Höhr-Grenzhausen ist "UNESCO Creative City" und feiert sich und ihre Keramikwerkstätten
Von Wolfgang Rabsch
Am Ostermontag (6. April 2026) fand das diesjährige "Höhr-Grenzhausen brennt Keramik" statt und zog viele Besucher nicht nur aus dem Westerwald, sondern auch aus den benachbarten Bundesländern. Damit wurde erneut die touristische Saison in der UNESCO Creative City Höhr-Grenzhausen eingeläutet.
Höhr-Grenzhausen. Seit dem 31. Oktober 2025 ist Höhr-Grenzhausen Mitglied im weltweiten Netzwerk der UNESCO Creative Cities. Als einzige Kleinstadt ist sie der erste Ort weltweit, die offiziell diese Bezeichnung verwenden darf und dadurch rund um den Globus Lob und Anerkennung findet. Immerhin befindet sich Höhr-Grenzhausen in der illustren Gesellschaft von Städten wie Caracas, Montreux, Casablanca, Belfast und Hanoi. Mit denen in einem Atemzug genannt zu werden, das hat schon etwas Besonderes und erzeugt internationale Wertschätzung für die gesamte Region des Westerwalds.
Höhr-Grenzhausen ist international
Die UNESCO würdigte die Töpferstadt mit folgenden Worten (Auszug aus der umfangreichen Laudatio, nachzulesen auf der Website UNESCO Creativ Cities): "Höhr-Grenzhausen ist eine Kleinstadt, deren Entwicklung seit Jahrtausenden eng mit der Keramikproduktion verbunden ist. Im Herzen des Kannenbäckerlandes in Rheinland-Pfalz gelegen, profitiert die Stadt von den größten zusammenhängenden Tonvorkommen des Landes.
Etwa 500 Arbeitsplätze sind direkt mit dem Kultursektor verbunden und umfassen Bereiche wie Bildung, Handwerk, Vermittlung, Forschung und Marketing. Im Jahr 2016 wurde die Steinzeugtradition des Westerwalds in das nationale Register des immateriellen Kulturerbes aufgenommen und damit ihre historische und kulturelle Bedeutung gewürdigt. Kulturelle Einrichtungen wie das Westerwälder Keramikmuseum sowie regelmäßige Veranstaltungen wie der Europäische Keramikmarkt und offene Ateliers fördern das öffentliche Interesse und den fachlichen Austausch.
Als Kreativstadt des Handwerks und der Volkskunst engagiert sich Höhr-Grenzhausen für die Stärkung der lokalen Kreativwirtschaft durch die Unterstützung von Initiativen, die den wirtschaftlichen und sozialen Wert der Keramiktradition hervorheben und gleichzeitig innovative und nachhaltige Geschäftsmodelle fördern; und Schutz des immateriellen Kulturerbes durch die aktive Bewahrung und Weitergabe der Westerwälder Steinzeugtradition als anerkanntes Element des immateriellen Kulturerbes.
Der Westerwald-Campus der Hochschule Koblenz bietet den bundesweit einzigartigen Studiengang Werkstofftechnik Glas und Keramik an. Das Institut für Künstlerische Keramik und Glas sowie die Fachschule Keramik ergänzen dieses Netzwerk, das Höhr-Grenzhausen zum größten Ausbildungs- und Forschungszentrum für Keramik in Europa macht."
Eine Veranstaltung wie "Tag der offenen Tür"
Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung ist das Keramikmuseum, dort werden Fragen aller Art beantwortet, zudem können Ausstellungen besucht werden, die von künstlerischem Wert geprägt sind. Eine Ausstellung ist dem holländischen Künstler Jan Bontjes van Beek gewidmet, dessen Lebenswerk mit der Ausstellung gewürdigt wird. Die Bauhaus-Ausstellung erinnert an diese besondere Keramikklasse.
Zugleich vermittelt sie einen Eindruck von der keramischen Lehre seinerzeit und stellt auch die bisher unbekannten Beziehungen zur Keramischen Fachschule in Höhr-Grenzhausen dar. In der Museumswerkstatt besteht für Besucher jeden Alters die Möglichkeit, selbst Hand anzulegen und unter fachkundiger Aufsicht eigene Töpferprodukte herzustellen.
Auf dem sogenannten "Merkelbach Hof" haben mehrere verschiedene Keramikwerkstätten geöffnet. Dort befinden sich die Werkstätten "CeraMix", Andreas Hinder, Armin Skirde, Keramikwerkstatt Matschke & Meyer (Ute Matschke und Maria Meyer), die Keramikgruppe Grenzhausen und Lion & Lion, die kreativ im Hinblick auf Keramik unterwegs sind. Lustige Keramikfiguren und handgemachte Stellen sind im Garten von Herkenroth-Keramik zu bewundern. In den Töpfereien und Werkstätten haben Besucher die Gelegenheit, Keramikern bei der Arbeit zuzusehen, Fragen zu stellen und die vielfältigen Möglichkeiten der Arbeit mit Ton kennenzulernen. Ein Besuch des Stadtmuseums ist immer zu empfehlen, da dieses mit nostalgischen Accessoires, Möbeln und Kleidung begeistert.
Besucherscharen aus nah und fern
Es ist nicht möglich, sämtliche Ateliers oder Werkstätten zu erwähnen, die sich bei "Höhr-Grenzhausen brennt" beteiligen, darum werden die Erwähnten stellvertretend für alle anderen genannt. Für die Verbindung zwischen den einzelnen Veranstaltungsorten sorgt ein kostenloser Pendelbus. Innerörtliche Parkplätze standen ebenfalls kostenfrei zur Verfügung. Das Wetter spielte auch mit, denn Höhr-Grenzhausen wurde fast durchgehend von der Sonne bestrahlt und so war es verständlich, dass sich ab der Mittagszeit die Stadt mit immer mehr Besuchern füllte, die nicht nur aus dem Westerwald die UNESCO-Stadt ansteuerten.
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