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Pressemitteilung vom 07.03.2026    

Ehrenamt im Fokus: Grüne diskutieren Sicherheitsstrategie im Westerwald

Rund 30 Bürger kamen im "InnoLab Montabaur" zusammen, um mit Vertretern von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN über die öffentliche Sicherheit und den Katastrophenschutz zu sprechen. Im Fokus stand die Frage, wie Rheinland-Pfalz nach der Ahrtal-Katastrophe widerstandsfähiger werden kann.

Fotos: Lorina Holterhoff

Montabaur. Der Kreisverband BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Westerwald lud zu einer Diskussion über die Zukunft der öffentlichen Sicherheit und den Katastrophenschutz ein. Der Landtagsabgeordnete Carl-Bernhard von Heusinger, Mitglied im Innenausschuss und Untersuchungsausschuss zur Flutkatastrophe des Landtags Rheinland-Pfalz, sowie der grüne Direktkandidat für den Wahlkreis Montabaur, André Butscheike, waren als Gäste anwesend.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, wie das Bundesland Rheinland-Pfalz nach der verheerenden Ahrtal-Katastrophe krisenfester werden kann. Von Heusinger erläuterte die Maßnahmen, die seitdem ergriffen wurden: "Wir haben die Strukturen so verändert, dass im Ernstfall klare Zuständigkeiten gelten und das Land schneller koordiniert reagieren kann. Ziel ist es, die Zusammenarbeit über Kreisgrenzen hinweg zu stärken und Führung im Katastrophenfall eindeutig zu regeln." Er berichtete von der Einrichtung eines neuen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz in Koblenz, einer rund um die Uhr besetzten Einsatzzentrale sowie modernisierten Warnsystemen und digitalen Hochwasserkarten. "Resilienz entsteht durch Vorbereitung und Wissen, nicht erst im Katastrophenfall", betonte von Heusinger.

Zukunft des Ehrenamts in der Gefahrenabwehr im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussion war das Ehrenamt als Rückgrat der Gefahrenabwehr. Die Teilnehmenden erörterten Möglichkeiten, mehr junge Menschen für den Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr oder in Hilfsorganisationen zu gewinnen. Von Heusinger hob hervor: "Ohne das Ehrenamt wäre unsere Sicherheitsarchitektur nicht funktionsfähig. Deshalb müssen wir gezielt in Nachwuchsgewinnung und bessere Rahmenbedingungen investieren."



Auch die Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen im Katastrophenschutz wurde thematisiert. Diskutiert wurden Fragen der Finanzierung, schnellere Abstimmungswege und die Notwendigkeit klarer Verantwortlichkeiten auf allen Ebenen. Zudem wurde erörtert, wie Bürger besser auf Krisen vorbereitet werden können - etwa durch Informationskampagnen, Vorsorgelisten oder einen "Tag des Katastrophenschutzes" an Schulen.

Zum Abschluss widmete sich die Runde der Sicherheit im öffentlichen Raum. Obwohl die Zahl der Straftaten in Rheinland-Pfalz in den vergangenen zwei Jahrzehnten um rund 20 Prozent gesunken ist, habe das Unsicherheitsgefühl vieler Menschen zugenommen. "Wir müssen das Sicherheitsgefühl ernst nehmen, auch wenn die Statistik objektiv eine positive Entwicklung zeigt", erklärte von Heusinger. André Butscheike ergänzte: "Attraktive Freizeit- und Begegnungsangebote schaffen Sicherheit, indem sie jungen Menschen Raum für Gemeinschaft bieten. Dies sind sehr wirkungsvolle Maßnahmen, um Jugendkriminalität präventiv zu bekämpfen." Als vorbildliches Beispiel nannte er die "Zweite Heimat" in Höhr-Grenzhausen, die generationenübergreifende Begegnung in einem attraktiven Umfeld erfolgreich fördert.

Die Diskussion machte deutlich: Öffentliche Sicherheit und Katastrophenschutz sind langfristige Gemeinschaftsaufgaben, die vom Engagement vieler Menschen im Land leben. (PM/Red)


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