Kandidat für die Landtagswahl 2026: Thomas Damson (AfD)
Am Sonntag, 22. März, stehen die rheinland-pfälzischen Landtagswahlen 2026 an. Doch wer sind die Direktkandidierenden, denen wir unsere Stimme geben sollen, was sind ihre Vorstellungen und Ziele für unsere Region? Die Kuriere haben nachgefragt und allen die gleichen Fragen geschickt. Hier die Antworten von Thomas Damson (AfD)
Wahlkreis Bendorf/Weißenthurm. Unverfälscht und echt sollen die Antworten der Kandidierenden zur Landtagswahl sein. Deshalb sind alle Antworten original zitiert, ohne Bewertung, ohne Kommentar, ohne Kürzung oder Anmerkung. Die Aussagen der Politiker spiegeln nicht die Meinung der Kuriere wider, sondern ausschließlich die des Kandidierenden. Hier sind die Antworten von Thomas Damson (AfD).
Wofür haben Sie sich bisher politisch engagiert – und wieso?
Ich bin seit 2013 für die AfD auf verschiedenen Ebenen politisch aktiv, weil ich überzeugt bin, dass Deutschland einen Kurswechsel braucht. Mir geht es um mehr direkte Demokratie und den Erhalt eines souveränen deutschen Rechts- und Nationalstaates statt einer immer mächtiger werdenden, zentralistischen EU mit Demokratiedefizit. Außerdem setze ich mich für den Schutz unserer Heimat und Kultur ein sowie für ein Ende unkontrollierter Massenmigration, die Sicherheit gefährdet und den Sozialstaat überlastet. Ich verteidige unsere Freiheitsrechte gegen überzogene Eingriffe wie in der Corona-Zeit. Und ich kämpfe für den Erhalt unserer Wirtschaftskraft - durch steuerliche Entlastung von Bürgern und Unternehmen und durch eine vernünftige Energiepolitik, die Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit statt Ideologie in den Mittelpunkt stellt.
Was muss sich in Rheinland-Pfalz dringend verändern?
Folgende drei Punkte erscheinen mir vordringlich:
Schule und Bildung stabilisieren: Sicherheit und Ordnung an Schulen konsequent durchsetzen, Lehrkräfte wirksam schützen und entlasten und das Leistungsniveau wieder anheben; Inklusion mit Augenmaß gestalten und Förderschulen erhalten.
Migration ordnen und Kommunen entlasten: Zuwanderung klar steuern, Rückführungen bei fehlendem Bleiberecht konsequent vollziehen, Anreize reduzieren (mehr Sachleistungen statt Geldleistungen) und gemeinnützige Arbeit verbindlich umsetzen; dafür Landesstrukturen zur Rückführung bündeln und Kommunen spürbar entlasten.
Mobilität und Infrastruktur beschleunigen: Straßen, Brücken und ÖPNV pragmatisch ausbauen - gerade im ländlichen Raum mit flexiblen Angeboten wie Rufbussen -, die Wahlfreiheit der Bürger sichern statt ideologischer Verkehrspolitik und Planungs- sowie Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigen.
Was sollte sich ändern, damit die Gesundheitsversorgung im Wahlkreis stabil und zuverlässig bleibt?
Ich möchte, dass die ambulante Versorgung wieder tragfähig wird: Haus- und Facharztpraxen sollen durch weniger Bürokratie, bessere Rahmenbedingungen und gezielte Unterstützung bei Niederlassung und Praxisübernahme in der Region gehalten beziehungsweise neu angesiedelt werden. Parallel dazu soll das Kliniknetz in erreichbarer Nähe stabil bleiben und durch höhere Investitionen in Ausstattung und Infrastruktur gestärkt werden, damit Grund- und Notfallversorgung nicht "wegzentralisiert" wird. Drittens setzt die AfD auf einen gestärkten Rettungsdienst und eine belastbare Notfallkette mit kurzen Hilfsfristen, ausreichenden Rettungsmitteln und einer guten Anbindung an geeignete Kliniken.
Was sind aus Ihrer Sicht die dringendsten Infrastrukturprobleme in Ihrem Wahlkreis (Straßen, Brücken, ÖPNV, digitale Netze) – und welche drei Projekte würden Sie in der nächsten Legislaturperiode priorisieren?
Im Wahlkreis 10 (Bendorf/Weißenthurm) liegen die dringendsten Infrastrukturprobleme dort, wo schon kleine Störungen sofort "Kettenreaktionen" auslösen: an Straßen- und Brücken-Nadelöhren rund um die B42 (insbesondere am Überführungsbauwerk der L262 bei Bendorf-Mülhofen), an punktuellen Sperrungen wichtiger Querungen wie der Eisenbahnbrücke Engerser Straße - und aktuell ganz konkret auch an der umstrittenen Verkehrsführung in Bendorf-Sayn rund um den Knoten Fillingers Eck/Weiser Straße, wo Baustellenphasen, Einbahnregelungen und Umleitungen spürbar Druck auf das gesamte Netz geben. Dazu kommt 2026 ein echter ÖPNV-Stresstest durch die Vollsperrung der rechten Rheinstrecke, mit Folgen für Pendler, Anschlüsse und Ersatzverkehre. Beim Glasfaser-Ausbau ist zwar Bewegung drin, aber Tempo, Koordination und flächige Abdeckung bleiben die entscheidenden Baustellen, damit kein Flickenteppich entsteht.
Ich würde in der nächsten Legislatur drei Projekte priorisieren:
Ein Nadelöhr-Programm Verkehr: das B42/L262 sowie die Problemstellen in Bendorf-Sayn mit einem Bauphasen- und Umleitungsmanagement "aus einem Guss" absichert und Rettungswege, Busverkehr und Erreichbarkeit zuverlässig mitdenkt.
Einen Pendler-Schutzschirm 2026: mit verlässlichem Ersatzverkehr, gut ausgebauten Umsteigepunkten mit Parkplätzen und Fahrradabstellanlagen sowie flexiblen Zubringern in die Orte (Rufbusse und bedarfsgesteuerte Kleinbusse).
Eine Gigabit-Offensive im Wahlkreis: die Genehmigungen vereinfacht, Mitverlegung bei jeder Straßenmaßnahme konsequent nutzt und Schulen sowie Gewerbe zuerst an leistungsfähige Glasfaser anschließt.
Wo sehen Sie die Grenzen der Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung, und unter welchen Bedingungen befürworten Sie die Entnahme einzelner Tiere? Wie sollte das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tierwohl, Wolfsvorkommen und der Sicherung der Weidetierhaltung in Rheinland-Pfalz künftig politisch ausbalanciert werden?
Aus AfD-Sicht hat die Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung dort klare Grenzen, wo Weidebetriebe nur noch unter unverhältnismäßigem Aufwand arbeiten können und wiederholte Risse zu Tierleid, wirtschaftlichen Schäden und letztlich zur Aufgabe der Weidetierhaltung führen. Herdenschutz kann unterstützen, ist aber vielerorts praktisch und finanziell nicht dauerhaft leistbar; Naturschutz darf nicht zur schleichenden Abschaffung der Weidetierhaltung in der Kulturlandschaft führen.
Die Entnahme einzelner Tiere befürworten wir konsequent, wenn ein Wolf auffällig oder schadensstiftend ist - insbesondere bei wiederholten Übergriffen, bei geringer Scheu oder wenn trotz zumutbarer Schutzmaßnahmen weiterhin Risse auftreten. Dafür braucht es ein rechtssicheres, schnelles Verfahren mit klaren Zuständigkeiten, damit Entscheidungen nicht in Bürokratie und endlosen Prüfketten versanden.
Politisch bedeutet das für Rheinland-Pfalz: aktives Wolfsmanagement statt reinen Symbolschutz. Wo Wolfsvorkommen die Weidetierhaltung und das Tierwohl dauerhaft gefährden, muss neben der gezielten Entnahme auch eine verlässliche Bestandsregulierung möglich sein. Schutz ja - aber nicht um den Preis von Tierleid, Verlust regionaler Landwirtschaft und dem Rückzug der Weidewirtschaft aus der Fläche.
Welche drei wirtschaftspolitischen Schwerpunkte wollen Sie in Rheinland-Pfalz setzen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, insbesondere im industriellen Mittelstand und bei Start-ups?
Bezahlbare, verlässliche Energie für Industrie und Mittelstand. Wir senken die Energie- und Klimakosten, damit Produktion in Rheinland-Pfalz wieder wettbewerbsfähig bleibt - auch über Initiativen im Bundesrat: CO₂-Bepreisung beenden, Stromsteuer auf das europäische Minimum, Energiesteuer abschaffen - und Versorgungssicherheit durch einen technologieoffenen Energiemix einschließlich Kernenergie stärken.
Entfesseln statt verwalten: weniger Bürokratie, einfachere Steuern, bessere Vergaben. Wir bauen Vorschriften ab, vereinfachen das Steuerrecht und senken Abgaben; dazu gehören unter anderem einfachere Abschreibungen und die steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung - auch hier wird Rheinland-Pfalz über Bundesratsinitiativen Druck machen. Zusätzlich braucht es ein Vergaberecht, das auch kleine und mittlere Betriebe wieder realistisch bedient.
Gründungs- und Wachstumsagenda: mehr Neugründungen, mehr Nachfolge, mehr Risikokapital. Wir bauen Gründerstipendien aus, vernetzen Gründer und Investoren über einen Beauftragten, statten einen professionell verwalteten Risikokapitalfonds besser aus und stärken Ausgründungen an Hochschulen - damit in Rheinland-Pfalz mehr Jungunternehmen entstehen und hier Arbeitsplätze schaffen.
Was ist Ihr Konzept, damit der Strukturwandel (Klimaschutz, Digitalisierung, Fachkräftemangel) nicht zulasten der ländlichen Räume geht?
Der Strukturwandel darf nicht als Strafprogramm für ländliche Räume umgesetzt werden, sondern muss bezahlbar, praxistauglich und technologieoffen sein. Beim Klimaschutz heißt das: Energie muss für Haushalte, Handwerk und Mittelstand wieder verlässlich und erschwinglich werden, statt über CO₂-Abgaben und immer neue Vorgaben die Fläche auszubluten. Digitalisierung verstehen wir als Grundversorgung: flächendeckend schnelles Internet und Mobilfunk ohne Funklöcher, plus eine Verwaltung, die wirklich digital funktioniert und Bürger wie Betriebe von Papierkrieg entlastet. Gegen den Fachkräftemangel setzen wir auf bessere Bildung, starke duale Ausbildung und Handwerk, weniger Bürokratie und attraktivere Rahmenbedingungen, damit Betriebe investieren und Menschen in der Region bleiben oder zurückkehren. Und damit das Land nicht abgehängt wird, muss Mobilität funktionieren: Straßen und Brücken sanieren und den ÖPNV bedarfsgerecht stärken - auch mit flexiblen Angeboten wie Rufbussen statt leerer Linien.
Wie wollen Sie die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz in den kommenden fünf Jahren gestalten – insbesondere mit Blick auf Unterrichtsqualität, Lehrkräftegewinnung, Inklusion, Digitalisierung der Schulen und Entlastung von Schülern und Lehrkräften?
Wir brauchen in Rheinland-Pfalz in den nächsten fünf Jahren eine echte Kurskorrektur: Bildungsstudien zeigen seit Jahren Leistungsabfall, zugleich nehmen Disziplinprobleme, Unterrichtsausfall und Lehrermangel zu. Unsere Antwort ist die Rückkehr zu einer Schule, die wieder verlässlich bildet - mit klaren Leistungsstandards, Lernruhe und dem Primat des Unterrichts.
Dazu gehört die Rückkehr zum Leistungsprinzip und zu einem differenzierten dreigliedrigen Schulsystem, damit jedes Kind nach Begabung und Leistung passend gefördert wird. Wir wollen eine verbindliche Grundschulempfehlung und in der Grundschule einen verbindlichen Grundwortschatz als Mindeststandard. Inhaltlich setzen wir auf eine deutliche Stärkung von Deutsch und Mathematik, konsequente Sprachförderung und klare Lernziele statt stetiger Reformexperimente. Wer dem Unterricht sprachlich nicht folgen kann, muss zuerst verpflichtend Deutschförderung erhalten - bevor es in den Regelunterricht geht, damit Unterricht für alle wieder funktioniert.
Gleichzeitig braucht es Ordnung und Schutz: Gewalt, Störungen und Respektlosigkeit werden konsequent sanktioniert; Lehrkräfte werden rechtlich und organisatorisch gestärkt, damit sie unterrichten können. Beim Lehrermangel setzen wir auf bessere Bedingungen statt Werbekampagnen: weniger Bürokratie und weniger fachfremde Nebenaufgaben, dafür gezielt mehr Verwaltungs- und Organisationspersonal zur Entlastung der Lehrkräfte. Quer- und Seiteneinstieg befürworten wir nur qualitätsgesichert und mit klarer Nachqualifizierung - als gezielte Ergänzung, nicht als dauerhafte Absenkung von Standards. Inklusion gestalten wir mit Augenmaß und stärken Förderschulen, damit sie nicht zum Überlastungsprogramm für Klassen wird.
Digitalisierung ist ein Werkzeug zur Entlastung - kein Selbstzweck: digitale Lösungen dort, wo sie Verwaltung vereinfachen und Unterricht unterstützen, aber kein Tablet-Zwang und erst recht kein Ersatz für Lesen, Schreiben, Rechnen. Insgesamt gilt: mehr
Zeit für Wissensvermittlung und Übung, weniger Ideologieballast - damit Schüler wieder Leistung zeigen und Lehrkräfte wieder ihren Beruf ausüben können.
Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidat antreten:
Siehe Antwort auf Frage 1.
Worüber können Sie lachen?
Über Loriot, Gerhard Polt und Harald Schmidt
Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?
Wenn bei Machtmissbrauch weggeschaut wird und es den Mächtigen durch Propaganda gelingt, Menschen in die Irre zu führen.
Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?
Friedensvertrag zwischen Ukraine und Russland unterzeichnet
Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Ich habe unterschätzt, wie stark Abwehrreflexe die Sachdebatte überlagern können. Es wurde angekündigt, uns inhaltlich stellen zu wollen - in der Praxis stand das dann häufig nicht im Mittelpunkt.
Deshalb sollten die Wähler mir ihre Stimme geben:
Sie sollten mir Ihre Stimme geben, weil Sie mit mir einen überzeugten Patrioten wählen, der Sicherheit und Ordnung durchsetzt, unsere Heimat und Kultur bewahrt, Migration konsequent ordnet und die Infrastruktur endlich voranbringt. Kommunalpolitisch habe ich bewiesen, dass ich sachlich, hartnäckig und lösungsorientiert arbeite. Diese Verlässlichkeit bringe ich für Sie in den Landtag - damit aus Worten konkrete Verbesserungen werden.
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Kurzer Steckbrief
Wohnort: Bendorf
Geburtsdatum: 24. März 1981
Familienstand: ledig
Beruflicher Lebenslauf/Ausbildung: Studium der Philosophie und Germanistik in Tübingen und Ann Arbor (USA); anschließend Referendariat und seit 2010 Gymnasiallehrer in Bendorf
Politischer Werdegang: Seit 2013 Mitglied der AfD und zeitweise in verschiedenen Funktionen tätig (unter anderem als Mitglied im Landesvorstand und Kreisvorsitzender); Direktkandidat bei Bundestags- und Landtagswahlen. Seit 2019 Kreistagsmitglied und seit 2023 AfD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Mayen-Koblenz
Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten: Schulschach und Schüleraustausch (Polen)
Hobbys: Schach, Fußball, Gitarre
Drei Lieblingsorte im Wahlkreis: Sayner Schmetterlingspark, Goldberg in Bendorf mit Blick auf das Neuwieder Becken, Bendorfer Kirchplatz
Vorbilder: Friedrich Schiller, Johannes Gutenberg, Ludwig Erhard
Kontaktdaten zur Veröffentlichung: thomasdamson@web.de; www.thomasdamson.de; https://x.com/TDamson; https://www.facebook.com/realthomasdamson; https://www.instagram.com/damson.thomas/
Eine kurze Übersicht aller Direktkandidierenden für den Westerwaldkreis finden Sie hier. (Red)
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