Rheinland-Pfalz bereitet sich auf mögliche Blackouts vor
Die Sorge um einen flächendeckenden Stromausfall wächst. In Rheinland-Pfalz entwickeln Kommunen spezielle Konzepte, um im Krisenfall handlungsfähig zu bleiben. Dabei spielen Notfallmeldestellen eine zentrale Rolle.
Mainz. Wenn plötzlich der Strom ausfällt und nichts mehr funktioniert, sind rheinland-pfälzische Städte vorbereitet. Die Landeshauptstadt Mainz plant mit 39 mobilen und stationären Notfallmeldestellen, um sicherzustellen, dass alle Einwohnerinnen und Einwohner in einem Umkreis von maximal einem Kilometer einen Anlaufpunkt für Notrufe finden können - selbst wenn Telefon- und Mobilfunknetze ausfallen. Diese Standorte, darunter Feuerwehrgerätehäuser, Rettungswachen und Polizeidienststellen, sollen leicht erreichbar sein. "Unser Ziel ist es, die Erreichbarkeit von Hilfe auch unter schwierigen Bedingungen sicherzustellen", erklärt der Mainzer Oberbürgermeister Nino Haase.
Der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Stefan Behrendt betont, dass Notfallmeldestellen keine Versorgungsstellen sind: "Sie dienen nicht dazu, die Bevölkerung mit Strom oder anderen Ressourcen zu versorgen, sondern ausschließlich der Sicherstellung der Notrufabgabe." Auch in Kaiserslautern sind 33 Anlaufstellen geplant, darunter Feuerwehrgerätehäuser, die mit Notstromaggregaten ausgestattet werden sollen. Weitere sogenannte "Leuchtpunkte" sind in Planung.
In Koblenz gibt es elf Leuchtpunkte in Feuerwehrgerätehäusern und zwei Leuchttürme im Bürgeramt sowie im Bauberatungszentrum, wo zusätzlich Verwaltungsleistungen angeboten werden. Die Stadtverwaltung appelliert an die Eigenvorsorge der Bürgerinnen und Bürger und empfiehlt, Vorräte für 14 Tage anzulegen, darunter Getränke, haltbare Lebensmittel, Medikamente und Hygieneartikel.
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Auch Ludwigshafen plant zentrale Gebäude als Anlaufstellen, ausgestattet mit Notstromversorgung. Im Kreis Bernkastel-Wittlich werden Leuchttürme errichtet, die neben der Abgabe von Notrufen auch kleinere Dienstleistungen bieten. Bei einem Stromausfall von über 30 Minuten werden Feuerwehrgerätehäuser besetzt. Größere Hallen in Wittlich, Piesport und Morbach stehen als Anlaufstellen für vulnerable Gruppen bereit.
Am 26. September wird ein landesweiter Übungstag stattfinden, um den Aufbau und Betrieb dieser Hallen zu erproben. Das Szenario umfasst eine großflächige Unwetterlage kombiniert mit einem Stromausfall. Jörg Teusch, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur, betont, dass Konzepte für den Bevölkerungsschutz fortlaufend optimiert werden müssen.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz weist darauf hin, dass Deutschland zwar eines der sichersten Länder der Welt ist, aber dennoch Krisen auftreten können, die den Alltag stören. Extreme Wetterereignisse und Angriffe auf die Infrastruktur nehmen zu. "Selbst ein Krieg scheint nicht mehr so ausgeschlossen zu sein wie noch vor einigen Jahren." Deshalb sei Vorbereitung essenziell. (dpa/bearbeitet durch Red)
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