Neue vegane Metzgereien in Rheinland-Pfalz: Fleischloser Genuss im Fokus
Neue Läden bieten ein Einkaufserlebnis, das an traditionelle Metzgereien erinnert - jedoch ohne tierische Produkte. Die Eröffnung dieser veganen "Fleischereien" richtet sich an Menschen, die den Geschmack von Wurst und Fleisch schätzen, aber auf tierische Bestandteile verzichten möchten.
Mainz. Wurst, Schnitzel, Gulasch - diese Produkte sehen aus wie beim Metzger, sind aber rein pflanzlich. Professorin Antje Risius von der Hochschule Fulda betont die Bedeutung von Fleischersatzprodukten für Tierwohl und Nachhaltigkeit, während sie gleichzeitig traditionelles Essverhalten ermöglichen. Ersatzprodukte könnten helfen, sich mehr in Richtung pflanzenbasierter Ernährung zu bewegen, was vielen Verbrauchern wichtig sei.
Veganer, Vegetarier und Flexitarier - bei diesen unterschiedlichen Ernährungsweisen kann man schnell den Überblick verlieren. Vegetarier verzichten auf Fleisch, häufig aus ethischen Überlegungen. Sie sind gegen das Töten von Tieren und deren nicht artgerechte Haltung. Andere entscheiden sich aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen für diese Lebensweise. Flexitarier hingegen sind Gelegenheitsvegetarier. Sie legen Wert auf gesunde Ernährung, verzichten aber nicht grundsätzlich auf Fleisch oder Fisch. Veganer leben komplett ohne tierische Produkte. Diese Entscheidung betrifft nicht nur ihre Ernährung, sondern auch ihre Kleidung - Leder oder Wolle kommen für sie nicht infrage.
Laut Statistischem Bundesamt hat sich die Produktion pflanzlicher Ersatzprodukte in Deutschland zwischen 2019 und 2024 verdoppelt, obwohl das Wachstum zuletzt langsamer wurde. Rund 1,5 Kilogramm Fleischersatzprodukte wurden pro Kopf im Jahr 2024 produziert, während die Fleischproduktion wertmäßig 70 Mal größer war. Vegane Läden stehen vor Herausforderungen: In Frankfurt mussten einige Cafés und Lokale schließen, doch andere konnten sich behaupten.
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Die Basis von Fleischersatzprodukten sind häufig Erbsen, Weizen und Soja, ergänzt durch Gewürze, Bindemittel, Öle, Fette sowie Aromen und Farbstoffe. Professorin Risius weist darauf hin, dass sowohl bei tierischen als auch pflanzlichen Produkten Zusätze verwendet werden. Sie empfiehlt eine pflanzenbasierte Ernährung mit vielfältigen Gemüsesorten, Getreiden und Hülsenfrüchten.
Ein EU-Vorstoß, Begriffe wie "Veggie-Burger" und "Tofu-Wurst" zu untersagen, scheiterte im März. Andere Bezeichnungen, die auf Tier- oder Fleischarten verweisen, sollen jedoch künftig verboten werden. Der Kompromiss muss noch vom Europaparlament und den europäischen Staaten formal angenommen werden. (dpa/bearbeitet durch Red)
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