Pressemitteilung vom 31.05.2026 
Ein Pfarrer mit Blick für Randgruppen geht in Ruhestand: Abschied in Nassau
Mit einem Gottesdienst in Nassau hat sich Pfarrer Markus Fehlhaber in den Ruhestand verabschiedet. Der Abschied fand an einem Ort statt, der für seinen Dienst besonders wichtig war. Damit endet auch seine Zeit in der Gesamtkirchengemeinde Westerwald Süd und Wirges.
Westerburg. Mit einem bewegenden Gottesdienst in Nassau hat sich Pfarrer Markus Fehlhaber in den Ruhestand verabschiedet. Damit sagt er auch der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Westerwald Süd und Wirges adieu, wo er seit 2020 tätig war.
Herzensort Stiftung Scheuern
Seinen Abschied feierte er in der Stiftung Scheuern, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Die Ortswahl hängt mit einem Schwerpunkt seines Wirkens zusammen, denn Seelsorge und Verkündigung für Menschen mit Behinderung waren ihm besonders wichtig. Mehr als fünf Jahre war er dort als Pfarrer tätig, bevor er in den Westerwald wechselte.
Stationen im Rhein-Lahn-Kreis
Im Rhein-Lahn-Kreis war Fehlhaber wesentlich länger aktiv. Im Jahr 2011 übernahm er die halbe Pfarrstelle für Ökumene in den drei evangelischen Dekanaten Diez, Nassau und St. Goarshausen. Er arbeitete im ökumenischen Forum "Kirche im Welterbe Mittelrhein" mit und übernahm Dienste in den Kirchengemeinden rund um Dornholzhausen sowie Hömberg und Zimmerschied.
Prägung durch frühe Jahre und Teamarbeit
Im Auftrag des Herrn war Fehlhaber bereits seit den frühen 1990er-Jahren unterwegs. Zunächst arbeitete er im Diakonischen Werk Hamburg in der Begegnungsarbeit der Kirchengemeinden mit Flüchtlingen. Diese Zeit prägte den heute 63-Jährigen. Er lernte neue Kulturen kennen und begegnete sehr unterschiedlichen Erfahrungs- und Lebenswelten.
Sein Dienst als Pfarrer begann 1999 in Offenbach-Bieber. Dort erlebte er, wie inspirierend die Arbeit in einem gut funktionierenden Team sein kann. 13 Jahre blieb er an seinem ersten Dienstort, bevor er sich auf Neues an Rhein, Lahn und Aar einließ. Als Ökumene-Pfarrer war ihm wichtig, den Blick über kirchliche oder konfessionelle Grenzen hinaus auf das zu richten, was Menschen bewegt.
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Menschen am Rand im Mittelpunkt
Teamarbeit prägte auch das Ende seines aktiven Dienstes. Bis Sommer ist Fehlhaber im Verkündigungsteam der Gesamtkirchengemeinde Westerwald-Süd tätig und zuständig für die Seelsorge an Senioren, hauptsächlich in Einrichtungen. Außerdem übernahm er dort Beerdigungen in Montabaur.
Rückblickend ordnete Fehlhaber seine Motivation so ein, dass ihn besonders Menschen beschäftigten, die in der Gesellschaft oft wenig wahrgenommen werden. Dazu zählte er Wohnungslose, Demente und Menschen, deren Behinderung nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, etwa bei seelischen Erkrankungen oder bei Schäden durch Alkohol vor der Geburt. Er nannte auch Geflüchtete sowie Menschen, denen am Ende des Geldes noch sehr viel Monat bleibt, und verwies darauf, dass er ihnen in all seinen Diensten begegnete, gerade auch in als heile geltenden Umfeldern.
Als besonders bereichernd bleibt ihm seine Zeit in Scheuern in Erinnerung. Wie Menschen dort ihre Persönlichkeit ausdrücken, unverstellter und spontaner als anderswo, habe ihn beeindruckt. Dort habe er zudem Gottesdienste erlebt, wie er sie zuvor noch nicht erlebt habe. Mit dem Abschiedsgottesdienst in Scheuern habe sich für ihn ein Kreis geschlossen. (PM/bearbeitet durch Red)
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