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Nachricht vom 24.02.2026    

Zwischen Tradition und Innovation: Wie eine neue Flaschenidee die Weinkrise bekämpft

Inmitten der anhaltenden Weinkrise suchen viele Betriebe nach innovativen Lösungen. Ein Unternehmen aus Rheinhessen setzt auf eine neue Art von Weinflasche, die sowohl nachhaltig als auch funktional sein soll.

Wein in Kunststoffflaschen mit Glasschicht. Foto: Helmut Fricke/dpa

Mainz. Janina Krick hat in Gesprächen mit ihrer Winzer-Familie in Rheinhessen die Idee entwickelt, dass die Flasche selbst ein entscheidender Faktor in der aktuellen Weinkrise sein könnte. ?Die Flasche könnte der Gamechanger sein?, sagt die 29-Jährige. Anstatt nur neue Weinsorten zu entwickeln, hat sie gemeinsam mit ihrem Vater Jörg eine Flasche aus 100 Prozent recyceltem Kunststoff mit einem ?Glasherz? entworfen. Diese Flasche wird in einem speziellen Hightech-Verfahren hergestellt und soll Qualität und Aroma bewahren sowie den Wein vor Sauerstoff schützen.

Professor Dominik Durner vom Weincampus in Neustadt an der Weinstraße erklärt, dass in Deutschland traditionell Glasverpackungen dominieren. Nur etwa fünf Prozent des Weins werden in anderen Verpackungen verkauft. Die Anforderungen an Weinverpackungen sind hoch, da sie keine Mindesthaltbarkeit haben. Plastikflaschen sind anfällig für Oxidation, und Professor Marc Dreßler weist darauf hin, dass Plastik Inhaltsstoffe abgeben kann, was für Wein problematisch ist.

Glasflaschen haben jedoch ihre Nachteile. Sie sind schwer, unhandlich und verursachen einen hohen CO2-Ausstoß. Wissenschaftler am Weincampus haben festgestellt, dass bei einer durchschnittlichen Glasflasche etwa die Hälfte des CO2-Fußabdrucks auf die Verpackung entfällt. Zudem sind Glasflaschen durch den Krieg in der Ukraine teurer geworden.



Einige Winzer setzen auf Mehrweg-Systeme, doch diese sind schwer flächendeckend einzuführen. Standardisierte Flaschenmodelle fehlen ebenso wie Lagerflächen und Spüllogistik. Die Mehrwegquote für Wein liegt laut Durner bei etwa 5,6 Prozent.

Die Kunststoffflaschen von Kricks könnten für 25 Cent im Pfandautomaten abgegeben werden. Das Gewicht sinkt von 450 auf 50 Gramm, und die dünne Glasschicht löst sich beim Recycling auf. Der CO2-Ausstoß bei der Herstellung ist halb so hoch wie bei Glasflaschen, und die Produktion soll künftig mit Solarenergie erfolgen.

Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut betont die Bedeutung der Akzeptanz bei Verbrauchern. Innovation sei wichtig, um neue Konsumgruppen zu erschließen. Jörg Krick plant, mit drei rheinhessischen Winzern zusammenzuarbeiten und nutzt einen digitalen Sommelier, um über die Weine zu informieren. Die Produktion soll bis 2026 jährlich vervierfacht werden, mit dem Ziel, langfristig zehn Prozent Marktanteil zu erreichen. (dpa/bearbeitet durch Red)


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