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Pressemitteilung vom 27.05.2026    

Rassismuskritik in Bad Marienberg: Professor Fereidooni fordert klare Haltung

Im Evangelischen Gymnasium Bad Marienberg hielt der Rassismusexperte Professor Dr. Karim Fereidooni einen aufrüttelnden Vortrag. Er thematisierte die alltäglichen Erscheinungsformen von Rassismus und forderte die Zuhörer dazu auf, aktiv Stellung zu beziehen.

Professor Dr. Karim Fereidoonis Vortrag zum Thema Rassismus in Bad Marienberg (Fotos: Peter Bongard)

Bad Marienberg. Wie tief ist Rassismus in unserer Gesellschaft verankert? Diese Frage stellte Professor Dr. Karim Fereidooni während seines Vortrags "Rassismuskritik: Was muss ich wissen?" im Evangelischen Gymnasium Bad Marienberg. Rund 70 Gäste, darunter viele Lehrkräfte und Schüler, nahmen an dieser intensiven Veranstaltung teil. Schulleiter Dirk Weigand betonte in seiner Begrüßung, dass es kein Abend des distanzierten Rückblicks auf vergangene Zeiten sei. "Rassismus wird von uns eher in der Politikgeschichte verortet. Aber er hat nach wie vor viel mit unserem Alltag zu tun", sagte Weigand.

Professor Fereidooni sprach über Alltagsrassismus und die Notwendigkeit, nicht nur andere, sondern auch sich selbst zu hinterfragen. Der Experte widerlegte die weit verbreitete Meinung, dass es menschliche Rassen gebe, und erklärte stattdessen das Konzept der "Rassifizierung". Diese basiert auf jahrhundertealten Theorien und ist auch heute noch präsent, besonders in Bezug auf Hautfarben. Fereidooni erläuterte zudem den Neo- oder Kulturrassismus, bei dem Kulturen als höher- oder minderwertig angesehen werden. "Rassismus bildet und bringt uns Dinge bei. Schon im Kindesalter, in der Familie. Wir müssen Rassismus verlernen und Lebensrealitäten anerkennen, die nicht unsere sind", so Fereidooni.



Er appellierte an die Anwesenden, insbesondere an die Lehrkräfte, ihre Rolle ernst zu nehmen: "Sie repräsentieren den Staat, Sie dürfen nicht rassistisch sein!" Studien zeigten jedoch, dass rassistische Gedanken oft salonfähig seien. Pauschalisierungen, wie das Bild des "alten weißen Mannes", vertieften Gräben, erklärte er. Stattdessen forderte Fereidooni eine klare Positionierung im Sinne des Grundgesetzes. Praktische Maßnahmen könnten Antidiskriminierungsstellen an Schulen sein, begleitet von Experten und regelmäßiger Fortbildung. "Es geht um Prioritäten", betonte Fereidooni abschließend.

Der Abend wurde durch den Förderverein der Schule und die Evangelische Erwachsenenbildung im Evangelischen Dekanat Westerwald ermöglicht. (PM/Red)


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