Pressemitteilung vom 12.05.2026 
Zehn Jahre WidiS: Inklusiver Schulsport in Rheinland-Pfalz etabliert
Seit zehn Jahren fördert das Fortbildungsprogramm "Wege in den inklusiven Schulsport" (WidiS) in Rheinland-Pfalz die Inklusion im Sportunterricht. Was als Antwort auf die UN-Behindertenrechtskonvention begann, hat sich zu einem anerkannten Modellprojekt entwickelt.
Rheinland-Pfalz. Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention im Jahr 2009 verpflichtete sich Deutschland, ein integratives Bildungssystem zu schaffen, das allen Kindern gleichberechtigte Teilhabe ermöglicht. Der Sportunterricht stellte dabei eine besondere Herausforderung dar: fehlende Barrierefreiheit und unzureichende Ressourcen waren nur einige der Probleme. Vor zehn Jahren startete Rheinland-Pfalz mit dem Fortbildungsprogramm "Wege in den inklusiven Schulsport" (WidiS), um diese Lücke zu schließen.
Ein Gemeinschaftsprojekt, das trägt
WidiS ist ein gemeinsames Projekt des Ministeriums für Bildung, der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), des Pädagogischen Landesinstituts (PL) und der Unfallkasse Rheinland-Pfalz (UK RLP). Seit Beginn nahmen über 1.000 Lehrkräfte an der Fortbildungsreihe teil, insbesondere aus der Primarstufe. Michael Kohlhaas, Teilnehmer einer der ersten Reihen, berichtet: "Die WidiS-Teilnahme war prägend für meine Arbeit als Sportlehrer."
Inklusion als Haltung, nicht als Zusatzaufgabe
Das Programm vermittelt, dass inklusiver Sportunterricht alle Schüler betrifft. "Ziel ist es, Vielfalt nicht nur zu akzeptieren, sondern aktiv zu nutzen", betonen die Verantwortlichen. Julian Mädrich von der UK RLP erklärt: "Der Sportunterricht eröffnet vielfältige Lern- und Erfahrungsräume." Frank Kühn vom PL ergänzt: "Bei der Umsetzung des WidiS-Modells sind Kreativität und Mut zu unkonventionellen Lösungen gefragt."
Ein lernendes System: Weiterentwicklung über zehn Jahre
WidiS wurde als lernendes System konzipiert, dessen Inhalte kontinuierlich reflektiert und weiterentwickelt werden. Meilensteine waren die Integration des Sportförderunterrichts und die Einführung von "WidiS plus". Die Verantwortlichen sehen Inklusion heute als Qualitätsmerkmal guten Unterrichts. Ihre Vision ist ein Schulsport, in dem Vielfalt als selbstverständlicher Ausgangspunkt pädagogischen Handelns gilt. (PM/Red)
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