Pressemitteilung vom 08.03.2026 
Starke Frauen und ihre bewegenden Lebenswege im Westerwald
Zum Weltfrauentag rücken zwei Frauen aus den Caritas-Altenzentren in den Mittelpunkt. Ihre Lebenswege stehen für Mut, Verantwortung und Durchhaltevermögen in bewegten Zeiten.
Westerwald. Der Internationale Weltfrauentag am 8. März erinnert weltweit an die Leistungen, Lebenswege und Errungenschaften von Frauen. Für Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn ist dieser Tag auch Anlass, auf Frauen aufmerksam zu machen, die heute in Caritas-Altenzentren leben. Ihre Biografien erzählen von Mut, Zusammenhalt, Verantwortung und dem Willen, auch schwere Zeiten zu bewältigen.
Beispielhaft dafür stehen Hannelore Wacker, Bewohnerin des Caritas-Altenzentrums St. Josef in Arzbach, und Helga Hilger, die heute im Caritas-Altenzentrum Haus Helena in Hachenburg lebt. Beide Lebensgeschichten stehen stellvertretend für viele Frauen ihrer Generation. Es sind Frauen, die Krieg und Neuanfang erlebt, Familien gegründet, gearbeitet und über viele Jahre Verantwortung übernommen haben.
Ein Leben mit Mut und Zusammenhalt
Hannelore Wacker wurde 1938 in Birnau-Ebenheit geboren. Sie blickt heute auf ein bewegtes Leben zurück. In Erinnerung geblieben ist ihr eine schöne Kindheit. Besonders präsent ist bis heute ihr erster Schultag. Aus Sorge, keine Schultüte zu bekommen, lief sie damals zunächst davon. Diese Angst erwies sich jedoch schnell als unbegründet.
Schon früh zeigte sich ihre Begabung für Zahlen. Rechnen gehörte zu ihren Stärken. Nach der Schulzeit absolvierte sie eine Ausbildung zur Gärtnerin. Später führte ihr Lebensweg nach Erfurt. Dort arbeitete sie gemeinsam mit ihrem Mann in der familieneigenen Drogerie. Diese Zeit verbindet sie vor allem mit einem starken familiären Zusammenhalt. Das Miteinander in der Familie prägte diese Jahre entscheidend.
Eine besonders schwere Phase begann mit einer Krebserkrankung. Zahlreiche Bestrahlungen wurden notwendig, und die ärztlichen Prognosen waren damals nicht gut. Dennoch gab sie nicht auf. Mit großem Lebenswillen, viel Mut und der Unterstützung ihrer Familie kämpfte sie sich zurück ins Leben. Gerade diese Erfahrung steht heute beispielhaft für die Kraft, die viele Frauen ihrer Generation aufbringen mussten.
Früh Verantwortung übernommen
Auch Helga Hilger musste früh Verantwortung tragen. Sie wurde 1941 in Schneidemühl geboren. Nach dem Krieg verließ ihre Mutter mit den Kindern die Heimat und zog nach Lübeck. Später fand die Familie im Siegerland eine neue Heimat. Helga Hilger hätte gern eine höhere Schule besucht, doch dafür fehlten die finanziellen Mittel.
Stattdessen begann sie eine Ausbildung zur Metzgereifachverkäuferin. Schon früh war klar, dass sie zum Lebensunterhalt beitragen musste. Aus dem Beruf, der zunächst nicht ihrem Wunsch entsprach, wurde später eine echte Berufung. In einer Metzgerei lernte sie ihren späteren Mann kennen. Gemeinsam wagten beide den Schritt in die Selbstständigkeit und gründeten in Norken eine eigene Metzgerei.
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Von da an gehörten Familie und Beruf eng zusammen. Mit großem Einsatz bauten sie den Betrieb auf und führten ihn über Jahrzehnte. Für Helga Hilger blieb die Familie dabei stets besonders wichtig. Als ihr Mann den Umzug in seine Heimat vorschlug, knüpfte sie das an eine klare Bedingung: Ihr Vater sollte mitkommen und nicht allein zurückbleiben. Auch darin zeigt sich, wie selbstverständlich Verantwortung für andere ihren Lebensweg bestimmte. Bis ins hohe Alter blieb sie aktiv und half noch viele Jahre im Familienbetrieb mit. Ihren Beruf verbindet sie bis heute mit Freude.
Respekt für gelebte Lebensleistung
Für die Mitarbeiter in Caritas-Altenzentren haben solche Lebensgeschichten einen besonderen Wert. Anja Kohlhaas, Leiterin der Caritas-Altenzentren in Arzbach und Hachenburg, verweist darauf, dass viele Bewohnerinnen Zeiten erlebt haben, die heute kaum noch vorstellbar sind. Nach Krieg und Entbehrung hätten sie Familien aufgebaut, gearbeitet und Verantwortung getragen. Diese Lebensleistungen verdienten großen Respekt.
Auch Carsten Bachert, Leiter des Caritas-Altenzentrums St. Martin in Lahnstein, erlebt im Alltag immer wieder, wie eindrucksvoll diese Biografien sind. Hinter jeder Bewohnerin stehe eine eigene Geschichte. Wer ihnen zuhöre, erfahre viel über Mut, Durchhaltevermögen und Lebensklugheit. Gerade darin liege eine Kraft, die auch andere Menschen inspirieren könne.
Weltfrauentag als Zeichen der Wertschätzung
Der Weltfrauentag ist damit nicht nur ein Gedenktag, sondern auch eine Einladung, diesen Frauen zuzuhören und ihre Lebenswege wertzuschätzen. Die Geschichten von Hannelore Wacker und Helga Hilger zeigen, dass Stärke nicht immer laut auftritt. Sie zeigt sich oft im täglichen Durchhalten, im Zusammenhalt der Familie und in der Fähigkeit, immer wieder neu anzufangen.
Damit stehen die beiden Frauen stellvertretend für viele Bewohnerinnen in den Caritas-Altenzentren. Ihre Lebensgeschichten machen sichtbar, was Frauen über Jahrzehnte geleistet haben und wie prägend ihr Beitrag für Familie, Arbeit und Gesellschaft war. (PM/bearbeitet durch Red)
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