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Pressemitteilung vom 27.04.2026    

Naturschutzinitiative sieht Wasservogelbrut und Amphibienpopulation am Dreifelder Weiher gefährdet

Der Dreifelder Weiher, ein Naturschutzgebiet in der Westerwälder Seenplatte, steht erneut im Fokus der Kritik. Bereits seit mehreren Jahren ist der Bruterfolg der Wasservögel stark beeinträchtigt. Die Ursachen sind vielfältig und haben auch Folgen für die Amphibienpopulation.

Dreifelder Weiher ohne Einstau (Fotos: Harry Neumann/NI)

Dreifelder Weiher. Der Dreifelder Weiher wurde 2023 von der Oberen Wasserbehörde der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord) aus Hochwasserschutzgründen abgesenkt, was zu einem fast vollständigen Ausfall der Wasservogelbruten führte. Auch 2026 bleibt das Gewässer wegen Verzögerungen bei der Sanierung des Ablassbauwerks trocken. Ursprünglich sollte es Ende Januar wieder aufgefüllt sein.

"Im letzten Jahr 2025 kam es ebenfalls zu Wasserstandsabsenkungen während der Brutzeit, die sich negativ auf das Brutgeschehen in der Röhrichtzone auswirkten", erklärt Immo Vollmer, Naturschutzreferent der Naturschutzinitiative e.V. (NI). Die Ornithologen Antonius Kunz und Wolfgang Burens dokumentieren seit Jahren den Rückgang erfolgreicher Bruten im gesamten Schutzgebiet. Neben wasserwirtschaftlichen Problemen identifizierte die Universität Koblenz eine hohe Dichte an Beutegreifern wie Waschbären als weiteren Faktor.

Die anderen Weiher der Westerwälder Seenplatte können den Verlust des Dreifelder Weihers nicht kompensieren, da auch hier der Bruterfolg schlecht ist. Besonders der Rothals- und Schwarzhalstaucher meiden zunehmend das Gebiet. Arten wie Haubentaucher, Blässhuhn oder Höckerschwan zeigen ebenfalls geringe Bruterfolge. "Wenn dann auch noch die Stauhaltung keine Rücksicht auf brütende Wasservögel nimmt, ist der Schaden komplett", so Wolfgang Burens.




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Amphibienpopulation ebenfalls betroffen
Die Absenkung 2023 hatte aber nicht nur Einfluss auf die Wasservogelbrut, auch Amphibien waren und sind immer noch betroffen. Die Erdkrötenpopulation, einst auf etwa 6000 Tiere geschätzt, ist seit der Absenkung 2023 stark zurückgegangen. Maßnahmen wie das Ausheben kleiner Gewässer in Gräben erwiesen sich als unzureichend.

SGD Nord wird zum Handeln aufgefordert
Die NI fordert die SGD Nord auf, schnell geeignete Maßnahmen umzusetzen, um den Erhaltungszustand der Arten zu sichern. "Die laufenden Arbeiten müssen umgehend abgeschlossen werden. Nacharbeiten sollten außerhalb kritischer Zeiten stattfinden", betonen Harry Neumann und Immo Vollmer. Sie fordern zudem eine transparente Schadensaufnahme und die Beteiligung aller relevanten Naturschutzverbände.

Angesichts häufiger Bauverzögerungen bei öffentlichen Projekten verlangt die NI Vorsorgemaßnahmen zum Schutz laichender Amphibien. Alternative Kleingewässer sollten geplant, genehmigt und bei Bedarf rasch umgesetzt werden können. (PM/Red)


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