemitteilung vom 13.06.2026    

Aggressives Verhalten bei Kindern: Ursachen und Lösungen

Aggressives Verhalten von Kindern stellt Eltern und Erzieher häufig vor Herausforderungen. Doch was steckt hinter den Wutausbrüchen, und wie können Eltern darauf reagieren? Dr. Thomas Strack, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut an der DRK-Kinderklinik Siegen, gibt Einblicke.

Dr. Thomas Strack, seit vielen Jahren Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut an der DRK-Kinderklinik Siegen. (Quelle: Tanja Bauschert)

Siegen. Aggressionen und Regelverstöße bei Kindern sind oft der Anlass für Eltern, psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen. Schlagen, Schreien oder das Missachten von Absprachen kann den Alltag in Familien, Kindergärten und Schulen erheblich stören. Besonders berufstätige Eltern stehen unter Druck, wenn sie ihre Kinder frühzeitig abholen müssen. Sorgen um die weitere Entwicklung kommen hinzu.

"In den meisten Fällen steckt hinter aggressivem Verhalten keine Bosheit", erklärt Dr. Thomas Strack, erfahrener Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut. "Diese Kinder lieben ihre Eltern genauso wie andere Kinder. Sie können hilfsbereit, empathisch und sehr verschmust sein." Häufig fehle ihnen jedoch die Fähigkeit, ihre Emotionen altersgerecht zu regulieren und sich sozialen Erfordernissen anzupassen. Kinder lernen im Alltag, mit Ärger und Frustration umzugehen. Dieser Lernprozess setzt sich im Kindergarten, in der Schule und in Vereinen fort. Selbstregulation ist keine angeborene Fertigkeit, sondern muss Schritt für Schritt erworben werden. Das fällt nicht immer leicht, besonders wenn Unruhe, Zeitdruck oder mediale Ablenkung den Alltag prägen.

Heftige Wutausbrüche
Dr. Strack betont: "Kinder lernen von ihren Eltern, wie man mit starken Gefühlen umgeht. Sie machen die Erfahrung, dass es sich lohnt, zu warten, Rücksicht zu nehmen oder Kompromisse einzugehen." Doch manchmal bleiben dauerhafte Forderungen nach Aufmerksamkeit oder Medienkonsum bestehen. Werden diese Wünsche nicht erfüllt, kann es zu heftigen Wutausbrüchen kommen. Wenn Kinder damit erfolgreich sind, weil sie letztlich bekommen, was sie wollen, drohen langfristig soziale Schwierigkeiten oder psychische Störungen.




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Verhalten von Kindern hängt mit Reaktionen der Erwachsenen zusammen
Das Verhalten von Kindern hängt eng mit den Reaktionen der Erwachsenen zusammen. Kinder testen Grenzen und beobachten genau, welche Rückmeldungen sie erhalten. Positive Reaktionen führen dazu, dass sie das Verhalten häufiger zeigen. Bleibt die gewünschte Reaktion aus oder folgen klare Konsequenzen, nimmt es in der Regel ab. "Deshalb ist es entscheidend, konkrete Erziehungsziele zu formulieren", so Strack. "Eltern sollten erwünschtes Verhalten gezielt fördern und loben. Gleichzeitig müssen sie unerwünschtes Verhalten begrenzen."

Konsequenzen umzusetzen
Viele Ratschläge aus dem Internet oder Elternzeitschriften sind gut gemeint, aber selten alltagstauglich. Isolierte Tipps helfen kaum weiter und können zusätzliche Verunsicherung erzeugen. In entspannten Zeiten sollten Eltern mit ihren Kindern Regeln besprechen und sie an deren Ausarbeitung beteiligen. "Kinder sind interessiert an klaren Absprachen", sagt der Fachmann. Kommt es zur Eskalation, gilt es, die zuvor vereinbarten Konsequenzen ruhig umzusetzen. Konsequent erzogene Kinder erleben auch Frustration und Enttäuschung, ohne dass Eltern jedes unangenehme Gefühl wegdiskutieren.

Eskalationsfalle
Entscheidend sei, dass Konsequenzen nicht von der Tagesform der Eltern abhängen. Werden sie nur dann umgesetzt, wenn Erwachsene sich damit wohlfühlen, lernt das Kind, dass es sich lohnt, Druck aufzubauen. So entstehen Eskalationsfallen, denn auch die Eltern reagieren zunehmend gereizt. Kurzfristig mag das erfolgreich sein, langfristig verfestigt sich ein Muster. (PM/Red)


Mehr dazu:   Kinder & Jugend  
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