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Nachricht vom 05.03.2026    

Proteste in Koblenz: Schüler wehren sich gegen Wehrpflicht

In Koblenz formiert sich Widerstand gegen den neuen Wehrdienst und eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht. Rund 150 Jugendliche gingen auf die Straße, um ihre Stimme zu erheben.

Bundesweiter Schulstreik gegen Wehrpflicht - Koblenz. Foto: Alina Grünky/dpa

Koblenz. Rund 150 junge Menschen haben in Koblenz gegen den neuen Wehrdienst und eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht demonstriert. "Wir demonstrieren heute gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht", erklärte Leo Reinemann, Abiturient und Mitorganisator der Demonstration. Auch einige besorgte Eltern und Großeltern schlossen sich dem Protest an. Diese Aktion ist Teil einer bundesweiten Demonstrationsreihe unter dem Motto "Schulstreik gegen Wehrpflicht". Bereits Anfang Dezember hatten Schülerinnen und Schüler in zahlreichen Städten protestiert. "Da ging es ja aktiv noch darum, das Wehrdienstmodernisierungsgesetz zu verhindern", sagte Reinemann. "Jetzt ist dieses beschlossen, alle Karten liegen auf dem Tisch und jetzt müssen wir schauen, wie wir dieses Thema wieder im politischen Diskurs nach vorn bringen, um eben zu verhindern, dass doch eine Wehrpflicht eingeführt werden könnte."

In Sprechchören skandierten die Jugendlichen: "Nie, nie, nie wieder Wehrpflicht" oder "Hoch mit der Bildung, runter mit der Rüstung", während sie durch die Koblenzer Innenstadt zogen. "Ich hab' keinen Bock darauf", sagte der 15-jährige Lennart. "Ich würde gern mein Leben leben, ohne in Tarnfarben herumzumarschieren." Er nimmt an der Demonstration teil, weil er weder die Bundeswehr noch Krieg mag. "Aber wer mag schon Krieg? Selbst wenn viele sagen, Wehrpflicht heißt nicht, direkt in einen Krieg zu ziehen - ich habe auch keinen Bock, mich von einem Choleriker anschreien zu lassen, dass ich bitte mehr Liegestütze machen soll."



Auch Luisa, ebenfalls 15 Jahre alt, äußerte ihre Bedenken: "Also mir macht das schon Angst", sagte sie. "Ich möchte auf jeden Fall auch nicht bei der Bundeswehr sein und auch nicht, dass mein Bruder zum Beispiel bei der Bundeswehr ist. Und deswegen finde ich den Gedanken beängstigend." Ihrer Meinung nach sollte mehr Geld für Bildung anstelle von Aufrüstung ausgegeben werden.

Seit Anfang des Jahres ist das neue Gesetz zum Wehrdienst in Kraft. Derzeit ist der Dienst freiwillig. Finden sich nicht genügend Freiwillige, steht aber eine Reaktivierung der Wehrpflicht im Raum, die seit 2011 ausgesetzt ist. Deutschland reagiert damit auf die Bedrohung durch Russland und die in der Folge geänderten Nato-Ziele. (dpa/bearbeitet durch Red)


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