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Nachricht vom 25.02.2026    

Kandidat für die Landtagswahl 2026: Hendrik Hering (SPD)

Am Sonntag, 22. März, stehen die rheinland-pfälzischen Landtagswahlen 2026 an. Doch wer sind die Direktkandidierenden, denen wir unsere Stimme geben sollen, was sind ihre Vorstellungen und Ziele für unsere Region? Die Kuriere haben nachgefragt und allen die gleichen Fragen geschickt. Hier die Antworten von Hendrik Hering (SPD)

Hendrik Hering (Foto: Susi Knoll/SPD Rheinland-Pfalz)

Verbandsgemeinde Bad Marienberg/Westerburg. Unverfälscht und echt sollen die Antworten der Kandidierenden zur Landtagswahl sein. Deshalb sind alle Antworten original zitiert, ohne Bewertung, ohne Kommentar, ohne Kürzung oder Anmerkung. Die Aussagen der Politiker spiegeln nicht die Meinung der Kuriere wider, sondern ausschließlich die des Kandidierenden. Hier sind die nachgereichten Antworten von Hendrik Hering (SPD).

Wofür haben Sie sich bisher politisch engagiert – und wieso?
Seit 1982 bin ich Mitglied der SPD, inspiriert durch die pragmatische Politik Helmut Schmidts und die Friedensbewegung. Der sozialdemokratische Freiheitsbegriff - aus seinem Leben etwas zu machen, unabhängig der Frage, ob man in ein reiches oder armes Elternhaus geboren wurde - war und ist aufgrund der eigenen Biografie eine starke Motivation für mein politisches Handeln.

Schon sehr früh dufte ich lernen, dass Politik direkt bei den Menschen vor Ort wirkt. Als Stadtbürgermeister von Hachenburg von 1989 bis 2001 habe ich diese Überzeugung gelebt: Wir haben die Stadt schuldenfrei gemacht, dabei aber massiv in die Zukunft investiert - 25 Millionen Euro in Kinderhaus, Stadtkernsanierung, Gewerbe- und Wohngebiete. Besonders wichtig war mir die soziale Infrastruktur: Wohnangebote für Menschen mit Behinderung, Beratungsstelle der Diakonie, Ganztagsbetreuung. Mit der "Hachenburger Kulturzeit" habe ich gezeigt, dass auch eine Kleinstadt professionelle Kultur wagen kann. Als Minister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau (2006-2011), später als Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und seit 2016 als Landtagspräsident habe ich immer den Westerwald im Herzen getragen.

Mein Antrieb war und ist der Dialog mit den Menschen - durch regelmäßige Bürgersprechstunden, bei Besuchen in Betrieben, Feuerwehren, Vereinen und Verbänden. Nur wer zuhört, kann Politik für die Menschen machen. Und nur gemeinsam können wir unsere Heimat voranbringen.

Was muss sich in Rheinland-Pfalz dringend verändern?
Rheinland-Pfalz steht vor großen Herausforderungen: Der Wandel durch Digitalisierung, Klimaschutz und demografischen Wandel erfordert entschlossenes Handeln. Wir brauchen dringend eine moderne, leistungsfähige Infrastruktur - das betrifft Straßen und Brücken genauso wie schnelles Internet und Mobilfunk. Die Bildung muss weiter gestärkt werden: Unser Programm sieht kostenfreie Schulbücher und Arbeitshefte für alle Kinder vor, verlässliche Kitas mit ausreichend Personal und moderne digitale Schulen. Herkunft darf nicht über Zukunft entscheiden. Wir müssen die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum sichern - mit innovativen Lösungen wie GemeindeschwesternPlus, digitaler Vernetzung und neuen Versorgungsmodellen. Die Wirtschaft braucht schnellere Genehmigungen, weniger Bürokratie und mehr Planungssicherheit - gerade unser starker Mittelstand und Handwerksbetriebe im Westerwald. Der gesellschaftliche Zusammenhalt muss gestärkt werden: Mehr Begegnungsorte, Unterstützung für Vereine und Ehrenamt, lebendige Dorfzentren. Und wir brauchen einen handlungsfähigen Staat, der seine Aufgaben zuverlässig erfüllt - mit moderner digitaler Verwaltung, aber ohne den Menschen aus dem Blick zu verlieren.

Was sollte sich ändern, damit die Gesundheitsversorgung im Wahlkreis stabil und zuverlässig bleibt?
Die Gesundheitsversorgung im Westerwald ist eine zentrale Frage der Daseinsvorsorge. Mit unserem Regierungsprogramm setzen wir auf mehrere Säulen: Erstens: Wir stärken die wohnortnahe Versorgung durch das bewährte Programm GemeindeschwesternPlus - gerade für ältere Menschen im ländlichen Raum ein Segen. Diese verlässliche Begleitung wollen wir weiter ausbauen.

Zweitens: Das Evangelische Krankenhaus Hachenburg/Selters/Dierdorf ist für unsere Region unverzichtbar. Das Verbundkrankenhaus sicher alle drei Standorte. In den nächsten Jahren werden in dieses Verbundkrankenhaus mehr als 70 Millionen Euro investiert. Die Ausbildung in Gesundheitsberufen wird durchgängig gebührenfrei - das hilft uns, dringend benötigtes Pflegepersonal zu gewinnen.

Drittens: Wir nutzen die Chancen der Digitalisierung: Telemedizin, vernetzte Versorgungsstrukturen und digitale Patientenakten können Wege verkürzen und die Versorgung verbessern. Gleichzeitig fördern wir Medizinische Versorgungszentren und neue Kooperationsformen zwischen Haus- und Fachärzten

Viertens: Wir machen die Arbeit im Gesundheitswesen attraktiver - durch bessere Bezahlung, Entlastung und Anerkennung. Der Fachkräftemangel ist die größte Herausforderung, der wir uns mit einer umfassenden Fachkräftestrategie stellen.

Der Westerwald darf nicht abgehängt werden - gute Gesundheitsversorgung ist Lebensqualität und gehört zu gleichwertigen Lebensverhältnissen, für die ich kämpfe.

Was sind aus Ihrer Sicht die dringendsten Infrastrukturprobleme in Ihrem Wahlkreis (Straßen, Brücken, ÖPNV, digitale Netze) – und welche drei Projekte würden Sie in der nächsten Legislaturperiode priorisieren?
Der Westerwald hat konkrete Infrastrukturbedürfnisse, die ich seit Jahren vorantreibe. Die historische Investitionsoffensive des Landes - 188 Millionen Euro zusätzlich allein für den Westerwaldkreis - gibt uns jetzt die Chance, massiv zu investieren. Die drei dringendsten Prioritäten:

Straßeninfrastruktur
Der Ausbau der B 255, B 8, B 414, B 413 und die Umgehung Rennerod (B 54) sind überfällig. Unsere Landesstraßen und Brücken müssen saniert werden - der Rheinland-Pfalz-Plan ermöglicht hier einen Investitionsschub. Ich setze mich beim Bund weiterhin für die Aufnahme wichtiger Projekte in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans ein.

Digitale Infrastruktur
Flächendeckendes schnelles Internet und Mobilfunk sind keine Luxusfrage, sondern Grundvoraussetzung für Wirtschaft, Bildung und Lebensqualität. Mit der Gigabit-Strategie 2030 und dem Mobilfunkpakt treiben wir den Ausbau voran. Jeder Hof, jedes Unternehmen im Westerwald muss digital angeschlossen werden.

ÖPNV und Mobilität
Wir brauchen bessere Bus- und Bahnverbindungen. Der Ausbau von On-Demand-Angeboten, Bürgerbussen (in jeder Verbandsgemeinde) und die geplante Rheinland-Pfalz-Mobilitäts-App werden die Mobilität im ländlichen Raum deutlich verbessern. Das Deutschlandticket muss dauerhaft bezahlbar bleiben. Zudem übernehmen wir die Verwaltungs- und Prüfungsgebühren für den Führerschein für alle unter 25 Jahren - das schafft echte Mobilität für junge Menschen.
Diese drei Bereiche entscheiden über die Zukunftsfähigkeit unserer Heimat.

Wo sehen Sie die Grenzen der Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung, und unter welchen Bedingungen befürworten Sie die Entnahme einzelner Tiere? Wie sollte das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tierwohl, Wolfsvorkommen und der Sicherung der Weidetierhaltung in Rheinland-Pfalz künftig politisch ausbalanciert werden?
Die Rückkehr des Wolfes stellt unsere Weidetierhalter vor große Herausforderungen. Im Westerwald mit seiner langen Tradition der Weidehaltung erlebe ich die Sorgen der Landwirtinnen und Landwirte hautnah. Das SPD-Programm nimmt diese Anliegen ernst. Unser Ansatz: Wir entwickeln den Naturschutz gemeinschaftlich weiter - nicht über die Köpfe der Menschen hinweg, sondern im Dialog. Der Schutz der Weidetierhaltung hat für uns höchste Priorität, denn sie trägt zur Landschaftspflege, zum Klimaschutz und zur regionalen Wertschöpfung bei.

Konkret bedeutet das:
Präventionsmaßnahmen: Wir unterstützen Weidetierhalter beim Herdenschutz mit finanzieller Förderung für Zäune, Herdenschutzhunde und andere Schutzmaßnahmen.

Entnahme bei Problemtieren: Wo trotz Herdenschutz wiederholt Schäden auftreten und auffällige Wölfe die Scheu vor Menschen verlieren, muss die Entnahme einzelner Tiere möglich sein. Der Schutzstatus des Wolfes darf nicht absolut gesetzt werden, wenn er die Existenz von Weidetierhaltern gefährdet.

Regionale Lösungen: Die Besonderheiten des Westerwaldgebiets - kleinstrukturierte Betriebe, steiles Gelände - erfordern angepasste Lösungen, nicht bundeseinheitliche Vorgaben, die der Realität nicht gerecht werden.

Faire Entschädigung: Schäden müssen schnell und unbürokratisch reguliert werden.
Die Balance zwischen Naturschutz und Nutztierhaltung gelingt nur, wenn wir die berechtigten Interessen aller Seiten ernst nehmen und pragmatische Lösungen finden. Der Wolf darf nicht zum Symbol eines Naturschutzes werden, der die Menschen ausschließt.

Welche drei wirtschaftspolitischen Schwerpunkte wollen Sie in Rheinland-Pfalz setzen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, insbesondere im industriellen Mittelstand und bei Start-ups?
Der Westerwald lebt von seinem starken Mittelstand, innovativen Handwerksbetrieben und Hidden Champions. Mit unserem Wirtschaftsprogramm sichern wir diese Stärke und schaffen neue Perspektiven:


Standortgesellschaft und Turboflächenentwicklung
Wir gründen eine zentrale Standortgesellschaft Rheinland-Pfalz, die Unternehmen aus einer Hand berät - von der Ansiedlung über Fördermittel bis zur Genehmigung. Mit dem Gewerbeflächenturbo erschließen wir schneller neue Flächen für wachsende Betriebe. Gerade im Westerwald mit begrenzten Gewerbegebieten ist das entscheidend. Bürokratieabbau, digitale Genehmigungsverfahren und schnellere Planungsprozesse geben Unternehmen Planungssicherheit.

Innovationsförderung und Technologietransfer
Der Westerwald hat innovative Unternehmen - vom Maschinenbau über nachhaltige Kunststoffe bis zu intelligenten Lösungen für die Industrie 4.0. Wir stärken den Innovationsfonds, fördern KI-Anwendungen speziell für KMU und Handwerk (Innovationsprämie KI im Handwerk) und bauen die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Hochschulen aus. Start-ups erhalten bessere Finanzierungsmöglichkeiten durch Wachstumsfinanzierung und einen modernisierten Innovationsfonds.

Fachkräftesicherung und berufliche Bildung
Ohne Fachkräfte keine Zukunft. Wir bauen die berufliche Bildung massiv aus, fördern die duale Ausbildung und machen Rheinland-Pfalz zum Land des Handwerks. Die neue Servicestelle Fachkräftesicherung hilft besonders kleinen und mittleren Betrieben, eigene Fachkräftestrategien zu entwickeln. Gleichzeitig erleichtern wir die Zuwanderung von Fachkräften über die Zentrale Ausländerbehörde. Für Meisterinnen und Meister gibt es den Aufstiegsbonus - eine gezielte Anerkennung beruflicher Qualifikation.

Diese drei Säulen sichern Wohlstand und gute Arbeit im Westerwald.

Was ist Ihr Konzept, damit der Strukturwandel (Klimaschutz, Digitalisierung, Fachkräftemangel) nicht zulasten der ländlichen Räume geht?
Der Strukturwandel ist die zentrale Herausforderung unserer Zeit - und er darf nicht zu Lasten des ländlichen Raums gehen. Der Westerwald muss Gewinner dieses Wandels sein, nicht Verlierer. Unser Konzept basiert auf vier Prinzipien:

Massive Investitionen in die Infrastruktur
Mit dem Rheinland-Pfalz-Plan investieren wir 188 Millionen Euro zusätzlich allein in den Westerwaldkreis - in Straßen, Schulen, Krankenhäuser, Klimaschutz und digitale Netze. Gleichwertige Lebensverhältnisse entstehen durch gleichwertige Infrastruktur. Wir reaktivieren Bahnstrecken, modernisieren Landesstraßen und bauen Radwege aus. Digitale Netze bringen wir flächendeckend in jedes Dorf.

Regionale Wertschöpfung durch Energiewende
Mit dem Bürgerenergiegesetz profitieren Gemeinden und Bürgerinnen und Bürger direkt von Wind- und Solaranlagen in ihrer Nähe. Die Energiewende wird zum Standortvorteil für den ländlichen Raum: Regionale Wertschöpfung, neue Arbeitsplätze und günstigere Energiepreise durch lokale Erzeugung. Der Westerwald kann Energie-Exporteur werden - das schafft Einkommen und Perspektiven.

Stärkung der Daseinsvorsorge und Lebensqualität
Lebendige Dörfer brauchen Orte der Begegnung: Mit dem Dorfkneipenprogramm, der Förderung von Dorfläden und Dorfbüros, Investitionen in Vereine und Sportstätten erhalten wir soziale Infrastruktur. GemeindeschwesternPlus sichern die Gesundheitsversorgung, ausgebaute Bürgerbusse die Mobilität. Junge Menschen halten wir durch bezahlbaren Wohnraum, kostenlose Kitas und den Führerscheinzuschuss in der Region.

Qualifizierung und lebenslanges Lernen
Wandel erfordert neue Kompetenzen. Wir fördern Weiterbildung, digitale Kompetenzen und berufliche Qualifizierung - damit Beschäftigte im Wandel mithalten können. Transformation gelingt nur, wenn die Menschen mitgenommen werden. Darum setzen wir auf ein 24-monatiges Krisenkurzarbeitergeld mit verpflichtender Qualifizierung.



Der Westerwald hat alle Chancen, gestärkt aus dem Strukturwandel hervorzugehen - wenn wir jetzt die richtigen Weichen stellen.

Wie wollen Sie die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz in den kommenden fünf Jahren gestalten – insbesondere mit Blick auf Unterrichtsqualität, Lehrkräftegewinnung, Inklusion, Digitalisierung der Schulen und Entlastung von Schülern und Lehrkräften?
Bildung ist der Schlüssel für Aufstiegschancen und Gerechtigkeit. Als jemand, der aus einer Arbeiterfamilie stammt - ich bin eines von sechs Geschwistern - weiß ich, wie wichtig gute Bildung unabhängig der Herkunft ist. Unser Programm "100Prozent Bildung für jedes Kind" ist mein persönliches Versprechen:

Kostenfreie Bildung von Anfang an
Alle Schulbücher und Arbeitshefte werden kostenfrei - das entlastet Familien um 2.500 Euro pro Kind über die gesamte Schulzeit. Ab Klasse 5 gibt es zusätzlich ein digitales Bücherregal. Kitas bleiben beitragsfrei. Bildungserfolg darf nicht vom Geldbeutel abhängen.

Verlässliche Kitas und starke Sprachförderung
Wir schließen einen Pakt für mehr Verlässlichkeit mit Kommunen und Trägern: stabile Öffnungszeiten, ausreichend Personal. Die Sprachförderung bauen wir massiv aus - von heute 350 auf 1.000 Sprach-Kitas. Sprache ist der Schlüssel zu Bildung und Integration.

Lehrkräfte gewinnen und wertschätzen
Wir heben die Besoldung der Grundschullehrkräfte auf A13 an - eine Frage der Gerechtigkeit. Die Fachkräftekampagne für Lehrerinnen und Lehrer setzen wir fort, bauen Ausbildungskapazitäten aus und vereinfachen Wechsel zwischen Schularten. Digitale Vertretungsmodule und fertige Unterrichtsentwürfe entlasten im Alltag.
Lehrkräfte sind das Rückgrat unseres Bildungssystems - sie verdienen Respekt, gute Bezahlung und Unterstützung.

Digitalisierung und moderne Schulen
Mit dem Rheinland-Pfalz-Plan modernisieren wir Schulgebäude, bauen barrierefreie Zugänge und schaffen digitale Lernumgebungen. Informatik wird Pflichtfach, eine kostenfreie KI-Plattform steht allen zur Verfügung. Wir schützen Schülerinnen und Schüler konsequent vor digitaler Gewalt. Medienkompetenz ist Zukunftskompetenz.

Inklusion und individuelle Förderung
Wir gehen den Weg zur inklusiven Schule weiter - mit Sozialraumbudgets für Schulen in herausfordernden Lagen, Kita-Sozialarbeit und gezielter Unterstützung für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Niemand darf zurückbleiben. Mit dem Programm "Keiner ohne Abschluss" und Übergangscoaches begleiten wir junge Menschen bis in Ausbildung oder Beruf.

Ganztagsangebote und Schulnetzwerk
Wir bauen flächendeckende, qualitativ hochwertige Ganztagsangebote aus - für bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und mehr Bildungsgerechtigkeit. Im Westerwald erhalten wir kleine Schulstandorte und ermöglichen wo nötig Sechszügigkeit an Integrierten Gesamtschulen.

Gute Bildung ist die beste Investition in unsere Zukunft - im Westerwald und in ganz Rheinland-Pfalz.

Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidat antreten:
Mit 16 Jahren bin ich 1982 in die SPD eingetreten - unter dem Eindruck der pragmatischen Politik Helmut Schmidts und der Friedensbewegung. Die SPD war und ist für mich die Partei, die Politik für alle Menschen macht, nicht nur für Privilegierte.

Mir war früh klar: Soziale Gerechtigkeit entsteht nicht von selbst. Sie muss erkämpft werden - durch starke Gewerkschaften, durch einen handlungsfähigen Sozialstaat, durch Bildungschancen für jedes Kind. Die SPD steht für diese Werte, für Solidarität, Zusammenhalt und den Respekt vor der Lebensleistung der Menschen.

Was mich bis heute antreibt: Die SPD ist die Partei des Dialogs, des Zuhörens, der pragmatischen Lösungen. Als Stadtbürgermeister, Minister und Landtagspräsident habe ich erlebt, dass Politik dann funktioniert, wenn man die Menschen mitnimmt, wenn man ihre Sorgen ernst nimmt und gemeinsam nach Lösungen sucht.

Die SPD ist die Partei der Arbeit, der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, der kleinen Leute, die jeden Tag ihren Beitrag leisten. Sie ist die Partei der starken Kommunen, der lebendigen Dörfer, des Ehrenamts. Sie ist die Partei, die an die Kraft der Gemeinschaft glaubt - aus Liebe zum Land.

Deshalb bin ich Sozialdemokrat. Und deshalb kämpfe ich jeden Tag für ein gerechtes, soziales und weltoffenes Rheinland-Pfalz.

Worüber können Sie lachen?
Über vieles! Wer mich kennt, weiß, dass ich kein bierernster Mensch bin. Ich kann über mich selbst lachen - das ist wichtig, gerade in der Politik. Die vielen Begegnungen bei Festen, in Vereinen oder bei Bürgersprechstunden sind oft voller Humor. Die Menschen im Westerwald haben einen wunderbaren, bodenständigen Humor - direkt, ehrlich, manchmal verschmitzt.

Ich liebe es, wenn bei Kulturveranstaltungen - die "Hachenburger Kulturzeit" habe ich ja selbst initiiert - gute Geschichten erzählt werden, wenn Kabarettisten den Finger in die Wunde legen. Ich lache über die Absurditäten der Bürokratie, die wir leider manchmal selbst schaffen. Und ich lache mit meinen drei Kindern - Familie ist der beste Ort für Humor und Leichtigkeit.

Was mich auch zum Schmunzeln bringt: Wenn politische Rituale durchbrochen werden, wenn unerwartete Momente entstehen, wenn im Landtag trotz aller Ernsthaftigkeit auch mal herzlich gelacht wird. Politik muss nicht immer mit versteinerter Miene stattfinden. Im Gegenteil: Humor verbindet, Humor schafft Vertrauen. Und manchmal ist eine gute Pointe klüger als drei ellenlange Reden.

Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?
Wütend macht mich Ungerechtigkeit. Wenn Menschen, die hart arbeiten, trotzdem nicht über die Runden kommen. Wenn Kinder aufgrund ihrer Herkunft schlechtere Chancen haben. Wenn Alleinerziehende zwischen Beruf, Kindern und Existenzsorgen zerrieben werden. Wenn Pflegekräfte trotz unermüdlichem Einsatz zu wenig Anerkennung und zu wenig Geld bekommen.

Frust löst bei mir aus, wenn Bürokratie Menschen das Leben schwer macht, statt zu helfen. Wenn Anträge monatelang liegen, wenn Verfahren unnötig kompliziert sind, wenn der Staat nicht funktioniert, obwohl er es könnte. Daran arbeite ich als Landtagspräsident aktiv - wir brauchen eine Verwaltung, die für die Menschen da ist, nicht gegen sie.

Wütend macht mich, wenn Populisten mit Angst Politik machen, wenn Hass und Hetze verbreitet werden, wenn demokratische Werte mit Füßen getreten werden. Die Demokratie ist nicht selbstverständlich - sie muss jeden Tag verteidigt werden. Den Feinden der Demokratie geben wir keinen Raum.

Und Frust löst bei mir aus, wenn Chancen vertan werden. Wenn wir seit Jahren wissen, dass wir mehr in Bildung, Infrastruktur oder Klimaschutz investieren müssen - und es dann doch nicht passiert. Deshalb bin ich froh, dass wir mit dem Rheinland- Pfalz-Plan jetzt massiv investieren. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren.

Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?
"Westerwald bundesweit Spitze bei Lebensqualität und Zukunftschancen"

Das wäre die Schlagzeile, die mich glücklich machen würde. Nicht, weil es um Rankings geht, sondern weil es bedeuten würde: Junge Menschen bleiben hier oder kehren zurück, weil sie Perspektiven haben. Familien finden bezahlbaren Wohnraum und gute Kitas. Unternehmen finden Fachkräfte und investieren. Die Gesundheitsversorgung ist gesichert. Schnelles Internet ist überall verfügbar. Vereine blühen, Dörfer sind lebendig, Zusammenhalt wird gelebt.

Oder: "Hendrik Hering hat sich als Landtagspräsident große Verdienste für Demokratie und Dialog erworben"

Das würde bedeuten, dass ich meinen Beitrag geleistet habe und guten Gewissens weitergeben kann. Dass der Landtag als Ort des demokratischen Ringens, des respektvollen Dialogs und der Bürgernähe gestärkt wurde. Dass ich den Menschen im Westerwald ein verlässlicher Ansprechpartner war.

Und eine Schlagzeile, die ich gerne jeden Tag lesen würde: "Kein Kind in Rheinland- Pfalz geht mehr in Armut schlafen" - denn das wäre das größte Zeichen, dass wir eine gerechte Gesellschaft geschaffen haben.

Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Eine ehrliche Frage - und ich antworte ehrlich: Rückblickend hätte ich mir gewünscht, dass wir in der SPD früher und deutlicher erkannt hätten, wie sehr sich die Arbeitswelt verändert. Die Digitalisierung, die Globalisierung, die Flexibilisierung - das hat viele Menschen verunsichert. Wir hätten früher deutlicher machen müssen, dass wir diese Sorgen ernst nehmen und konkrete Antworten haben.

Persönlich hätte ich mir in meiner Zeit als Wirtschaftsminister gewünscht, beim Thema erneuerbare Energien noch schneller voranzugehen. Wir haben viel erreicht, aber der Klimawandel hätte noch entschlosseneres Handeln verdient. Heute wissen wir: Jedes Jahr zählt.
Eine Fehleinschätzung, die viele von uns geteilt haben: Wir dachten lange, dass wirtschaftlicher Erfolg automatisch zu mehr Zufriedenheit führt. Aber die Menschen wollen nicht nur Wohlstand, sie wollen auch Sicherheit, Anerkennung, Zugehörigkeit.
Die SPD muss die Partei sein, die nicht nur für gute Löhne kämpft, sondern auch für starke Gemeinschaften, für lebendige Orte, für Zusammenhalt.

Aber ich glaube auch: Fehler sind menschlich. Wichtig ist, dass man daraus lernt, dass man offen dafür bleibt, sich weiterzuentwickeln und zuzuhören. Politik ist ein ständiger Lernprozess - und ich bin dankbar für jede Erfahrung, auch die schmerzlichen.

Deshalb sollten die Wähler mir ihre Stimme geben:
Weil ich den Westerwald kenne, liebe und seit Jahrzehnten für ihn kämpfe. Ich bin hier geboren, hier aufgewachsen, habe hier Familie und Freunde. Ich weiß, was die Menschen bewegt, wo der Schuh drückt, was funktioniert und was verbessert werden muss.

Ich stehe für eine Politik des Zuhörens und des Dialogs. In meinen regelmäßigen Bürgersprechstunden, bei Besuchen in Betrieben, Feuerwehren, Vereinen und Verbänden bin ich nah bei den Menschen. Politik muss von unten wachsen, nicht von oben verordnet werden.

Ich habe Erfahrung und Gestaltungskraft: Als Stadtbürgermeister, Staatssekretär, Minister, Fraktionsvorsitzender und Landtagspräsident habe ich auf allen Ebenen Politik gemacht - immer mit dem Ziel, konkrete Verbesserungen für die Menschen zu erreichen. Ich weiß, wie man Dinge bewegt, wie man Mehrheiten organisiert, wie man Kompromisse findet, ohne die eigenen Werte zu verraten.

Ich stehe für eine SPD, die verlässlich ist, die zu ihrem Wort steht, die für soziale Gerechtigkeit, starke Kommunen und gleichwertige Lebensverhältnisse kämpft. Mit Alexander Schweitzer als Ministerpräsident haben wir jetzt die historische Chance, massiv in die Zukunft zu investieren - 188 Millionen Euro allein für den Westerwaldkreis. Dieses Geld muss richtig eingesetzt werden, damit es bei den Menschen ankommt.

Ich verspreche keine einfachen Lösungen für komplexe Probleme. Aber ich verspreche, dass ich jeden Tag mit vollem Einsatz für den Westerwald arbeite - mit Herz, Verstand und der nötigen Portion Westerwälder Sturheit. Geben Sie mir Ihr Vertrauen - gemeinsam bringen wir unsere Heimat voran, aus

Aus Liebe zum Land.

________________________

Kurzer Steckbrief

Wohnort: Hachenburg
Geburtsdatum: 13. April 1964
Familienstand: verheiratet

Beruflicher Lebenslauf/Ausbildung: Studium der Rechtswissenschaften; selbständiger Rechtsanwalt; Staatssekretär; Staatsminister; Landtagspräsident
Politischer Werdegang: 1982 Eintritt in die SPD; Stadtbürgermeister von Hachenburg von 1989 bis 2001; im Kreistag des Westerwald-Kreises seit 1989 Mitglied; seit 1992 Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes Westerwald; seit 2002 Vorsitzender des SPD-Bezirksverbandes Rheinland; 2004 bis 2023 stellvertretender Vorsitzender des SPD-Landesverbandes Rheinland-Pfalz.
Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten: Vorstand Freundeskreis Landschaftsmuseum Westerwald; Förderkreis Klinikum Westerwald; ver.di; stellvertretendes Mitglied Kuratorium Krankenhaus Hachenburg; Mitglied Kreistag Westerwaldkreis; Vizepräsident Stiftungsrat Europäische Rechtsakademie Trier; Vorstandsmitglied Freundeskreis Landschaftsmuseum Westerwald (Hachenburg); zweiter stellvertretender Vorsitzender Freundes- und Förderkreis für das Krankenhaus Hachenburg e.V.; Präsident Partnerschaftsverband Rheinland-Pfalz/4er-Netzwerk e.V.; Mitglied Kuratorium Stefan-Morsch-Stiftung; Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke Birkenfeld; Vorstandsvorsitzender Europahaus Marienberg; Verbandsvorsitzender Verband der Volkshochschulen von Rheinland-Pfalz e.V.

Hobbys: Wandern und Joggen, Musik, Besuch von Kleinkunstveranstaltungen und Lesen
Drei Lieblingsorte im Wahlkreis: Westerwälder Seenplatte, Stöffelpark, Marienstatt
Vorbilder:
Kontaktdaten zur Veröffentlichung: Abgeordnetenbüro Hendrik Hering, MdL: Graf-Heinrich-Straße 12, 57627 Hachenburg; Telefon: 02662/3075930; E-Mail: wahlkreis@hendrik-hering.de; Internet: www.hendrik-hering.de; Facebook: https://www.facebook.com/pg/HendrikHeringMdL; Instagram: https://www.instagram.com/hendrik.hering/

Eine kurze Übersicht aller Direktkandidierenden für den Westerwaldkreis finden Sie hier. (Red)


Mehr dazu:   Landtagswahl 2026   Politik & Wahlen   SPD  
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