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Veranstaltungen

Pressemitteilung vom 07.03.2026    

Wiedereröffnung des Alvenslebenstollens verbindet Bergbautradition, Ehrenamt und neues Besucherangebot

ANZEIGE | Der Alvenslebenstollen in Burglahr wird nach umfangreichen Arbeiten wieder eröffnet. Mit einem Stollenfest, Führungen und einem Kinderprogramm rückt ein Ort in den Mittelpunkt, der für die Region geschichtlich und touristisch eine besondere Bedeutung hat.

links: Blick in die faszinierende Welt unter Tage. Von der Decke des Alvenslebenstollens in Burglahr haben sich im Verlauf vieler Jahre Stalaktiten gebildet, es sind aber auch Stalagmiten zu sehen. (Foto: photoklaas.de)
rechts: 1980/90er Jahre Lagebesprechung im Alvenslebenstollen. Von links: Steiger Horst Moritz aus Niederdreisbach, Matthias Hoffmann, Willi Fischer (beide aus Oberlahr), Rudi Bröker (Burglahr) und Hugo Fischer (Oberlahr). (Archivfoto: Rolf Schmidt-Markoski)

Burglahr. Nach umfassenden Modernisierungs- und Aufwertungsmaßnahmen öffnet der Alvenslebenstollen in Burglahr wieder seine Tore. Die offizielle Wiedereröffnung wird am Sonntag, 29. März 2026, ab 11 Uhr am Stollenhaus, dem Bürgerhaus im Burglahrer Ortsteil Heckerfeld, mit einem öffentlichen Stollenfest gefeiert.

Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Andreas Tschauder, Direktor des Landesamt für Geologie und Bergbau. Ausgerichtet wird das Fest vom Förderverein Bergbau- und Hüttentradition in enger Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld sowie Ortsgemeinde Burglahr. Bürgermeister Fred Jüngerich, zugleich Vorsitzender des Bergbaufördervereins, begrüßt die Gäste und gibt einen Überblick über die umgesetzten Maßnahmen. Die Modernisierung und Attraktivierung des Stollens wurden unter anderem durch LEADER- sowie Naturparkmittel Rhein-Westerwald unterstützt und in hohem Maß auch durch ehrenamtliches Engagement getragen.

Zum offiziellen Programm gehören außerdem Grußworte von Landrat Dr. Peter Enders, Ortsbürgermeister Dieter Reifenhäuser sowie Vertretern des GeoPark Westerwald-Lahn-Taunus. Mit dem gemeinsamen Singen des traditionellen "Steigerliedes" soll die bergbauliche Tradition des Ortes besonders gewürdigt werden. Über die künftigen Öffnungszeiten und Führungsangebote informiert Touristikerin Martina Beer.

Programm für Familien und Besucher
Auch die Jugendfeuerwehr des Löschzuges Oberlahr, zu dessen Ausrückebereich der Stollen gehört, stellt sich mit einem Aktions- und Infostand vor. Darüber hinaus richtet sich ein eigener Programmpunkt an Kinder und Jugendliche. Die Jugendpflege lädt zu einem zweistündigen Mitmachprogramm ein. Von 13 bis 15 Uhr findet eine kreative Malaktion statt, bei der ein Stollen-Maskottchen gesucht wird. Dieses soll künftig kindgerecht die Geschichte des Bergbaus vermitteln.

Teilnehmen können Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 16 Jahren. Der Gewinner des besten Maskottchen-Designs erhält ein Tagesticket für das Hallenbad in Altenkirchen. Die Auswertung des Siegerentwurfs erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Im Anschluss an den offiziellen Teil sorgt ein Frühschoppenkonzert des Panikorchester Oberlahr für einen stimmungsvollen Ausklang. Für das leibliche Wohl ist die Dorfgemeinschaft Burglahr verantwortlich.

Zwischen 14 und 16 Uhr werden Führungen durch den Stollen angeboten. Kinder ab 6 Jahren können in Begleitung ihrer Eltern teilnehmen. Mit der Wiedereröffnung des Alvenslebenstollens soll nicht nur ein bedeutender Teil des bergbaulichen Erbes der Region bewahrt werden. Zugleich wird auch das touristische Angebot im Westerwald gestärkt.

Weitere Informationen gibt es bei der Tourist-Info der VG, Martina Beer unter der Telefonnummer 02681/85-193, E-Mail: martina.beer@vg-ak-ff.de, oder bei dem Bergbauförderverein, Rolf Schmidt-Markoski unter der Telefonnummer 02687/929507, E-Mail: Schmidt-Markoski@t-online.de.

Blick auf die Anfänge
Die Wiedereröffnung steht zugleich für eine lange Geschichte, die weit vor die heutigen Feierlichkeiten zurückreicht. Fast vier Jahrzehnte sind vergangen, seit die Idee entstand, den verschütteten Alvenslebenstollen am Bahndamm der Strecke Strecke Linz-Altenkirchen an der Wied in Burglahr freizulegen und für Besucher zugänglich zu machen.

Zu den prägenden Personen dieser frühen Phase gehörte der gebürtige Niedersteinebacher Johannes Schützeichel. Er wuchs in unmittelbarer Nähe der Grube Louise auf, zu der der Hauptgang des Alvenslebenstollens führt. Dadurch war ihm die Welt des Bergbaus von Kindesbeinen an vertraut. Mit großem Idealismus und viel Ausdauer setzte sich der Bohrspezialist gemeinsam mit Steiger Horst Moritz, der Gruppe Oberlahrer Bergmänner sowie einem Schachtmeister aus Burglahr für die Wiederentdeckung des wohl geschichtlich bedeutendsten Stollens im Spateisenrevier an der Wied ein.



Auch Stephan Kalscheid, letzter Betriebsführer der Grube Georg in Willroth, spielte bei den Vorbereitungen eine wichtige Rolle. 1986 berichtete er im Verbandsgemeinderat von der letzten Befahrung des Stollens in 1950er-Jahren, kurz bevor das Mundloch endgültig zugeschüttet wurde. Als Kenner des heimischen Bergbaus machte er den Ratsmitgliedern sowohl die historische Bedeutung als auch die besondere Schönheit des Alvenslebenstollens deutlich.

Der lange Weg zur Öffnung
Trotz zahlreicher Unwägbarkeiten gab der Verbandsgemeinderat unter Vorsitz des damaligen Bürgermeisters Karl Becker im Jahr 1987 schließlich grünes Licht für die Arbeiten. Zunächst mussten jedoch die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Erst nachdem diese Hürden überwunden waren, konnte sich eine Gruppe erfahrener Bergmänner formieren.

Unter Leitung des früheren Hauers der Grube Georg, des Oberlahrers Hugo Fischer, machte sich eine tatkräftige Mannschaft an die Arbeit. Zu ihr gehörten erfahrene Bergmänner sowie ein Schachtmeister aus Burglahr. Mit Hacke und Schaufel gelang es ihnen, das verschüttete Stollenmundloch aufzuspüren, freizulegen und zu öffnen. Technisch unterstützt wurden die Arbeiten von J. Schützeichel.

Schon nach den ersten zehn Metern zeigte sich jedoch, wie unsicher und schwierig das Vorhaben war. Ein gewaltiger Bruch versperrte den Weg. Damit stellte sich die Frage, in welchem Zustand sich der rund 1,5 Kilometer lange Stollen hinter diesem Hindernis befand. Unklar war, ob die Gesteinsmauern dem Druck des Berges standgehalten hatten oder ob weitere Einbrüche drohten.

Diese Unsicherheit bremste die anfängliche Euphorie deutlich. Die offenen Fragen beschäftigten nicht nur die beteiligten Bergleute und Förderer, sondern auch die Verbandsgemeindeverwaltung. Wären weitere massive Brüche festgestellt worden, hätte dies das vorzeitige Ende der Wiederentdeckung bedeuten können. Die dafür nötigen Sicherungsarbeiten und eine umfassende Instandsetzung des gesamten Stollens wären zu aufwendig gewesen.

Eröffnung nach Jahren der Arbeit
Erst 13 Jahre später, im Jahr 2000, konnte Bürgermeister Josef Zolk die offizielle Eröffnung des Alvenslebenstollens in Burglahr als kleines Besucherbergwerk vornehmen. Für die Öffentlichkeit freigegeben wurde eine rund 400 Meter lange Teilstrecke des schnurgerade verlaufenden Entwässerungsstollens. Dieser führt von der Grube Louise zwischen Bürdenbach und Niedersteinebach durch den sogenannten "Kölschen Berg" bis hinunter nach Burglahr an die Wied.

Zu den Menschen, die dabei Pionierarbeit leisteten, gehörten Johannes Schützeichel vom Bohrbetrieb, Hugo Fischer, Willi Fischer, Karl-Josef Pott, Werner Klaas, Matthias Hoffmann, Rudi Bröcker, Paul Schmidt, Dieter Überlacker, Heimatforscher Albert Schäfer, Steiger Horst Moritz sowie Bergdirektor K. S. Weber vom Bergamt Koblenz.

Die Wiedereröffnung am Sonntag, 29. März 2026, knüpft damit an eine Entwicklung an, die von Ausdauer, Fachwissen und ehrenamtlichem Einsatz geprägt war. Das Stollenfest in Burglahr steht deshalb nicht nur für einen neuen Abschnitt im Besucherbetrieb, sondern auch für die Erinnerung an die Menschen, die den Weg vom verschütteten Stollen zum zugänglichen Besucherbergwerk möglich gemacht haben. (PM/bearbeitet durch Red)


Mehr dazu:   Veranstaltungen heute im Westerwald  
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