Cold Case in Koblenz: Prozess um brutalen Mord an US-Touristin startet nach 32 Jahren
Ein brutaler Mord an der US-amerikanischen Touristin Amy Lopez beschäftigt die Justiz in Rheinland-Pfalz fast drei Jahrzehnte später erneut. Dank moderner Technik konnte ein Durchbruch erzielt werden, der nun zu einem Gerichtsverfahren führt.
Koblenz. Rund 30 Jahre nach dem Mord an der US-Touristin Amy Lopez soll im Sommer 2026 der Prozess beginnen. Das Landgericht Koblenz hat die Anklage gegen den heute 81-jährigen Angeklagten zugelassen, die Hauptverhandlung ist für den 18. August angesetzt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, aus niederen Beweggründen und zur Befriedigung seines Geschlechtstriebs heimtückisch gemordet zu haben.
Der Angeklagte gestand die Tat laut Staatsanwaltschaft pauschal über seinen Anwalt und räumte sie auch gegenüber einem beauftragten Psychiater ein, behauptete jedoch Erinnerungslücken beim Tathergang. Am 26. September 1994 soll er die 24-jährige Amy Lopez auf dem Felsenweg zur Festung Ehrenbreitstein angesprochen und letztlich getötet haben. Sie war als Touristin leicht erkennbar und wollte die Festungsanlage besichtigen sowie in der Jugendherberge übernachten.
Er vergewaltigte die Leiche
Die Anklage beschreibt, wie der damals 49-Jährige die ortsunkundige Frau unter falschen Angaben in das abgelegene General-von-Aster-Zimmer lockte, wo er sie mit Handschellen fesselte und sexuelle Handlungen vornahm, bevor er sie mit einem Messer tötete. Auch nach ihrem Tod soll er noch sexuelle Handlungen vorgenommen haben. Anschließend flüchtete er mit dem Fahrrad und entsorgte die Tatwaffe sowie andere Beweisstücke im Rhein. Die Leiche von Amy Lopez wurde kurz darauf von spielenden Kindern entdeckt.
Er suchte nach einem Opfer
Ermittler vermuten, dass der Angeklagte schon Tage vor der Tat Vergewaltigungsfantasien hegte und gezielt nach einem Opfer suchte. Er war auch mit Handschellen und Messer auf die Tat vorbereitet. Neue technische Möglichkeiten und alte DNA-Spuren führten schließlich zum Durchbruch in diesem Fall. DNA-Reste am Opfer konnten dem 81-Jährigen zugeordnet werden, nachdem er freiwillig eine Probe abgab. Er wurde im Februar 2026 in einem Seniorenheim festgenommen und befindet sich in Untersuchungshaft.
Er war offenbar Mehrfachtäter
Seine DNA war bereits 1999 in einer polizeilichen Datenbank gespeichert worden, nachdem der Mann wegen der versuchten Vergewaltigung einer 16-Jährigen in Koblenz ins Visier der Ermittler geraten war. Wegen der Tat wurde er damals zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt. Wegen gesetzlicher Fristen wurden jene DNA-Proben aber gelöscht, bevor neue Verfahren diese Spuren eindeutig zuordnen konnten. (dpa/bearbeitet durch Red)
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