Werbung

Pressemitteilung vom 13.05.2026    

Mikroskopierkurs in Hundsangen in den Osterferien zum Thema "Das Leben im Moos"

Vom 9. bis zum 11. April 2026 wurde in den Räumen der Grundschule Wallmerod das erste Ferien-Forschungsseminar durchgeführt: Acht NAJU-Kinder haben während dieser drei Tage mit Freude, Enthusiasmus und Neugierde den Lebensraum Moos erforscht.

Eifrig waren die NAJUkids auf der Suche nach dem verborgenen Leben im Moos. (Foto: Carmen und Peter Ahrens)

Wallmerod. Ziel des Seminars war einerseits, Werkzeuge wie die Einschlaglupe, das Binokular, das Mikroskop und die Bestimmungs-App "Flora incognita" zu nutzen - andererseits sollte aber auch der Lebensraum "Moos" erkundet werden. Aus den dabei entstandenen Fotos und den gewonnenen Erkenntnissen soll im Anschluss auch eine kleine Broschüre über Moose und die im Biotop "Moos" lebenden Tiere entstehen.

Da Moos ein ziemlich unbekannter Lebensraum ist, musste zunächst viel Neues gelernt werden. Nach kurzer Zeit wurden Frauenhaar, Kegel-, Schlaf-, Besen- und Tamarisken-Thujamoos sicher erkannt. Auch der Aufbau eines Moospflänzchens mit all seinen Besonderheiten – Moose bekommen Nahrung und Wasser aus der Luft, ihre "Würzelchen" sind keine Wurzeln, sondern nur Halteorgane und sie können eintrocknen - und werden wieder richtig lebendig, wenn sie mit Wasser in Kontakt kommen. Diese Eigenschaften haben sich Moose seit ihrer Entstehung vor circa 400 Millionen Jahre bewahrt. Solange sind sie nahezu unverändert auf der Erde – sie sind also lebende Fossilien.

Ähnlich ist es mit den Lebewesen im Moos. Auch diese können eintrocknen, so Jahre überdauern und beim Kontakt mit Wasser wieder lebendig werden. Wahre Superhelden aber sind die Bärtierchen: winzig kleine, nur mit Lupe und Mikroskop sichtbare, 8-beinige kleine "Bären". Sie sehen zwar aus wie Bären, sind aber in Wirklichkeit eher mit Spinnentieren und Insekten verwandt. Sie können Dauerformen – sogenannte Tönnchen – bilden, die dann Temperaturen von minus 273 Grad Celsius (das ist die größte Kälte, die es auf der Welt überhaupt gibt) aushalten. Sie überleben kochendes Wasser und sind unglaublich unempfindlich gegen für uns Menschen tödliche Strahlung. Bärtierchen wurden bereits im Weltraum ausgesetzt und haben diese Bedingungen ohne Schutz überlebt! Ein Mensch ohne Raumanzug wäre im Weltraum schon nach zwei Minuten tot. Aber auch viele andere Lebewesen im Moos sind, wie die Bärtierchen, ebenfalls "Urtiere". So die seltsamen Springschwänze oder auch die Hornmilben. Sie leben ebenfalls seit 400 Millionen Jahren nahezu unverändert auf der Erde. Sie sind viel länger Erdbewohner als die Saurier, die vor 200 Millionen Jahre gelebt haben und die schon seit 60 Millionen Jahren ausgestorben sind (Größe ist nicht immer gut!).




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Sachbearbeiter (m/w/d) Organisation und Verwaltung

Verbandsgemeindeverwaltung Altenkirchen-Flammersfeld
57610 Altenkirchen (Westerwald)

Pädagogische Fachkraft (m/w/d) für die Tagesförderstätte

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Koch/Köchin (m/w/d) Großküche

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Bildungsbegleitung (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57610 Altenkirchen

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Die NAJU-Kinder haben zunächst auf einer Waldexkursion Moose gesammelt und bestimmt. Anschließend wurden die Moosproben aufgearbeitet und die Tierchen im Moos durch Filtration angereichert. Dann wurde mit Binokular und Mikroskop stundenlang gesucht. Gefunden haben wir viele Rädertiere, Fadenwürmer, Wimperntierchen und drei lebende Bärtierchen. Außerdem wurden zwei Tönnchen (= Überdauerungsform der Bärtierchen) gefunden, bei denen wir den Vorgang der Kryptobiose (= verborgenes Leben, todesähnlicher Zustand) bis hin zum Erwachen nach Wasserzugabe beobachten konnten. Einige andere Bärtierchen waren fast unbeweglich und wenig aktiv – sie hatten die Bildung eines Tönnchens gerade eingeleitet.

Das alles war viel spannender als ein Krimi im Fernsehen. Soweit es möglich war, wurde alles dokumentiert und fotografiert. Das Forschungslabor hatte eine Station mit Mikroskopkamera, deren Bild auf ein Whiteboard übertragen wurde, sodass interessante Objekte von allen gleichzeitig beobachtet werden konnten. Eine weitere Fotostation, bei der je ein Smartphone auf ein Mikroskop und ein Binokular montiert war, konnte von allen Jungforschern zur Dokumentation genutzt werden. Für die ausgiebigen Beobachtungen der Präparate hatte jeder ein Mikroskop und ein Binokular zu Verfügung. Dem Forscherdrang waren also keine technischen Grenzen gesetzt. Zwischendurch gab es jedoch natürlich auch viele Essens- und Spielpausen. Highlight der Spielpausen war das Evolutionsspiel. Die Erwachsenen, mit etwas längerer Reaktionszeit, mussten allerdings meist auf der Entwicklungsstufe einer Amöbe stehenbleiben. Auch de drei Mittagessen waren durchweg auch ziemlich lecker. Schokoküsse zum Nachtisch waren allerdings deutlich beliebter als gesunder Zimtreis. Dafür fanden die gebackenen Honigbananen reißenden Absatz.

Insgesamt waren es drei spannende und interessante Tage. Die fotografische Ausbeute sowie die entstandenen Zeichnungen und die anschaulichen Mooswelt-Dioramen sind beeindruckend. Nächster Schritt ist jetzt die Produktion der Broschüre "Moose und ihre Bewohner – Bärtierchen und andere Lebewesen einer unbekannten Welt". Alle Teilnehmer freuen sich schon auf dieses schöne Fotobuch. (PM)



Mehr dazu:   Veranstaltungsrückblicke  
Lokales: Wallmerod & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Brand in Höhr-Grenzhausen: Einsatzkräfte vor Ort

In Höhr-Grenzhausen sind derzeit zahlreiche Einsatzkräfte aktiv. Ein Brand in der Westerwaldstraße sorgt ...

Nachtfahrten sicher planen: ACV gibt Tipps gegen Müdigkeit am Steuer

Viele Autofahrer verlegen ihre Urlaubsfahrt in die Abend- oder Nachtstunden, um Staus und Hitze zu vermeiden. ...

Einbruch in Seniorenzentrum in Langenbach bei Kirburg

In Langenbach bei Kirburg ereignete sich ein Einbruch in ein Seniorenzentrum. Die Täter verschafften ...

Heartbeat-Konzert in Hachenburg sammelt 2.200 Euro für guten Zweck

Mehr als 1.500 Besucher haben auf dem Alten Markt in Hachenburg Musik und soziales Engagement verbunden. ...

Das Wunschkonzert der "@coustics" in Betzdorf ließ keine Wünsche offen

Die Parkanlage an der Betzdorfer Stadthalle verwandelte sich in eine restlos ausausverkaufte Arena der ...

Lagerfeuer entfacht Brand in Oberrod

In den frühen Morgenstunden des Sonntags (19. Juli 2026) kam es in Oberrod zu einem Brand, der durch ...

Weitere Artikel


Ein Abend voller Geheimnisse: Volker Kutscher und Kat Menschik in Westerburg

Am Mittwoch, 13. Mai, erwartet die Besucher der Stadthalle Westerburg ein literarischer Abend. Der Bestsellerautor ...

Kontrolltag der Verkehrsdirektion Koblenz auf Autobahnen und Bundesstraßen

Die Verkehrsdirektion Koblenz hat am Dienstag (12. Mai) einen großangelegten Kontrolltag auf mehreren ...

Sachbeschädigung an Wäschereifahrzeugen in Hachenburg

In Hachenburg wurden in der Nacht vom 12. auf den 13. Mai zwei Fahrzeuge eines Wäschereibetriebes Ziel ...

Christoph Gensch übernimmt Führung der CDU-Fraktion in Rheinland-Pfalz

Die CDU-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz hat einen neuen Fraktionschef gewählt. Der 47-jährige Christoph ...

Hans Ruppert ist Träger des Kulturpreises der Verbandsgemeinde Bad Marienberg 2026

Bereits seit 2009 prägt der Jubilar mit seiner Konzertreihe "Jazz we can" das Kulturleben in Bad Marienberg ...

Druidensteig liegt im Rennen um den Titel Deutschlands schönster Wanderweg 2026 weit vorne

Der Druidensteig im Westerwald hat sich einen Spitzenplatz unter Deutschlands schönsten Wanderwegen erkämpft. ...

Werbung