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Nachricht vom 08.08.2026    

Wäller Tour vom Teufelsberg zur Caaner Schweiz: Vulkan, Felspfade und Erdgeschichte zum Anfassen

Von Katharina Kugelmeier

Die Wäller Tour "Vom Teufelsberg zur Caaner Schweiz" ist eine 13,2 Kilometer lange Rundwanderung im Kannenbäckerland des Westerwaldes, die Wanderer in eine der geologisch faszinierendsten Landschaften der Region führt. Mit dem schroffen Teufelsberg im Brexbachtal, dem erloschenen Vulkan Pfahlberg und den fast alpinen Felspfaden der Caaner Schweiz vereint sie Naturschauspiel, Erdgeschichte und Bergbauvergangenheit auf engstem Raum.

Die Wäller Tour vom Teufelsberg zur Caaner Schweiz besticht durch wunderbare Aussichten und Natur. (Foto: Andreas Pacek | Westerwald Touristik Service)

Nauort. Wer am Parkplatz des Sportplatzes in Nauort startet, betritt zunächst eine ganz unscheinbare Westerwaldgemeinde und ahnt noch nichts von dem, was in den nächsten vier Stunden kommen wird. Dabei ist Nauort selbst schon mehr als eine bloße Durchgangsstation: Die Gemeinde liegt im Kannenbäckerland, dem historischen Zentrum der deutschen Töpfer- und Keramiktradition, und weist eine ebenso bodenständige wie bemerkenswerte Industriegeschichte auf. Im 20. Jahrhundert war die Bimsindustrie einer der Haupterwerbszweige der Nauorter, der vulkanische Bims aus der Eifel wurde hier in zahlreichen Betrieben zu Schwemmsteinen, Wandbauplatten und Leichtbauteilen verarbeitet. Am "GeoBlick" am nördlichen Ortsrand, der zu Beginn und zum Abschluss der Runde passiert wird, erklärt eine Infotafel die Entstehung des Bims durch den Vulkanismus der Eifel und seine Bedeutung für die Region. Von hier oben öffnet sich zugleich ein weites Panorama über den Westerwald und damit einer der schönsten Aussichtspunkte der gesamten Runde.

(Foto: Andreas Pacek | Westerwald Touristik Service)

Vom Sportplatz geht es zunächst auf geschottertem Forstweg bergab in den Wald, vorbei an der Nauorter Grillhütte. Dann verjüngt sich der Weg zu einem Pfad, der durch einen Fichtenwald auf einen kleinen Waldsee zuläuft, ein stilles, fast vergessenes Kleinod im Westerwald, in dem Himmel und Baumkronen gespiegelt werden. Hinter dem kleinen See beginnt ein Trampelpfad, der scharf nach links und bergauf führt. Schon nach wenigen Minuten öffnet sich das Tal: Der Wanderer taucht ein in das Brexbachtal, eines der am tiefsten ins Schiefergebirge eingeschnittenen Täler des Westerwaldes. Das Rauschen des Brexbaches, begleitet von moosbewachsenen Felswänden und dunklen Schluchtabschnitten, gibt dem Tal einen Charakter, den man hier nicht erwartet. Die zahlreichen Felsformationen aus Tonschiefer und Quarzit, die die Hänge prägen, sind dabei kein Zufall: Das Brexbachtal folgt sogenannten "tektonischen Schwächezonen im devonischen Grundgestein", die die Erosion über Millionen von Jahren besonders tief ausgekehlt hat.

Hoch über dem Talgrund, auf einem Felsplateau, das man nur über einen steilen, schmalen Anstieg erreicht, liegt der Teufelsberg, das Herzstück und der Namensgeber der gesamten Route. Dass dieser Aussichtspunkt den Namen eines Teufels trägt, passt: Der Blick von hier hinunter ins Brexbachtal ist so wild und unvermutet schön, dass man unweigerlich innehält. Eine Infostele am Plateau erklärt die Geologie der Umgebung und weist auf das unmittelbare Umfeld hin: Direkt am Teufelsberg wurde in historischer Zeit ein Stollen in den Berg getrieben, um Eisenerz zu suchen. Der Abbau blieb letztlich jedoch wenig ertragreich, die Mundlöcher sind noch heute im Hang zu erkennen. Ein kurzer Abstecher zur Felskante lohnt sich: Der Blick reicht weit über die bewaldeten Höhen des Naturparks Rhein-Westerwald und bei guten Bedingungen sieht man die Silhouetten der Westerwaldhöhen bis zum Horizont.

(Foto: Andreas Pacek | Westerwald Touristik Service)

Vom Talgrund des Brexbaches geht es durch das Nauorter Flößchen, ein kleines Seitental mit Bachbegleitung und Waldschatten, bergauf in Richtung Caan. Das Dorf empfängt den Wanderer mit einem ersten kleinen Rätsel: Im Ortswappen findet sich eine rote Kanne als Hinweis auf die jahrhundertelange Zugehörigkeit des Ortes zum Kannenbäckerland. Ab 1723 sind in Caan Kannenbäcker urkundlich belegt, in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammten 43 von 591 Mitgliedern der berühmten Kannenbäckerzunft aus Nauort und Caan. Direkt am Ortsrand befand sich die Tongrube Rainstück, die in den Bergbauakten bereits ab 1858 erwähnt wird. Im Jahr 1951 förderten dort vier Bergleute von Hand sage und schreibe 1.874 Tonnen Ton pro Jahr. Der frühere Tagebau ist heute ein kleiner, von Vegetation umrahmter See, ein stilles Naturdenkmal, das kaum ahnen lässt, wie laut es hier einmal war.




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Kurz hinter Caan liegt das zweite geologische Highlight der Runde: der Pfahlberg-Vulkan, der mit 346 Metern den höchsten Punkt des gesamten Rundwanderweges markiert. Der weithin sichtbare Kegel hat eine feurige Entstehungsgeschichte, die vor etwas mehr als fünf Millionen Jahren begann, als aus einem Vulkanschlot Lava und vulkanische Schlacke ausgeworfen wurden. Die Lava floss nach Südwesten und überdeckte ältere Ton- und Kiesablagerungen aus der Tertiärzeit. Was heute als runder, bewaldeter Hügel aussieht, ist in Wirklichkeit ein Härtling, ein Bergkegel, der der Erosion der Eiszeit widerstand, während die umgebende Landschaft abgetragen wurde. An seinem südlichen Fuß haben Forscher sogar Bimsablagerungen des berühmten Laacher-See-Vulkans gefunden, ein geologisches Gastspiel aus der Eifel, gerade einmal 13.000 Jahre alt. Eine GeoTop-Tafel am Pfahlberg erklärt diese Geschichte verständlich für alle, die nicht Geologie studiert haben.

(Foto: Andreas Pacek | Westerwald Touristik Service)

Den kraftvollsten Abschluss setzt die Caaner Schweiz, die der Route ihren zweiten Namen gegeben hat. Hoch über dem Saynbachtal, zwischen den Orten Caan und Isenburg, erheben sich schroffe Felsklippen aus Tonschiefer, Sandstein und quarzitischen Sandsteinen, Gesteine, die vor rund 400 Millionen Jahren als Schlamm- und Sandablagerungen im Devonmeer entstanden, durch Druck verfestigt, zu einem Gebirge aufgefaltet und seither wieder abgetragen wurden. Der markante Felssporn der Caaner Schweiz bildete für den Saynbach ein Hindernis, das dieser bis heute in einer engen Flussschleife umgeht. Auf der Nordseite des Sporns wurde einst im Bergwerk Dachschiefer abgebaut, die Stollenmundlöcher sind in den Hängen noch sichtbar. Die Pfade hier sind schmal, felsig, mitunter nur 20 Zentimeter breit, und führen an Stellen entlang, die einen tiefen Blick ins Sayntal freigeben. Schwindelfreiheit und festes Schuhwerk sind keine leere Empfehlung, sondern Grundvoraussetzung. Wer ihn nicht gehen möchte, kann an der Grillhütte Caan eine gelb markierte Abkürzung nehmen. Wer ihn geht, wird mit dem schönsten Wegabschnitt der gesamten Runde belohnt: Schroffe Felsen, enge Trittpfade, Moos und Ausblicke wechseln sich in rascher Folge ab. Ein Abschnitt, der im Westerwald wirklich seinesgleichen sucht.

Vom Aussichtspunkt der Caaner Schweiz führt ein breiter Haubergsweg zurück nach Nauort, wo der Geoblick am Ortsrand einen letzten weiten Blick in den Westerwald freigibt, bevor die Runde am Sportplatz endet. Wie bereits geschrieben sind Schwindelfreiheit und feste Schuhe ein Muss, da die Strecke teilweise schmal und felsig ist. Wer dies nicht möchte, kann den gelben Hinweisen und somit einer Alternativroute folgen. Auch ausreichend Verpflegung sollte unbedingt eingepackt werden, damit man sich Zeit lassen und auch die eine oder andere Pause machen kann.

Tour-Informationen

Art: Rundweg
Schwierigkeit: mittel (Caaner Schweiz: anspruchsvoll, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich)
Strecke: 13,2 km
Dauer: rund 4 Stunden
Aufstieg: etwa 380 Höhenmeter
Abstieg: etwa 380 Höhenmeter
Beschilderung: Ja, grünes Zeichen "GEOROUTE" auf weißem Spiegel
Beschaffenheit: Naturwege, Pfade, Asphalt, Schotterweg
Familiengeeignet: bedingt (Caaner Schweiz nicht für Kinder und unsichere Wanderer geeignet; Alternativpfad (gelb) vorhanden)
Besonderheiten: Wäller Tour
Highlights: Teufelsberg mit Tiefblick ins Brexbachtal, Waldsee, Brexbachschlucht (Felsformationen), Pfahlberg-Vulkan (5 Mio. Jahre alt), Tongrube Rainstück mit See, Caaner Schweiz (fast alpiner Felspfad, 400 Mio. Jahre alte Devongesteine), GeoBlick Nauort, GeoTop-Tafeln
Startpunkt: Parkplatz am Sportplatz, Sportplatz, 56237 Nauort
Zielpunkt: wie Startpunkt

Hinweis: Öffnungszeiten, Preise oder Fahrpläne bitte tagesaktuell prüfen!

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