Tragödie in Runkel: Drei Tote nach Unfall in Lederfabrik
Ein schwerer Arbeitsunfall hat die naheliegende Kleinstadt Runkel hinter Limburg erschüttert. In einer traditionsreichen Lederfabrik kamen drei Menschen ums Leben, zwei weitere wurden lebensgefährlich verletzt. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
Runkel. Der tragische Vorfall in der Lederfabrik am Stadtrand von Runkel hat die Bewohner der 9.500-Einwohner-Stadt tief getroffen. Am Tag nach dem Unglück versammelten sich zahlreiche Angehörige und Freunde der Opfer vor Ort, um ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen.
Am Nachmittag rückte die Feuerwehr erneut aus, nachdem bei den polizeilichen Ermittlungsarbeiten ein unbestimmbarer Geruch festgestellt wurde. "Nach dem Vorfall gestern ist heute bei den Ermittlungsarbeiten der Polizei ein Geruch aufgetreten, dessen Herkunft wir nicht bestimmen können", erklärte Jörg Martin, Sprecher der Feuerwehr Runkel, der Deutschen Presse-Agentur. Um Gefahren auszuschließen, wurde das Gelände weiträumig abgesperrt und Messungen durchgeführt. "Die Messkomponente des Landkreises Limburg-Weilburg ist jetzt da und misst das Gelände frei, ob und wie schädlich der Stoff ist, ob er überhaupt schädlich ist", erläuterte Martin. Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, niemand sei beeinträchtigt worden.
Mann aus Montabaur in kritischem Zustand
Drei Arbeiter im Alter von 38, 58 und 59 Jahren verloren bei dem Unfall ihr Leben. Zwei weitere Personen, darunter ein Mitarbeiter der Fabrik und eine Person einer Kanal- und Rohrreinigungsfirma aus Montabaur in Rheinland-Pfalz, sind weiterhin in kritischem Zustand.
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Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Todesursache übernommen. Im Fokus stehen die Chemikalien in einer Grube der Fabrik. Ein Spezialist des Regierungspräsidiums Gießen, zuständig für Arbeitsschutz, traf am Morgen ein, um die Lage zu begutachten. Widersprüchliche Aussagen zum Arbeitsschutz müssen geklärt werden. "So ist noch völlig unklar, wer zuerst den betroffenen Schacht über eine Leiter betreten hatte", erklärte ein RP-Sprecher. Auch die genauen Umstände des Unglücks sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.
Kohlenmonoxid?
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) teilte mit, dass die Behörden von einer Kohlenmonoxidvergiftung ausgehen, die die Todesfälle verursacht haben könnte.
Nachbarn zeigen sich betroffen von dem Ereignis. Ein Paar, das in der Nähe wohnt, äußerte gegenüber der Presse seine Bestürzung. "Das ist furchtbar, dass so was passiert ist", sagte eine Anwohnerin.
Nach einem Trauergottesdienst sollen ab 19 Uhr am 17. April die Kirchenglocken in Runkel und Schadeck läuten, um der Opfer zu gedenken. "Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen sowie allen Einsatzkräften und Betroffenen dieses Ereignisses", schrieb Hachmann. Die Stadt wird ihre Fahnen auf Halbmast setzen. (dpa/bearbeitet durch Red)
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