Kandidat für die Landtagswahl 2026: Kai Dommershausen (SPD)
Am Sonntag, 22. März, stehen die rheinland-pfälzischen Landtagswahlen 2026 an. Doch wer sind die Direktkandidierenden, denen wir unsere Stimme geben sollen, was sind ihre Vorstellungen und Ziele für unsere Region? Die Kuriere haben nachgefragt und allen die gleichen Fragen geschickt. Hier die Antworten von Kai Dommershausen (SPD)
Wahlkreis Bendorf/Weißenthurm. Unverfälscht und echt sollen die Antworten der Kandidierenden zur Landtagswahl sein. Deshalb sind alle Antworten original zitiert, ohne Bewertung, ohne Kommentar, ohne Kürzung oder Anmerkung. Die Aussagen der Politiker spiegeln nicht die Meinung der Kuriere wider, sondern ausschließlich die des Kandidierenden. Hier sind die Antworten von Kai Dommershausen (SPD).
Wofür haben Sie sich bisher politisch engagiert – und wieso?
Ich engagiere mich seit mehreren Jahren als Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes Bendorf und trage Verantwortung für unsere Wahlkämpfe, weil ich die Entwicklung unserer Stadt aktiv mitgestalten und Menschen für demokratische Beteiligung gewinnen möchte. Seit der letzten Kommunalwahl vertrete ich unsere Ideen im Bendorfer Stadtrat. Mein Ziel ist, konkrete Verbesserungen vor Ort zu erreichen und Politik muss nah an den Menschen sein, verlässlich und ansprechbar.
Was muss sich in Rheinland-Pfalz dringend verändern?
Rheinland-Pfalz ist gut aufgestellt. Das zeigt sich bei Investitionen in Bildung und Infrastruktur sowie einer klaren Zukunftsstrategie unter Ministerpräsident Alexander Schweitzer. Verbesserungsbedarf liegt bei der Umsetzungsgeschwindigkeit in Rheinland-Pfalz. Vieles ist gut angelegt, aber Entscheidungen und Förderprogramme müssen schneller und einfacher bei Kommunen, Schulen und Betrieben ankommen. Dafür braucht es konsequenten Bürokratieabbau, ein schlankes digitales Förderwesen und mehr interkommunale Zusammenarbeit. Entscheidend ist, dass Investitionen zügig vor Ort wirken und nicht in Verfahren hängen bleiben. Wenn Investitionen schneller wirken, stärken wir Vertrauen in Politik und das ist in Zeiten wachsender Polarisierung wichtiger denn je.
Was sollte sich ändern, damit die Gesundheitsversorgung im Wahlkreis stabil und zuverlässig bleibt?
Mit einer älter werdenden Bevölkerung wird der medizinische und pflegerische Bedarf weiter steigen. Für diese Herausforderungen möchte ich unsere Heimat wappnen. Wir müssen sicherstellen, dass genug Praxen der Allgemein- und Facharztmedizin in unserem Wahlkreis vorhanden sind und bestehende Praxen mittels der Digitalisierung entlasten. Deshalb werde ich mich für die Einführung von Ansiedlungslotsen für Haus- und Fachärzte und für die Stärkung der kommunalen Hand im Bereich der Gründung von medizinischen Versorgungszentren einsetzen. Mit der Landarzt- und Landkinderarztquote setzt das Land bereits wichtige Anreize, um die medizinische Versorgung flächendeckend zu sichern. Durch den Einsatz digitaler Lösungen, können sich Praxen und Gesundheitseinrichtungen besser vernetzen und eine schnellere und zielgerichtete Versorgung kann sichergestellt werden.
Was sind aus Ihrer Sicht die dringendsten Infrastrukturprobleme in Ihrem Wahlkreis (Straßen, Brücken, ÖPNV, digitale Netze) – und welche drei Projekte würden Sie in der nächsten Legislaturperiode priorisieren?
Mit der Investitionsoffensive für Rheinland-Pfalz, die sich aus dem Sondervermögen des Bundes und zusätzlichen Landesmitteln zusammensetzt, haben wir eine historische Chance, um wichtige Infrastrukturprojekte vor Ort anzupacken.
Damit jede und jeder unabhängig von Alter und Unterstützungsbedarf von einem Ort zum anderen gelangen kann, braucht es einen bezahlbaren, nachhaltigen und flächendeckend barrierefreien ÖPNV. Dieser muss zudem gut vernetzt sein mit Fuß- und Radwegen. Wir brauchen ein modernes Mobilitätsnetz, das keine Art der Fortbewegung - ob Auto, ÖPNV, Fahrrad oder zu Fuß - gegeneinander ausspielt. Deshalb haben wir auch unsere Straßen und Brücken im Blick.
Zudem möchte ich unser gesellschaftliches Zusammenleben stärken, durch den Erhalt wichtiger Begegnungsorte wie die Dorfkneipe. Mit Programmen wie "Wir lassen die Kneipe im Dorf" setzt sich die SPD Rheinland-Pfalz genau dafür ein. Je Vorhaben gibt es eine Förderung von 50.000 Euro, damit unsere örtlichen Begegnungsorte erhalten bleiben. Darüber hinaus ist flächendeckend Glasfaser sehr wichtig und eine stabile Mobilfunkversorgung.
Wo sehen Sie die Grenzen der Koexistenz von Wolf und Weidetierhaltung, und unter welchen Bedingungen befürworten Sie die Entnahme einzelner Tiere? Wie sollte das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Tierwohl, Wolfsvorkommen und der Sicherung der Weidetierhaltung in Rheinland-Pfalz künftig politisch ausbalanciert werden?
Die biologische Vielfalt muss geschützt werden und gleichzeitig müssen wir die Sorgen der Weidetierhalter berücksichtigen. Für Wölfe, die wiederholt Schutzmaßnahmen überwinden, erhebliche Schäden anrichten oder eine Gefahr für den Menschen darstellen, braucht es klare, rechtssichere Regeln für eine Entnahme.
Welche drei wirtschaftspolitischen Schwerpunkte wollen Sie in Rheinland-Pfalz setzen, um Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, insbesondere im industriellen Mittelstand und bei Start-ups?
Zur Anpassung an die sich verändernde Arbeits- und Wirtschaftswelt, gilt es, Zukunftstechnologien in unserem Bundesland anzusiedeln. Dies ist in den vergangenen Jahren zum Beispiel im Bereich der Biotechnologie bereits erfolgreich geschehen. Als Abgeordneter werde ich mich dafür einsetzen, dass wir diesen Weg weitergehen: Mithilfe einer Ansiedlungsstrategie und eines Gewerbeflächen-Turbos, der neue Flächen für Industrie und Gewerbe ausschreibt. Das schließt auch die Förderung und Ansiedlung neuer Start-ups mit ein. Zudem gilt es, den Bürokratieabbau weiter voranzutreiben: Verfahren müssen beschleunigt, Digitalisierung vorangebracht und Vorschriften abgebaut werden. Das erleichtert Neugründungen und schafft finanzielle wie personelle Kapazitäten in Unternehmen. Als Drittes möchte ich die Sicherung und Gewinnung von Fachkräften mithilfe einer Fachkräftestrategie nennen. In jeder Branche brauchen wir gut ausgebildete Fachkräfte - sie sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Beruf und Familie müssen gut miteinander vereinbar sein.
Was ist Ihr Konzept, damit der Strukturwandel (Klimaschutz, Digitalisierung, Fachkräftemangel) nicht zulasten der ländlichen Räume geht?
Strukturwandel darf keine Region zurücklassen. Mit der Investitionsoffensive für Rheinland-Pfalz, bestehend aus den Mitteln des Sondervermögens des Bundes und weiteren Landesmitteln, haben wir die Möglichkeit massiv in unsere Kommunen und ländlichen Räume zu investieren. Ein Großteil des Geldes fließt direkt an die Kommunen und damit auch in den ländlichen Raum. Die Investitionen stehen zur Verfügung für Bildung, Infrastruktur und Maßnahmen gegen den Klimawandel. Vor Ort richtig eingesetzt, stärken wir den ländlichen Raum. Gleiches gilt auch für den bereits angestoßenen Bürokratieabbau, der die Kommunen entlasten wird.
Wie wollen Sie die Bildungspolitik in Rheinland-Pfalz in den kommenden fünf Jahren gestalten – insbesondere mit Blick auf Unterrichtsqualität, Lehrkräftegewinnung, Inklusion, Digitalisierung der Schulen und Entlastung von Schülern und Lehrkräften?
Schulen befinden sich im stetigen Wandel. Diesen gilt es aktiv mitzugestalten - damit unsere Bildungsfamilie fit für die Zukunft ist. Es muss wieder mehr Zeit für Lehren und Lernen geben. Dafür müssen Schulen, Schulleitungen und Eltern entlastet werden. Das schaffen wir durch den Abbau von Bürokratie, die Förderung einer zeitgemäßen, digitalen Ausstattung unserer Schulen oder durch den Einsatz multiprofessioneller Teams aus Lehrkräften, Schulsozialarbeit, Schulpsychologie und Förderkräften, dort, wo es besondere Bedarfe und Herausforderungen gibt. Mit der Einführung kostenloser Schulbücher für alle setzt sich die SPD Rheinland-Pfalz zudem für mehr Bildungsgerechtigkeit ein. Denn dadurch spart jede Familie über die gesamte Schullaufbahn ihrer Kinder bis zu 2.500 Euro.
Gleichzeitig müssen wir das Bildungsangebot ausbauen, insbesondere im Bereich des Ganztagsangebots ab der Grundschule. Mit der Bereitstellung von mehr Geldern durch die Investitionsoffensive und dem ganztägigen Einsatz von pädagogischem Personal, können vielfältige Bildungsangebote entwickelt werden. Damit sich mehr junge Menschen für den Lehrerberuf interessieren, müssen Anreize gesetzt werden. Trotz Fachkräftemangels stellen wir in Rheinland-Pfalz jährlich mehr als 1.000 neue Lehrkräfte ein. Das soll auch so bleiben, indem wir bedarfsgerecht Ausbildungskapazitäten ausbauen, einen erleichterten Wechsel zwischen den Schulformen ermöglichen und die Besoldung der Grundschullehrerinnen und -lehrer auf A13 erhöhen.
Deshalb sind Sie in die Partei eingetreten, für die Sie als Kandidat antreten:
Ich bin in die SPD eingetreten, weil ich unsere Zukunft nicht nur kommentieren, sondern aktiv gestalten will. Demokratie lebt vom Mitmachen, vom Respekt und vom ehrlichen Austausch. Genau dafür setze ich mich ein: zuhören, zusammenführen und konkrete Lösungen für die Menschen vor Ort erreichen. Politik ist für mich Verantwortung und Dienst an unserer Gemeinschaft.
Worüber können Sie lachen?
Über mich selbst kann ich am besten lachen, genauso über trockenen Alltagswitz und die kleinen Pannen, die jedem passieren. Besonders mag ich spontanen Humor im direkten Gespräch, wenn Menschen mit einem Augenzwinkern aufeinander zugehen.
Was löst bei Ihnen Frust aus oder macht Sie sogar wütend?
Frust entsteht bei mir, wenn Probleme seit Langem bekannt sind und trotzdem nichts passiert. Wirklich wütend machen mich Respektlosigkeit, Hetze und wenn Menschen gegeneinander ausgespielt werden. Dann bleibe ich hartnäckig, suche das Gespräch und arbeite an konkreten Lösungen. Frust entsteht bei mir auch, wenn der FC Köln mal wieder nicht die Leistung auf den Platz bringt.
Welche Schlagzeile würden Sie gerne mal lesen?
Kai Dommershausen gewinnt Wahlkreis 10 bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz
Was betrachten Sie als Ihre größte Fehleinschätzung bezogen auf Ihre eigene politische Arbeit und/oder Partei?
Meine größte Fehleinschätzung war, zu glauben, dass gute Inhalte sich von selbst durchsetzen und anschließend schnell umgesetzt werden. In der Praxis dauern Entscheidungen und Verfahren in Verwaltungen oft zu lange. Ich habe daraus gelernt, früher zu kommunizieren, genauer zuzuhören und Umsetzung von Anfang an mitzudenken. Genau deshalb ist der Abbau bürokratischer Hürden ein zentrales Ziel meiner politischen Arbeit.
Deshalb sollten die Wähler mir ihre Stimme geben:
Ich bitte um Ihre Stimme, weil ich einen neuen Stil von Politik lebe: ansprechbar, erreichbar und im ständigen Dialog, persönlich vor Ort und auf Social Media. Ich möchte das Vertrauen der Menschen gewinnen und eine starke Stimme für unsere Region in Mainz sein. Mein Anspruch ist Politik für alle Generationen, verlässlich, bodenständig und nah an den Menschen.
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Kurzer Steckbrief
Wohnort: Bendorf-Stromberg
Geburtsdatum: 3. September 1996
Familienstand: ledig
Beruflicher Lebenslauf/Ausbildung: Ausbildung Sparkasse Neuwied; Sachbearbeiter GDKE RLP Sachgebiet Finanzen duale Fachhochschulreife LES Neuwied; Duales Studium bei der Stadtverwaltung Neuwied und der Hochschule für allgemeine Verwaltung Rheinland-Pfalz in Mayen; Sachbearbeiter Stadtverwaltung Neuwied in der Kämmerei; Sachbearbeiter Innenministerium RLP in der Koordinierungsstelle für Interkommunale Zusammenarbeit
Politischer Werdegang: Seit 2020 Mitglied in der SPD, Geschäftsführer SPD OV Bendorf und Vorsitzender SPD-Stadtverband Bendorf
Gesellschaftliches Engagement und Vereinsaktivitäten:
Hobbys: Sport machen, Fußball schauen und Reisen
Drei Lieblingsorte im Wahlkreis: Kaufland in Bendorf, zwischen den Feldern auf dem Niederwerth und Gewerbepark Mülheim-Kärlich
Vorbilder: Als SPD-Mitglied natürlich Willy Brandt
Kontaktdaten zur Veröffentlichung: Kai Dommershausen - SPD Bendorf - Im Andorf 22, 56170 Bendorf; E-Mail: wahl@dommershausen.info; Social-Media: Instagram und Facebook
Eine kurze Übersicht aller Direktkandidierenden für den Westerwaldkreis finden Sie hier. (Red)
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