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Pressemitteilung vom 17.04.2026    

Bebauungsplan für Windkraftpark: Bürgerinitiative kritisiert mangelnde Einbeziehung

In Helferskirchen sorgt die Entscheidung des Gemeinderats, einen Bebauungsplan für einen Windkraftpark zu beschließen, für Unmut. Besonders die Bürgerinitiative "Erhaltet unsere Natur und Wälder" äußert scharfe Kritik. Sie bemängelt vor allem den Umgang mit der Bürgerbeteiligung.

Symbolbild. (Quelle: Pixabay)

Helferskirchen. Der Gemeinderat von Helferskirchen hat in seiner öffentlichen Sitzung mehrheitlich die Aufstellung eines Bebauungsplans für einen Windkraftpark beschlossen. Dies geschah gegen die Stimme der Bürgermeisterin Anette Marciniak-Mielke und zwei weiterer Ratsmitglieder. Die Bürgerinitiative "Erhaltet unsere Natur und Wälder" zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung und kritisierte die mangelnde Einbindung der Bevölkerung.

Mit fast 40 Teilnehmern war die Bürgerinitiative stark vertreten, und der Sitzungssaal war vollständig gefüllt. Viele Bürger äußerten ihre Bedenken und lehnten das Projekt ab. Laut der Initiative seien im Vorfeld mehrfach Gespräche mit dem Gemeinderat angefragt worden, die jedoch abgelehnt worden seien. Erst nach der Beschlussfassung wurde eine mögliche Gesprächsbereitschaft thematisiert, was viele Anwesende als befremdlich empfanden. "Ein offener Dialog sollte vor einer Entscheidung stattfinden – nicht danach", so ein Sprecher der Initiative.

Keine Kritik auf Informationsveranstaltung erwünscht?
Der Gemeinderat verwies auf durchgeführte Informationsveranstaltungen in Helferskirchen und Wirges, bei denen ausführlich informiert worden sei. Die Bürgerinitiative betont jedoch, dass dort eine mehrheitlich kritische Haltung der Bevölkerung gegenüber dem Projekt sehr deutlich geworden sei. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Bedenken, insbesondere hinsichtlich der weitreichenden Beeinträchtigungen für die Betroffenen, habe aber dennoch nicht stattgefunden.

Besonders betroffene Anwohner hätten erhebliche Sorgen geäußert. Einige zogen für den Fall der Umsetzung des Projekts sogar einen Wegzug in Erwägung. "Diese Aussagen zeigen, wie tief die Verunsicherung bei den Menschen vor Ort ist", hieß es weiter.



Enttäuschung wurde auch darüber geäußert, dass normalerweise in Helferskirchen traditionell auf aktive Bürgerbeteiligung gesetzt werde, gerade in diesem umstrittenen Fall aber nicht. "Gerade hier hätten sich viele Bürger eine frühzeitige und ernsthafte Beteiligung gewünscht", erklärte die Initiative.

Initiative will Verpachtung der Flächen verhindern
Die Bürgerinitiative fordert nun den Rückzug der getroffenen Entscheidung sowie eine umfassende und frühzeitige Einbindung der Bürgerschaft in das weitere Verfahren. Positiv hebt sie hervor, dass die Ortsgemeinde Quirnbach beschlossen habe, ihre Bürger im Rahmen einer Bürgerbefragung einzubeziehen. Auch aus Vielbach läge Bereitschaft zu Gesprächen vor. "So funktioniert demokratische Beteiligung", betont die Initiative.

Die Bürgerinitiative konzentriert sich jetzt auf die Vorbereitung eines Bürgerbegehrens mit dem Ziel, die Verpachtung der Flächen an einen Windindustrieinvestor zu verhindern. Hierzu sei bereits eine spezialisierte Fachanwaltskanzlei beauftragt worden.

Abschließend fordert die Bürgerinitiative den Gemeinderat dazu auf, sich mit den Bürgern zusammenzusetzen und deren Meinung einzuholen.

Im Kreis Altenkirchen stoppte das Oberlandesgericht indessen einen geplanten Windpark auf dem Hümmerich. (PM/Red)


Mehr dazu:   Windkraft  
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