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Pressemitteilung vom 12.05.2026    

Naturschutzinitiative kritisiert Raumordnungsplan Mittelrhein-Westerwald

Der Entwurf des Regionalen Raumordnungsplans für den Mittelrhein-Westerwald sorgt für Diskussionen. Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) äußert Kritik an den geplanten Windkraftvorranggebieten. Sie sieht erhebliche Konflikte mit dem Naturschutz.

Wälder im Westerwald (Foto: Günter Hahn/NI)

Region. Der Entwurf des Raumordnungsplans Mittelrhein-Westerwald soll die Energiewende beschleunigen, indem er spezielle Beschleunigungsgebiete für Windenergie ausweist. Diese sollen laut deutschem Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG) zu einem geringeren Konfliktpotenzial mit der Umwelt führen, sofern keine erheblichen Umweltschäden erwartet werden. Doch die Naturschutzinitiative e.V. (NI) ist skeptisch. "Im Vergleich zur 1. Offenlage in 2024 wurde die Flächenkulisse zwar verkleinert. Dennoch sehen wir bei fast allen verbleibenden Flächen erhebliche Konflikte für Natur und Lebensräume", erklärt Harry Neumann, Landesvorsitzender der NI.

Die NI betont, dass im Planungsraum keine Gebiete existieren, die den Anforderungen der europäischen RED III-Richtlinie genügen. Auch seien die Gesetzesverschärfungen der ehemaligen Ampelkoalition aus Sicht der Naturschützer unverantwortlich. Die Regierung Merz habe daran nichts geändert und setze den Kurs fort. Eine eingehende artenschutzrechtliche Prüfung sei daher unerlässlich, bevor Windindustrieanlagen errichtet werden dürfen.



Der Regionalplan wird von der NI als wirkungslos kritisiert. "Dieser Regionalplan hat aufgrund fehlender Verbindlichkeit keinerlei Steuerungswirkung", sagt Dipl.-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI. Große Windparkprojekte, wie jene an der A3 in der Region Dierdorf, im Westerwälder Vogelschutzgebiet bei Bellingen oder im Wildenburger Land im Kreis Altenkirchen stünden trotz ökologischer Bedenken weiterhin auf der Agenda. Die Möglichkeit der Kommunen, über ihre Flächennutzungsplanung eigenständig zu entscheiden, führe die Raumordnung ins Absurde. (PM/Red)

Die Naturschutzinitiative fordert eine Kurskorrektur der Energiewende, um das Gleichgewicht von Natur und Landschaft zu bewahren. "Der damit einhergehende Verlust an Resilienz unserer Natur und Lebensräume wird das größte Zukunftsproblem werden, wenn man jetzt keine Kurskorrektur vornimmt", warnen Harry Neumann und Immo Vollmer. (PM/Red)


Mehr dazu:   Naturschutz   Umwelt & Gesundheit  
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