Werbung

Pressemitteilung vom 09.05.2026    

Naturschutzinitiative aus Quirnbach kritisiert Solarprojekt im Nahetal

Im malerischen Nahetal bei Staudernheim sorgt ein geplantes Solargebiet für Diskussionen. Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) kritisiert das Vorhaben scharf und warnt vor erheblichen Eingriffen in die geschützte Kulturlandschaft.

Foto: Dr. Michael Altmoos

Quirnbach/Staudernheim. "Ausgerechnet in der landesweit bedeutsamen geschützten Kulturlandschaft des Nahetals bei Staudernheim, im Naturpark und im landesweiten Biotopverbund, wird ein circa 15 Hektar großes Solargebiet geplant. Dieses würde einen Gutteil des freien Plateaus zwischen Leinenborn und Staudernheim direkt oberhalb angrenzend an den berühmten Orchideenhang einnehmen. Die Naturschutzinitiative e.V. (NI) kritisiert daher die Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplanes", so Harry Neumann, Landesvorsitzender der NI.

Eine behauptete Bündelung an die bestehende Eisenbahn, die zur Ermöglichung der Planung führe, sei gar nicht gegeben. "Es liegen hochwertige große Lebensräume zwischen der landschaftseingepassten Eisenbahnlinie im Tal und dem Plateau, welches ein altes Agrarökosystem mit vielen Kontaktbiotopen ist. "Allerwelts-Kleinhabitate" in Solargebieten wie Blühstreifen und Grünland zwischen den Modulen können den Verlust der originären Offenlandarten, der landschaftstypischen Biotope nicht kompensieren", betonte Harry Neumann, Landesvorsitzender der NI.

Großer Landschaftsschaden
Den "schweren Landschaftsschaden" hebt auch Dr. Michael Altmoos hervor, wissenschaftlicher Beirat der NI und Leiter des Museums für Naturschutz in Staudernheim: "Aussagen, man sähe das Plateau von der Talsohle nicht, also wäre es nicht schlimm, sind absurd. Denn sehr wohl prägt das weiträumig die Landschaft. Es bestehen dominante Sichtachsen zwischen dem Plateau und dem nur 1,5 Kilometer entfernten mystischen Disibodenberg. Eine Weltklasse-Landschaft würde industriell verspiegelt", so Michael Altmoos. Es gehe auch um Lebensqualität und Tourismus in einem weltweit bedeutenden Ensemble.

Solarindustriegebiete sprießen aus dem Boden
Mit weitem Blick sei zu erkennen, dass auch in dieser Region schon viele Solarindustriegebiete aus dem Boden sprießen. Es drohe jetzt eine weitere Zersiedelung, obwohl schon jetzt Übermaß vorhanden sei, so die NI. Bestehende Anlagen müssten oft abgeregelt werden, Speicher- und Netzkonzepte hinkten hinterher. Die Energiewende hänge sicher nicht an zusätzlichen Solargebieten an falschen Stellen.




Stellenanzeigen | WesterwaldJobs

Fachkraft Wohnstätte Einzelfallhilfe (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Meister/Techniker/Obermonteur für Elektrotechnik (m/w/d)

Alhäuser + König Ingenieurbüro GmbH
57627 Hachenburg

Gruppenleitung (m/w/d) in der Landschaftspflege

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Gruppenleitung Wohnstätte (m/w/d)

Lebenshilfe im Landkreis Altenkirchen GmbH
57632 Flammersfeld

Mehr Westerwald Jobs entdecken    |    ⇒ Stellenanzeige schalten


Verlockende Pachteinnahmen
Motiviert werde das Solarindustriegebiet vor allem durch verlockende Pachteinnahmen. "Für alles Geld dieser Erde darf kein Flächenbesitzer und keine Kommune ihre naturverbundene, viel wertvollere Lebensgrundlage hergeben, schon gar nicht an ökologisch sensiblen Stellen", so Michael Altmoos und Harry Neumann. Klamme Kassen müssten anders ausgeglichen werden, zum Beispiel durch ohnehin notwendige Strukturreformen, aber niemals durch eine derartige Zerstörung, so die Naturschutzinitiative e.V. (NI).

Standorte ökologisch nicht zu verantworten
Einnahmewünsche seien wohl auch beim "10-Hektar-Freiflächen-Solarprojekt" beim Lauschied-Hühnerhof dominant. Denn der dortige Standort sei laut der NI ebenso wie bei Staudernheim ökologisch besonders fraglich. Direkt am europaweit bedeutenden FFH- und Vogelschutzgebiet, von drei Seiten eingerahmt von Wald, werde abseits von Infrastruktur ein wichtiger Großlebensraum beeinträchtigt. Solche "maßlosen Planungen" seien nicht akzeptabel, so die NI.

Die Naturschutzinitiative hoffe angesichts dieser offenen Planungen noch auf eine Umkehr: "Für Vernunft darf es nie zu spät sein. Natur und Menschen gleichermaßen sind es wert, dass man "Weltklasse-Landschaft" und wertvolle Lebensräume würdigt, nicht aber zustellt", betont die NI. (PM/Red)


Mehr dazu:   Naturschutz  
Lokales: Selters & Umgebung
Feedback: Hinweise an die Redaktion

WW-Kurier Newsletter: Immer bestens informiert

Täglich um 20 Uhr kostenlos die aktuellsten Nachrichten, Veranstaltungen und Stellenangebote der Region bequem ins Postfach.

Anmeldung zum WW-Kurier Newsletter


Mit unserem kostenlosen Newsletter erhalten Sie täglich einen Überblick über die aktuellen Nachrichten aus dem Westerwaldkreis.

» zur Anmeldung



Aktuelle Artikel aus Region


Unfall auf A3 bei Dernbach: Pkw überschlägt sich, Stau Richtung Frankfurt

Ein Unfall auf der A3 in Richtung Frankfurt sorgte am Mittag für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Ein ...

Unterstützung in Vallendar: Hilfe für Angehörige von Menschen mit Hirnschädigung

Am 13. Mai bietet die BDH-Klinik Vallendar gemeinsam mit der Inklusa gGmbH ein besonderes Treffen an. ...

Sicherheitslücke Passwort: Die Verbraucherzentrale RLP klärt auf

Unsichere Passwörter sind oft das Einfallstor für Hacker. Das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale ...

Girls’ Day 2026: Mädchen entdecken den Wald im Forstamt Hachenburg

Am 23. April 2026 erlebten 15 Mädchen im Alter von zwölf bis 17 Jahren einen besonderen Tag im Forstamt ...

Eisheilige unter der Lupe: Sind sie nur ein Relikt vergangener Zeiten?

Jedes Jahr im Mai stellt sich die Frage, ob die sogenannten "Eisheiligen" tatsächlich für plötzliche ...

Stefan Thoma übernimmt Führung der FDP Rheinland-Pfalz

Nach einem deutlichen Rückschlag bei der letzten Landtagswahl hat die FDP in Rheinland-Pfalz einen neuen ...

Weitere Artikel


Unfall auf A3 bei Dernbach: Pkw überschlägt sich, Stau Richtung Frankfurt

Ein Unfall auf der A3 in Richtung Frankfurt sorgte am Mittag für erhebliche Verkehrsbehinderungen. Ein ...

HwK Koblenz: Duales Studium im Handwerk als Chance für Betriebe

Die Hochschule Koblenz und die Handwerkskammer Koblenz arbeiten zusammen, um ein duales Studienformat ...

Unterstützung in Vallendar: Hilfe für Angehörige von Menschen mit Hirnschädigung

Am 13. Mai bietet die BDH-Klinik Vallendar gemeinsam mit der Inklusa gGmbH ein besonderes Treffen an. ...

Neues IT-Weiterbildungssystem: IHK Akademie Koblenz bietet Orientierung

Seit dem 1. November 2024 gilt in Deutschland ein vollständig neu strukturiertes IT-Weiterbildungssystem. ...

Grünen in Rheinland-Pfalz wählen neue Doppelspitze

Die rheinland-pfälzischen Grünen haben auf ihrem Parteitag in Idar-Oberstein eine neue Führung gewählt. ...

Werbung