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Pressemitteilung vom 21.04.2026    

Mehr als nur ein Summen: Warum Insekten mehr Aufmerksamkeit verdienen

Mit den ersten warmen Tagen kehrt auch das geschäftige Treiben in Gärten, an Hausfassaden und auf Balkonen zurück: Wespen, Bienen, Hummeln und Hornissen sind wieder unterwegs. Was bei einigen zunächst mit Vorsicht und hier und da auch mit einem unguten Gefühl in Verbindung gebracht wird, ist zugleich bedeutender Baustein für das ökologische Gleichgewicht.

Die Bienen leisten einen wichtigen Beitrag in unserem Ökosystem. (Foto: VG Hachenburg)

Hachenburg. Viele der heimischen Insektenarten, die auch in der Verbandsgemeinde Hachenburg vorkommen, stehen unter Artenschutz Dazu zählen insbesondere Wildbienen und Hummeln, aber auch Wespen und Hornissen. Letztere stehen sogar unter besonderem Schutz. Sie alle übernehmen zentrale Aufgaben in der Natur: Bestäubung, Schädlingsregulierung und die Stabilisierung von Lebensräumen. Ein Hornissenvolk etwa vertilgt täglich große Mengen anderer Insekten – unter anderem Wespen – und trägt so ganz selbstverständlich zur natürlichen Balance bei.

Jedoch werden gerade Hornissen aufgrund ihrer Größe oft missverstanden. Dabei sind sie deutlich friedfertiger als ihr Ruf vermuten lässt und meiden in der Regel die Nähe zum Menschen. Das morgendliche Marmeladenbrot ist für sie dabei so uninteressant wie der das Grillgut am Abend. Auch ihr Stich ist für gesunde Personen nicht gefährlicher als der einer Biene oder Wespe – lediglich intensiver spürbar.

Gelassen bleiben und bewusst handeln
Wer ein Nest am Haus oder im Garten entdeckt, kann mit einfachen Verhaltensweisen viel zur Entspannung der Situation beitragen:
ruhig bleiben und hektische Bewegungen vermeiden,
Nahrungsmittel im Freien abdecken,
Getränke verschließen oder Strohhalme nutzen,
Nester nicht eigenständig entfernen oder zerstören.



In den meisten Fällen lösen sich "Konflikte" ganz von selbst: Spätestens im Herbst sterben die Völker ab, und viele Nester werden im Folgejahr nicht erneut genutzt.

Fachliche Unterstützung statt Schnellschuss
Sollte es dennoch einmal eng werden – etwa bei Nestern in unmittelbarer Nähe zu Wohnbereichen und/oder bei vorhandenen Allergien – ist fachkundige Unterstützung der richtige Weg. Speziell geschulte Fachleute können beurteilen, ob und wie eine schonende Umsiedlung möglich ist. So bleibt der Schutz der Tiere gewahrt und gleichzeitig die Sicherheit der Bürger gewährleistet. Informationen und Beratung bietet die Untere Naturschutzbehörde telefonisch unter 02602-124213.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen
"Jedes Insekt erfüllt eine wichtige Aufgabe – auch wenn wir sie nicht immer auf den ersten Blick erkennen. Wer aufmerksam hinschaut und Rücksicht nimmt, leistet einen ganz konkreten Beitrag zum Erhalt unserer natürlichen Vielfalt", betont Nachhaltigkeitskoordinatorin Melissa Karthe. "Es geht nicht darum, Einschränkungen hinzunehmen, sondern darum, bewusst mit unserer Umwelt umzugehen und Lösungen zu finden, die Mensch und Natur gleichermaßen gerecht werden."

Die Verbandsgemeinde Hachenburg setzt sich aktiv für den Erhalt der biologischen Vielfalt ein und lädt alle Bürger ein, diesen Weg mitzugehen. Oft sind es kleine Gesten mit großer Wirkung: ein naturnaher Garten, das Stehenlassen von Blühpflanzen oder einfach ein Moment der Gelassenheit im Umgang mit unseren summenden Nachbarn. (PM)


Lokales: Hachenburg & Umgebung
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