Dinosaurierfund in Rheinland-Pfalz: Ein Blick in die Urzeit
Ein außergewöhnlicher Fund in der Südeifel sorgt für Aufsehen: Forscher haben erstmals Überreste eines Dinosauriers in Rheinland-Pfalz entdeckt. Dieser sensationelle Fund bietet einen Einblick in die Erdgeschichte der Region.
Enzen. In der Südeifel sind Paläontologen auf ein Fossil gestoßen, das den ersten Nachweis eines Dinosauriers in Rheinland-Pfalz liefert. Laut der Paläontologin Lea Numberger-Thuy vom Dinosaurierpark Teufelsschlucht in Ernzen wurden in einer über 200 Millionen Jahre alten Gesteinsschicht drei Zähne, zwei Fußkrallen und ein Zehenknochen eines Raubsauriers gefunden. Diese Funde stammen von einem der ältesten Dinosaurier Deutschlands und wurden nahe der Irreler Wasserfälle entdeckt.
Im Herbst 2024 entdeckten die Forscher am Steilufer der Prüm eine lokal begrenzte Schicht voller Knochen und Zähne ausgestorbener Tiere, darunter die des sogenannten Eifel-Dinos. "Wir konnten nachweisen, dass die Reste zu einem mittelgroßen Raubsaurier gehören, aufgrund der Form der erhaltenen Zähne wahrscheinlich der Gattung Lophostropheus, die bis dato nur durch ein Teilskelett aus der Oberen Trias von Nordfrankreich bekannt war", erläuterte Numberger-Thuy. Der Fund wurde im März in der Fachzeitschrift "Neues Jahrbuch für Geologie und Paläontologie" wissenschaftlich beschrieben.
Der zweibeinige Lophostropheus, der etwa vier Meter lang war, konnte anhand fossiler Pollen und Sporen auf ein Alter von 203 Millionen Jahren datiert werden. Aus dieser Epoche sind weltweit nur wenige Dinosaurier bekannt.
Meilenstein und Glücksfall
Innenminister Michael Ebling (SPD) bezeichnete den Fund als "wissenschaftlichen Meilenstein". Er fügte hinzu: "Es ist faszinierend, dass bereits vor über 200 Millionen Jahren riesige Lebewesen den Boden des heutigen Rheinland-Pfalz bevölkert haben." Die Entdeckung sei zudem den Fluten und Starkregenereignissen der letzten Jahre zu verdanken, die seit der Hochwasserkatastrophe 2021 die Uferböschungen der Prüm verändert hätten.
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Nach einem Hangrutsch stießen die Forscher auf ein sogenanntes "Bonebed", eine Gesteinsschicht voller Fossilien. Sie bargen 300 Kilogramm per Hand, bevor ein weiterer Hangrutsch den Aufschluss zerstörte. Bei der Durchsicht der Fossilien fiel ihnen ein besonders großer Zahn auf. "Als ich die gezackte Schneidekante dieses Zahns bei der näheren Untersuchung sah, war mir sofort klar: Das ist etwas Besonderes", sagte Numberger-Thuy.
Bruno Zwank, Geschäftsführer der Felsenland Südeifel Tourismus GmbH und Leiter des Dinosaurierparks, nannte den Fund einen "unwahrscheinlichen Glücksfall".
Eifel-Dino lebensgroß nachgebaut
Seit einigen Jahren wird im Park aktiv Erdgeschichte erforscht. Eine Kooperation mit verschiedenen Institutionen ermöglicht die systematische Untersuchung der Fossilien in der Südeifel. Im August 2025 machte der Park mit dem Fund des bisher ältesten Flugsauriers Deutschlands Schlagzeilen.
Der Eifeler Raubsaurier ist nun als lebensechtes Modell im Dinosaurierpark zu sehen. An jedem letzten Sonntag des Monats werden die Original-Fossilien zu bestimmten Zeiten präsentiert. (dpa/bearbeitet durch Red)
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