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Pressemitteilung vom 10.03.2026    

Präventionstag in Westerburg: "Ein ganzes Dorf für die Jugend"

In Westerburg fand der Aktionstag "Riskier, was zu erleben" statt, bei dem sich alles um Prävention und Aufklärung drehte. Der Tag bot viele Workshops und Vorträge, die nicht nur Risiken aufzeigten, sondern auch Wege aus der Sucht.

Präventionstag. (Foto: Peter Bongard)

Westerburg. Mehrere hundert Besucher versammelten sich in Westerburg, um am Aktionstag "Riskier, was zu erleben" teilzunehmen. Die Veranstaltung, organisiert vom Arbeitskreis Prävention bot bewegende Workshops für rund 300 Schüler. Ein zentrales Thema des Vormittags war Essstörungen.

Reiner Kuhmann, Präventionsbeauftragter der Regionalen Diakonie Westerwald Rhein-Lahn, berichtete: "Viele betroffene Jugendliche kamen auf mich zu und haben offen über ihre eigenen Erfahrungen mit dem Thema gesprochen."

Am Nachmittag öffnete die Westerburger Stadthalle ihre Türen für die Öffentlichkeit. Zahlreiche Vereine und Verbände präsentierten sich an Ständen, darunter die Koordinierte Fachstelle Prävention der Glücksspielsucht und Medienabhängigkeit des Landes. Christian Schaack von der Fachstelle erläuterte, dass etwa neun Prozent der Deutschen von Medienabhängigkeit betroffen sind. Besonders problematisch seien Online-Glücksspiele, da diese jederzeit über das Handy verfügbar sind. "Mit dem Handy hat man seinen Spielautomaten immer dabei", erklärte Schaack und fügte hinzu: "Glücksspielsucht ist die teuerste Sucht."

Spezielle Brillen simulieren Rauschzustände
Ein weiteres Highlight war der "Rauschparcours" der Verkehrswacht Montabaur, der die Auswirkungen von Alkohol und Drogen simulierte. Besucher hatten die Möglichkeit, durch spezielle Brillen die erschwerten Bedingungen im Rauschzustand zu erleben.



Der Aktionstag thematisierte nicht nur die Gefahren von Süchten, sondern zeigte auch Auswege auf. Ottmar Mandler vom Freundeskreis Westerwald betonte: "Vertrauen, Offenheit und Ehrlichkeit können helfen, Wege aus der Sucht zu finden." Auch Zada Tomic, Betreiberin eines Kosmetik- und Sportstudios, hob die Bedeutung von Sport als Präventionsmaßnahme hervor. Die 16-jährige Helena bestätigte: "Sport hat mir in einer schweren Zeit geholfen und wieder Routine in mein Leben gebracht."

Das Umfeld ist wichtig
Ein berührender Moment war der Vortrag von Alix Puhl, Gründerin des gemeinnützigen Unternehmens Tomoni, die über den Verlust ihres Sohnes sprach. Er litt unter einer Autismus-Spektrum-Störung und Depressionen, die erst kurz vor seinem Tod erkannt wurden. Puhl betonte die Wichtigkeit eines unterstützenden Umfelds: "Es braucht ein ganzes Dorf, ein Kind zu erziehen."

Zum Abschluss sprach Daniel Gebhart über seine Erfahrungen mit Sucht und seinen Weg zur Genesung. Seine Botschaft lautete: "Setzt Euch Ziele, habt Träume, für die es sich lohnt, zu kämpfen. Schreibt Eure eigene Geschichte." (PM/Red)


Mehr dazu:   Veranstaltungsrückblicke  
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