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Pressemitteilung vom 25.04.2026    

40 Jahre nach Tschernobyl: Belastung bei Wild nimmt weiter ab

Vier Jahrzehnte nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl sind die Folgen noch messbar. Besonders Wildschweine und Pilze standen lange im Fokus. Aktuelle Auswertungen zeigen jedoch eine deutliche Entwicklung bei der Belastung.

Wildschwein. (Foto: Fredrik von Erichsen/dpa)

Mainz. Auch 40 Jahre nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl sind dessen Auswirkungen in Deutschland weiterhin nachweisbar. In Rheinland-Pfalz können insbesondere Wildschweinfleisch und Pilze aus Wäldern noch radioaktiv belastet sein, wie das Landesuntersuchungsamt mitteilt.

Nach aktuellen Auswertungen geht die Belastung jedoch zurück. Selbst ein häufiger Verzehr von Wildschweinfleisch wird inzwischen als unbedenklich bewertet. Grundlage sind umfangreiche Messdaten, die eine deutliche Entwicklung zeigen.

Kontrollen bei Wildfleisch
Jäger sind verpflichtet, bei der Vermarktung von Wildfleisch Eigenkontrollen durchzuführen. Ziel ist es, nur gesundheitlich unbedenkliche Produkte in den Handel zu bringen. Ergänzend überprüft die amtliche Lebensmittelüberwachung regelmäßig Proben aus Handel, Gastronomie und spezialisierten Metzgereien.

In den vergangenen zwei Jahren wurden laut Landesuntersuchungsamt 105 Proben von Schwarzwildfleisch untersucht. Keine dieser Proben überschritt den gesetzlichen Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm.

Das Bundesverwaltungsamt unterstützt Jäger finanziell, wenn Wild aufgrund zu hoher Belastung nicht verkauft werden darf. Für das vergangene Jahr wurde lediglich ein betroffenes Tier registriert. Dafür wurde eine Erstattung von 204,52 Euro gezahlt. Zusätzlich entstanden einmalige Untersuchungskosten von 10,23 Euro.

Deutschlandweite Entwicklung
Deutschlandweit wurden für 2.927 Tiere Erstattungen gezahlt. Der größte Anteil entfiel auf Bayern mit 2.308 Tieren, gefolgt von Baden-Württemberg mit 491 Wildschweinen. Andere Wildarten waren nicht betroffen.

Diese Zahlen zeigen, dass die Problematik regional unterschiedlich ausgeprägt ist und insgesamt rückläufig erscheint.




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Untersuchungen bei Pilzen
Auch bei wild gesammelten Pilzen zeigen sich positive Entwicklungen. Zwischen 2022 und 2025 wurden in Rheinland-Pfalz insgesamt 70 Proben untersucht. Alle Messwerte lagen deutlich unter dem zulässigen Grenzwert.

Der Verzehr von Wildpilzen gilt daher grundsätzlich als unbedenklich, sofern er in moderaten Mengen erfolgt. Das Bundesumweltministerium empfiehlt, nicht mehr als 200 bis 250 Gramm frische Wildpilze pro Woche zu verzehren. Für Kinder gelten entsprechend geringere Mengen.

Ursachen der Belastung
Die radioaktive Belastung geht auf den Reaktorunfall am 26. April 1986 zurück. Damals breitete sich eine radioaktive Wolke über Europa aus. Die Intensität der Belastung hing stark von den jeweiligen Niederschlagsmengen ab.

Heute spielt vor allem das langlebige Cäsium-137 eine Rolle, dessen Halbwertszeit etwa 30 Jahre beträgt. Ein großer Teil dieses Stoffes ist bereits zerfallen, dennoch bleiben Spuren weiterhin nachweisbar.

Besonders betroffen sind Pilze und Wildschweine. Pilze nehmen das im Waldboden gebundene Cäsium auf. Über die Nahrungskette gelangt es anschließend in Wildschweine, die unter anderem Hirschtrüffel fressen. Diese Pilzart kann radioaktive Stoffe besonders stark anreichern.

Ausblick auf die Entwicklung
Die aktuellen Daten zeigen eine klare Tendenz zur Entlastung. Dennoch wird davon ausgegangen, dass die Auswirkungen des Reaktorunglücks auch in den kommenden Jahrzehnten messbar bleiben.

Die Kombination aus regelmäßigen Kontrollen und rückläufigen Werten trägt dazu bei, die Sicherheit von Lebensmitteln weiterhin zu gewährleisten. (PM/bearbeitet durch Red)


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