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Pressemitteilung vom 23.02.2026    

Amphibienwanderungen führen zu nächtlichen Straßensperrungen im Westerwaldkreis

Mit steigenden Temperaturen beginnt im Westerwaldkreis wieder die jährliche Amphibienwanderung. Zum Schutz von Tieren und Helfern werden daher mehrere Straßen zeitweise gesperrt oder besonders gesichert. Verkehrsteilnehmer werden zu erhöhter Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme aufgefordert.

(Fotoquelle: Kreisverwaltung des Westerwaldkreises)

Westerwaldkreis. Sobald die Temperaturen milder werden, machen sich jedes Jahr tausende Molche, Kröten und Frösche auf den Weg zu ihren angestammten Laichgewässern. Diese Wanderungen finden überwiegend nachts statt und führen die Tiere häufig über Straßen. Um sowohl die Amphibien als auch Verkehrsteilnehmer zu schützen, werden während starker Wanderbewegungen einzelne Straßenabschnitte zeitweise gesperrt.

Zeitweise gesperrte Straßen zum Schutz der Tiere
In Nächten mit erwarteter intensiver Amphibienwanderung dürfen bestimmte Straßen nicht befahren werden. Die zuständigen Straßenmeistereien sperren diese Abschnitte, um den Tieren eine gefahrlose Querung zu ermöglichen und Unfälle zu vermeiden. Betroffen sind:

• K 54 Stahlhofen am Wiesensee bis Pottum
• K 133 Vielbach nach Quirnbach
• (ehemalige) K 78 Obersayn bis Arnshöfen (seit 01.01.2026 abgestuft zur Gemeindestraße)

Ehrenamtlicher Einsatz entlang offener Straßen
Nicht alle Straßen können vollständig gesperrt werden. In diesen Bereichen kommen mobile Amphibienzäune zum Einsatz, die von freiwilligen Helfern aufgebaut werden. Entlang der Zäune sind Eimer eingegraben, in denen die wandernden Tiere landen. Diese werden von den Helfern mehrmals pro Nacht kontrolliert und anschließend sicher über die Straße zu den Gewässern gebracht. Besonders bei Dunkelheit, Regen und schlechter Sicht ist diese Arbeit mit Risiken verbunden. Der Einsatz erfolgt vollständig ehrenamtlich und dient dem Erhalt der Amphibienbestände. Auffällig ist dabei, dass sich Menschen aller Altersgruppen engagieren, darunter auch Senioren und Kinder.

Amphibienzäune an zahlreichen Straßenabschnitten
• K 1 vom Waldspielplatz Steinen bis hinter den Haidenweiherdamm
• K 2 Waldbereich nördlich des Golfclubs
• K 51 Seck nach Hellenhahn-Schellenberg
• K 54 Stahlhofen am Wiesensee nach Hergenroth
• K 55 Stahlhofen am Wiesensee nach Höhn
• K 81 Gewerbegebiet Sainscheid bis Abzweig Schönberg
• K 61 Bölsberg nach Kirburg
• K 87 Hahn am See nach Elbingen
• K 114 Kurvenbereich beim ehemaligen Kalterbachstausee
• K 144 Moschheim nach Leuterod
• K 161 Heilberscheid zur Anschlussstelle an die L 313 im Gelbachtal
• L 292 Steinebach an der Wied nach Hachenburg
• L 304 im Bereich Hofgut Adenroth




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Hinweise für Verkehrsteilnehmer
Alle Verkehrsteilnehmer werden gebeten, in den genannten Bereichen besonders vorsichtig zu fahren. Eine stark reduzierte Geschwindigkeit und erhöhte Aufmerksamkeit sind entscheidend, um Helfer und Tiere nicht zu gefährden. Auch unter oder neben den Zäunen können einzelne Amphibien auf die Fahrbahn gelangen. Zusätzlich weisen Verkehrszeichen an weiteren Strecken auf die Wanderungen hin, beispielsweise an der L 327 zwischen Niederelbert und Montabaur-Horressen. Straßen durch Waldgebiete sowie in der Nähe von Gewässern sollten grundsätzlich mit besonderer Vorsicht passiert werden.

Warum die Wanderung so gefährlich ist
Durch die allgemeine Erwärmung setzen Amphibienwanderungen zunehmend früher im Jahr ein. Die Tiere kehren nachts zu den Gewässern zurück, in denen sie selbst herangewachsen sind. Dort erfolgt Paarung und Eiablage in Form von Laichballen oder Laichschnüren. Beim Überqueren von Straßen sind die langsam beweglichen Tiere stark gefährdet. Scheinwerferlicht führt häufig zu einer Schreckstarre, wodurch sie länger auf der Fahrbahn verharren. Zusätzlich kann der Luftsog schneller Fahrzeuge tödliche Verletzungen verursachen. Umso wichtiger sind Sperrungen, Schutzmaßnahmen und rücksichtsvolles Verhalten im Straßenverkehr. (PM/bearbeitet durch Red)


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