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Pressemitteilung vom 13.06.2026    

Richtfest für Hybrid-OP auf Schafsberg setzt Zeichen für die Region

Mitten in schwierigen Zeiten für viele Kliniken investiert der St. Vincenz Gesundheits-Verbund in ein großes Bauprojekt. Auf dem Limburger Schafsberg ist der Rohbau für einen neuen Hybrid-OP fertig. Das Richtfest zeigt, welche Rolle moderne Technik künftig in der regionalen Versorgung spielen soll.

Durch den Neubau des Hybrid-OP werden ca. 795 qm medizinische Nutzfläche auf vier Geschossebenen neu geschaffen und ca. 525 qm OP-Vorräume im Bestand umgebaut, modernisiert und den heutigen Bedürfnissen angepasst. (Foto: Frederike Hackenbroch)

Limburg. Während bundesweit Kliniken, darunter auch der St. Vincenz Gesundheits-Verbund, intensiv über Defizite, Personalengpässe und das geplante GKV-Spargesetz beraten, setzt der Verbund auf dem Schafsberg zugleich ein sichtbares Zeichen. Mit dem Richtfest für den neuen Hybrid-OP wird deutlich, dass parallel zur politischen Diskussion weiter in die medizinische Versorgung der Region investiert wird. Elf Monate nach dem ersten Spatenstich steht inzwischen der Rohbau des Neubaus. Entstanden ist ein viergeschossiges Gebäude, das auf 22 Mikrobohrpfählen gegründet wurde, die tief in das Felsrelief des Limburger Schafsbergs reichen. Verwaltungsratsvorsitzender Stephan Felix bezeichnete den Weg bis zu diesem Baufortschritt als anspruchsvoll und verwies auf Spezialtiefbau, den Abbruch der alten Fassade, Rückbauarbeiten und den Aufbau im Bestand.

Signal in schwierigen Zeiten
Felix machte beim Richtfest deutlich, dass der Neubau auch über das Bauprojekt hinaus Bedeutung habe. Der Rohbau stehe für den Anspruch, nicht auf politische Klärungen zu warten, sondern die regionale Versorgung konsequent an den Bedürfnissen der Patienten auszurichten und weiterzuentwickeln. Aus Sicht des Verbundes bleibt eine stabile Versorgung nur möglich, wenn medizinische Angebote rechtzeitig ausgebaut und an neue Anforderungen angepasst werden.

Geschäftsführer Guido Wernert ordnete das Vorhaben in die aktuelle Lage vieler Kliniken ein. Er beschrieb die Rahmenbedingungen als schwierig und verglich die Reformen mit einem Tornado. Gleichzeitig betonte er, dass der Verbund sehr klar sehe, welche Angebote in der Region benötigt würden und wo Versorgungslücken bestünden. Der Hybrid-OP sei die Antwort auf diese Entwicklung. Seit Jahren schaffe der Verbund neue Leistungen und vernetze sich eng mit anderen Kliniken. Dieser Weg habe sich bewährt und gebe Zuversicht für die bevorstehenden Veränderungen.

Rund zehn Millionen Euro investiert der freigemeinnützige Verbund in das Projekt. Unterstützt wird der Bau durch Fördermittel des Landes Hessen. Felix unterstrich, dass solche Investitionen mit großer Sorgfalt getroffen würden. Nach Einschätzung des Verbundes ist der Hybrid-OP medizinisch notwendig.

Ein lang erwarteter Bau
Wie eng das Projekt mit der fachlichen Entwicklung des Hauses verbunden ist, zeigte Dr. Patricia Schaub, Chefärztin der Gefäßchirurgie und stellvertretende ärztliche Direktorin, mit einem persönlichen Hinweis. Während ihrer Ansprache hielt sie eine Serviette hoch, auf der die handschriftliche Notiz "Zum Geburtstag ein Hybrid-OP" stand. Dabei ging es um ein Versprechen, das ihr Geschäftsführer Wernert vor zehn Jahren gegeben hatte. Nun steht der Rohbau. Schaub wertete das Projekt als Ergebnis einer gemeinsamen Vision, einer sorgfältigen Planung und der Zusammenarbeit vieler Beteiligter.




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Neue Technik für die Versorgung
Der neue Hybrid-OP ist nach Darstellung des Verbundes weit mehr als ein zusätzlicher Operationssaal. Er steht für eine neue Generation medizinischer Infrastruktur, weil er klassische Operationsverfahren mit einem fest installierten, hochauflösenden Bildgebungssystem verbindet. Herzstück der Ausstattung ist das sogenannte Azurion-System mit FlexArm. Dieses System kann sich auf acht Achsen bewegen und liefert 2D- und 3D-Darstellungen, ohne dass der Eingriff unterbrochen oder der OP-Tisch bewegt werden muss. Für Patienten bedeutet das nach Angaben von Schaub mehr Sicherheit und eine geringere Belastung.

Besonders profitieren sollen Patienten bei Eingriffen an der Bauchschlagader. Perspektivisch eignet sich die Technik auch für komplexe unfallchirurgische Operationen. Minimalinvasive Verfahren lassen sich im Hybrid-OP ohne Zeitverlust und ohne Umlagerungen mit offener Chirurgie verbinden. Dadurch bleibt es bei nur einer Operation. Zudem verkürzen sich die Eingriffszeiten und die Genesung kann schneller verlaufen.

Auch für die Teams im Operationsbereich bringt die neue Technik Vorteile. Genannt wurden ergonomischere Arbeitspositionen, weniger Unterbrechungen und Abläufe, die chirurgische, radiologische und endovaskuläre Teams gleichermaßen unterstützen.

Mehr Fläche für moderne Abläufe
Architekt Willi Hamm bezifferte die medizinische Nutzfläche des Neubaus auf rund 795 Quadratmeter. Neben dem Hybrid-OP werden auch Umkleiden, Nebenräume und das Sterilgutlager modernisiert. Hamm sprach von einem Bauen im laufenden Organismus, das besondere Rücksicht und eine präzise Planung verlange.

Nach dem Richtspruch, den Michael Hamm vortrug, spendete Dompfarrer Gereon Rehberg den Segen vor allem für die Menschen, die dort arbeiten und später dort behandelt werden. Bei einer anschließenden Baustellenführung konnten Besucher sehen, wo künftig Bildgebung, OP-Tisch, Monitorsysteme und digitale Dokumentation eng aufeinander abgestimmt sein werden. Damit markiert das Richtfest nicht nur einen baulichen Meilenstein, sondern auch einen wichtigen Schritt für die weitere medizinische Entwicklung auf dem Schafsberg. (PM/bearbeitet durch Red)


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